Till on Tour.com

Jagna

Heute soll es weiter gehen. Das Ziel ist Camiguin eine kleine Insel im Süden Bohols. Leider sind die Verbindungen hier nicht so wie man sich das immer wünschen würde. Auch der Informationsfluss ist manchmal etwas langsam. So kann uns selbst im Reisebüro keiner erklären wir dort hinkommen. Unseren Reisführer haben wir entnommen, dass wir erst nach Jagna müssen, und von dort aus gäbe es eine Fähre nach Camiguin. Wann diese jedoch fährt ist unklar und die Angaben widersprechen sich. Es bleibt uns also nichts anderes übrig als uns aufzumachen und zu sehen wo wir rauskommen.
Von unserem Hotel, in dem wir nun 5 Tage waren, bringt uns ein Taxi morgens an den Busbahnhof, direkt neben der Island City Mall und wir fragen uns zu einem Bus nach Jagna durch. In diversen Reiseberichten und auch im Reiseführer kann einige Horrorstories über überbelegte, fahruntaugliche Busse lesen die für die Fahrt nach Jagna ca 450 Pesos pro Person haben wollen.
Wohl oder übel besteigen wir den Bus und bekommen überraschenderweise gleich, zusammen mit unserem Gepäck, eine ganze Sitzbank angeboten. Scheinbar weiß man hier um die Probleme zu hoch gewachsener Touristen schon Bescheid? Wir wollen gleich ein Ticket kaufen, aber man beruhigt uns und verspricht später zu uns zu kommen. Busse haben hier neben dem Fahrer auch einen Schaffner. Der kommt dann später auch wirklich zu uns und verlangt lediglich 150 Pesos (3 €) für beide zusammen von uns für eine 1,5-stündige Fahrt.
Die Fahrt ist eigentlich total angenehm. Will man aussteigen ruft man dem Busfahrer oder dem Schaffner einfach zu wo man raus möchte und der hält dann genau dort an. Das funktioniert natürlich nur an der Hauptstraße. Der Fahrer fährt auch echt einen heißen Reifen und überholt alles was ihm nicht schnell genug erscheint. So schaffen wir es auch pünktlich nach Jagna. Der Schaffner fragt uns schon vorsorglich mal ob wir zum Fähr-ür beideTerminal wollen, was wir bejahen. Wahrscheinlich gibt es hier nicht viele andere Gründe warum man hierher kommt.
Das Fährterminal liegt hinter dem örtlichen Markt, der in einem großen Marktgebäude untergebracht ist. Also fix drum rum. Jetzt gilt es erst einmal in Erfahrung zu bringen ob und wann eine Fähre geht und dann auch noch ein Ticket zu bekommen. Der entsprechende Ticket-Schalter ist leider geschlossen. Beim benachbarten Bistro erfahren wir jedoch das es erst morgen wieder eine Fähre gibt. Man rät uns auch uns möglichst schnell ein Ticket zu sichern. Da der drohende Taifun den Fährbetrieb in den letzten Tagen lahmgelegt hat, gibt es wohl mehr Reisende als Tickets. Einen guten Tipp was eine Unterkunft angeht, hat die freundliche Frau vom Bistro auch gleich noch. Direkt gegenüber vom Terminal gibt es eine kleine Lodge in der wir auch direkt ein Zimmer bekommen. Das Zimmer hat Meerblick, Klimaanlage und Kabelfernsehen. Alles toll. Der einzige Haken ist, das es komplett in Rosa gehalten ist. Optisch also eher eine Beleidigung!
Wirklich viel zu sehen gibt es in Jagna nicht und das Fährterminal würde schon fast als Touristenattraktion zählen in Ermangelung anderer Besonderheiten. Wir schlafen also etwas länger und essen in dem kleinen Bistro, in dem wir so nett beraten worden sind.
Danach machen wir noch etwas von dem Kabelfernsehen gebrauch. Auch hier gibt es, wie in vielen anderen asiatischen Ländern, selbst in den günstigsten Unterkünften Fernseher mit Kabelsendern wie StarMovie, Cinemax oder HBO. Hier werden den lieben langen Tag klassische und aktuelle Kinofilme gezeigt.

Panglao Island, Bohol – Teil 3

Nachdem wir nun die Öffnungszeiten der Tarsier Sanctuary kennen, wollen wir heute früher mit dem Motorroller los um uns die kleinen Primaten anzuschauen. Zuerst frühstücken wir aber erst mal. Landestypisch hatten wir am ersten Tag das Philippino-Breakfast bestellt. Man bekommt dann Reis, ein Spiegelei und zwei „Hot Dogs“. Richtige Würstchen gibt es hier nicht, zumindest nicht was wir als Wurst bezeichnen würden. Würste sind hier in eine Rote Plastikhülle gepresste Masse von der Konsistenz von Leberwurst. Von der Plastikhülle befreit brät man diese Masse dann. Optisch ähnelt es einer Wurst auch, geschmacklich liegt es allerdings zwischen undefinierbaren chemischen Rückständen und richtig eklig. Nach dem ersten Fehlversuch bietet man uns allerdings an, zwei Spiegeleier statt der Wurst zu geben. Wunderbar.
So frisch gestärkt schwingen wir uns auf unser treues Zweirad und machen uns erneut auf den Weg nach Corella. Wenn man hier weiß wo man hin muss, geht das viel schneller. So kommen wir bereits 35 min später bei der Sanctuary an. Gerade rechtzeitig, wie sich herausstellt, denn es beginnt leicht zu regnen.
Die Aufzucht-Station ist die größte Ihrer Art und beherbergt ca. 100 Tiere. Das ist leider fast die Hälfte der Weltpopulation dieses kleinen Primaten. Zu der Station gehörten ca. 10 Hektar Wald. Lediglich ein Hektar ist davon für Besucher begehbar, denn die Tiere sind Einzelgänger, recht scheu und nachtaktiv.
Nachdem wir unseren Eintritt von ca. 60 Pesos (ca. 1,20 €) entrichtet haben, stellt man uns gleich einen Guide zur Seite mit dem wir dann ins Gehege gehen. Im dichten Bewuchs, hoher Luftfeuchtigkeit und ein wenig Regen hat man hier das vollkommene Dschungel-Feeling. Fast kann man nachfühlen wie sich Livingston einst gefühlt haben muss. Bewaffnet mit der Kamera und dem Teleobjektiv machen wir uns also auf die „Jagd“. Der Guide zeigt uns bald das erste Tier, das sich schlafend an einen Ast klammert. Ganz ehrlich, ohne Hilfe wären wir alle daran vorbeigelaufen. Die Tiere sind noch kleiner als in unserer Vorstellung und sehr süß. Mit angezogenen Beinchen und sich an den Ast krallend schläft es fröhlich vor sich hin.
Auf diese Weise schleichen wir, für unsere Verhältnisse recht leise, durch das Unterholz und stören dabei doch den ein oder anderen Tarsier, der verschlafen seine Riesenaugen öffnet um mal nach dem Rechten zu sehen. Hiermit soll es dann auch genug sein und wir wollen die Tiere nicht länger stören. Anschließend kommt man in das Besucherzentrum zurück wo man noch einmal auf vielen Plakaten und interaktiven Weisen Fakten und Wissen über die kleinen Primaten vermittelt bekommt.
Alles in allem ein tolles Projekt, das sich in erster Linie dem Schutz der Tiere und nicht dem Tourismus verschrieben hat. Hauptsächlich zu verdanken haben wir das Carlito, der hier auch als der „Tarsier Man“ bekannt ist. Er treibt seit mehr als 20 Jahren die Erforschung der Tiere voran und hat auch diese Station gegründet. Danke an dieser Stelle!
Da es immer noch regnet, inzwischen stärker, beschließen wir in einer der kleinen Hütten neben der Station Platz zu nehmen und etwas zu lesen bevor wir weiterfahren. Dabei treffen wir sogar noch Carlito kurz.
Da der Regen leider nicht besser wird, wollen wir eben im Regen zurückfahren. Wir zaubern die Regencapes hervor, die Sanna in weiser Voraussicht gekauft hatte und fahren wie zwei wehende gelbe Säcke zurück nach Tagbilaran.
Da sich bei diesem Regen nicht wirklich etwas im Freien anstellen lässt, schauen wir uns erneut in der Island City Mall um. Hier überlegen wir erst in den neuen Star Wars Film zu gehen, der glücklicherweise in Englisch gezeigt wird, lassen es jedoch bleiben und genießen einen Kaffee nach internationalem Standard.
Auch die anschließende Heimfahrt ist leider nicht weniger feucht und so fahren wir langsam im strömenden Regen aber trotzdem gut gelaunt nach Hause, schließlich ist Urlaub.
Zuhause angekommen und kurz abgetrocknet überlegen wir was das Abendessen bringen soll und erinnern uns an das gut Grillhähnchen von Ati Athins Chicken. Wir erinnern uns zwar auch an die schreckliche Karaoke von nebenan, aber hauptsächlich an das gute Essen. Das soll es also werden.
Mit dem Roller sind wir auch ruckzuck dort. Leider trifft nur Minuten vor uns, ein ca. 30-köpfige Reisegruppe ein und wir rechnen mit lange Wartezeiten.
Zu unserer Überraschung handelt es sich bei der Reisegruppe um einen Chor, der nicht davor zurückschreckt und ein Auswahl seiner schönsten Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Und die können auch noch singen. So wird uns die nur geringfügig längere Wartezeit durch wohltuende Klänge versüßt.
What a difference a day makes! Erst die wohl schlechteste Karaoke-Darbietung überhaupt und nun akustische Hochgenüsse. Und das alles im gleichen Lokal!
Auch das Essen ist gewohnt lecker, und wir können auf einen tollen Tag zurückblicken.

Panglao Island, Bohol – Teil 2

Um die Insel zu erkunden ist ein Fortbewegungsmittel von großem Vorteil. Unser Hotel verleiht kleine Scooter, die wir uns hier zunutze machen. Erst einmal ist der Plan um Panglao zu fahren und die direkte Umgebung zu sichten.
Unser Hotel liegt irgendwo im Nirgendwo und es gibt hier nichts außer ein paar kleinen Kiosken. Okay, Kioske sind das auch nicht wirklich. Viele verdienen sich hier etwas dazu indem sie mit Fahrmöglichkeiten in der Stadt allerlei Getränke, Chips oder Süßigkeiten einkaufen und diese dann in einem mehr oder weniger zusammengenagelten Laden verkaufen. Das kann ein eigener Raum sein, es kann aber auch das Wohnzimmer oder nur der Straßenrand sein. Auch Sprit für den Roller wird hier angeboten. Nicht etwa aus dem Kanister, sondern aus 1-Liter-Cola-Flaschen. Alles in allem ist das aber super praktisch, da man für wirklich wichtige Dinge wie Wasser, Seife oder eben Sprit nie weit fahren oder laufen muss.
Als immer mehr professionelle Läden und Luxus-Hotels am Wegrand auftauchen wird schnell klar, wir sind in Alona Beach angekommen. Hier wimmelt es von diversen Luxus-Wohnstätten, Tauchshops und Bars. Ein kurzer Abstecher an den Strand zeigt aber dass dieser auch nicht wirklich viel schöner ist als unserer. Nur gibt es bei uns wesentlich weniger Touristen und vollkommen überteuerter Bars.
Also heißt es erst mal die Insel weitererkunden. Leider stellt sich die Navigation als etwas schwieriger als gedacht heraus. Karten gibt es hier nämlich nicht und Straßenschilder sucht man ebenfalls vergebens. Entweder man weiß wo man hin muss, oder man braucht es nicht wissen. Dass man da mal falsch abbiegt gehört da eben dazu. Dadurch sieht man aber auch etwas abgelegenere Ecken, die meistens wesentlich interessanter sind als die Hauptstraßen. Unterwegs begegnen einem von der erbärmlichsten Bambushütte bis hin zur dekadenten Luxusvilla, Jegliche Nutztierarten wie Kühe, Ziegen, Schweine und Hühner. Generell findet das Leben hier draußen oder sogar direkt an der Straße statt.
Letztendlich landen wir in der Inselhauptstadt. Hier drehen wir jedoch um, da es langsam beginnt dunkel zu werden und es ist schwer vorstellbar dass die ohnehin schon schwierige Navigation einfacher wird.
Auf dem Heimweg halten wir dann aber doch noch mal kurz für einen Snack an. An einem kleinen Bambus-Stand ist richtig was los. Und wo sich so viele Einheimische tummeln muss es ja was geben was richtig gut ist. Zwei zierliche Philippinas köpfen Kokosnüsse, und mischen das Kokoswasser mit dem Fruchtfleisch und Eiswürfeln. Eine köstliche Erfrischung für schlappe 10 Pesos (20 Cent).

Die Freiheit auf dem motorisierten Zweirad ist hier Gang und Gäbe und gefällt auch uns. Deswegen ziehen wir erneut auf dem Roller los. Heute soll es zu den Tarsiern gehen.
Die Tarsier sind die kleinste existierende Primatenform (ca. 15 cm groß). Sie haben sich ähnlich der Affen entwickelt. Als aber größere und stärkere Affenarten in ihr Territorium kamen, mussten sich die Tarsier auf die nächtliche Jagd verlegen. Deswegen sind ihre Augen auch im Verhältnis zu ihrem restlichen Körper riesig. Ein Auge ist alleine schon größer als ihr Gehirn. Funfact: Nach ihrem Vorbild wurde Meister Joda von Star Wars erschaffen! 😉
Da es hier auf Bohol eine sehr bekannte Auffangstation gibt wollen wir diese besuchen. Also machen wir uns auf den Weg nach Tagbilaran und von dort aus soll es dann nach Corella gehen wo die Auffangstation liegt. Tagbilaran ist nicht unbedingt eine Schönheit, hat jedoch seinen Charme. In der „Innenstadt“ gibt es eigentlich nur eine nennenswerte Straße. Was davon abzweigt wird relativ schnell zu dem was wir bei uns als Feldweg kennen. Auf der einen Spur würde ein reguläres deutsches Auto passen. Nach hiesigen Maßstäben heißt das, da passen locker 4 – 5 Fahrzeuge nebeneinander hin. Denn hier fahren keineswegs nur Autos. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer sind Zweiräder. Das reicht vom Fahrrad, über den kleinen Motorroller bis hin zu richtigen Motorrädern. Neben Autos, von denen nicht sehr viele rumfahren gibt es hier LKWs, Ochsenkarren, selbstgebautes Fortbewegungsmittel und eigentlich alles was man sich vorstellen kann. Die günstige Alternative zu Taxis sind hier die Tricycles. Was in andern asiatischen Ländern als TukTuk bekannt ist, wird hier aus einem Motorrad und einer Art überdachtem Beiwagen zusammengezimmert. Diese Art der Fortbewegung ist zwar nicht so schnell wie Taxis, dafür um einiges günstiger.
IMG_0377Busse sieht man hier eigentlich nicht, die sind für Überlandfahrten reserviert. Den innerörtlichen öffentlichen Verkehr bestreiten neben Taxis und den Tricycles hauptsächlich Jeepneys. Jeepneys kann man sich vorstellen wie ein Jeep an den man hinten noch eine überdachte Ladefläche angeschraubt hat. Darauf sind zwei Sitzbänke auf die je nach Bauart zwischen 6 und 20 Personen Platz finden. Ein Jeepney ist nicht komplett, wenn er nicht vollständig bemalt ist. Ich wette, es gibt nicht zwei Jeepneys die sich auch nur ähnlich sehen. Die Front ist gerne mal mit einem riesigen Mercedes-Stern verziert. Die Seiten sind mit irgendetwas bemalt das der Fahrer gerade cool findet. Das reicht von geistlichen Figuren, wie Jesus, Maria und Co bis hin zu Spiderman oder was Marvel so zu bieten hat. Hauptsache es ist bunt. Praktischerweise steht, irgendwo in der Malerei, auch welche Strecke der Jeepney bestreitet.

Nachdem wir uns durch das dichte Getümmel der Stadt gezwängt haben, einige waghalsige Überholmanöver überlebt haben und dreimal nach dem Weg gefragt haben (auch hier sind Schilder komplette Fehlanzeige) glauben wir uns zumindest in der richtigen Richtung. Bei der Gelegenheit entdecken wir auch die Island City Mall, oder auch kurz nur ICM (wie sie von den Einheimischen genannt wird).
Letztendlich finden wir den Weg nach Corella und kommen prompt 5 Minuten nach der Schließung der Auffangstation an. Hmm die Navigationsprobleme hatten wir nicht einkalkuliert. Auch nicht der Fakt, das die Auffangstation schon um 16 Uhr schließt. Recht früh für eine Station für ein Tier das nachtaktiv ist!
Dann braucht es eben einen Alternativplan. Wir erkunden also die Island City Mall und schauen was so der reichere Mittelstand der Philippinen so angeboten bekommt. Hier findet man nur wenig Unterschied zu unseren Malls. Außer eventuell das die Philippinos Weihnachten noch viel mehr lieben als unsereins. Es MUSS überall Merry Xmas draufstehen, Weihnachtslieder hört man wirklich überall. Und wenn nicht stimmt man gemeinsam eines an und versucht den englischen Text nachzuahmen. Auf der zweiten Etage der Mall steht ein riesen Weihnachtsmann der sich auch noch dreht! Wer hier kein Selfie von sich und dem Rotbemänteltem hat ist einfach nicht in!
In der zweiten Etage gibt es dann eine riesen Bühne auf der St. Nikolaus auf seinem Schlitten dann persönlich zum „Ich-sitze-auf-dem-Schoß-von-Nikolaus-Photo“ bereitsteht. Dazu erklingen wieder Weihnachtslieder. Allerdings kennt man die Original-Versionen auch hier nicht. Dafür aber jede Rock, Pop- und Techno-Version. So viel Weihnachts-Feeling ist uns hier unter Palmen dann doch zu viel.
Auf dem Heimweg kreuzen wir durch glückliche Umstände einen Massagesalon und lassen uns 60 min massieren. Für umgerechnet 6 Euro kann man sich da nicht wirklich beschweren. So entspannt machen wir uns auf die Suche nach einer Gaststätte.
Am Rand der Ringstraße die sich um Panglao zieht, lockt ein Restaurant mit der „Ultimative Philippino Food Experience“! Na das müssen wir ja testen! Die Food-Experience erleben wir in Form eines Buffets. Neben dem obligatorischen Reis gibt es hier Suppe, gebratenes und fritiertes Hähnchen, ein Nudelsalat, und einige Rinder- und Schweinfleischgerichte. Gemüse kommt leider sehr wenig in der philippinischen Küche vor. Das Highlight ist ein komplettes Spanferkel. Der Koch steht mehr als stolz hinter dem gegrillten Tier und verteilt üppige Portionen seines Werkes.
Eine Überraschung bietet sich dann noch in der Form eines Dessert-Buffets. Hier kann man dann auch erfahren was die Philippinen dessert-technisch zu bieten haben. Bananen, Melonen und Mangos hatten wir irgendwie schon erwartet. Wirklich überraschend ist dann aber eine Art Tiramisu aus Mangos, Keksen und Kokosstreusel. Auch eine Art Suppe aus Dosenmilch mit darin schwimmenden Gelee-Würfeln überrascht, allerdings eher negativ.

Panglao Island, Bohol

Nach einer recht kurzen Nacht machen wir uns morgens schon früh auf den Weg zu unserem nächsten Stop: Panglao, Bohol. Bohol ist die zehntgrößte Insel der Philippinen. Panglao ist eine kleine Insel im süd-westen, die über zwei Brücken unweit der Hauptstadt Tagbilaran an die Hauptinsel gebunden ist. An dem Hauptstrand Alona Beach sitzen die meisten touristischen Hotels. Da sind wir aber nicht direkt sondern etwa 8 km die Küste rauf.

Ein freundlicher Taxifahrer fährt uns zum Hafen, zu Pier 1, und lässt es sich nicht nehmen uns bis direkt vor die Tür des Fährterminals zu fahren. Dementsprechend fällt auch sein Trinkgeld aus.

In dem Fährterminal geht es zu wie auf einem arabischen Bazar. Hier laufen hunderte Leute durcheinander die scheinbar alle etwas zu sagen haben. Direkt am Eingang wird schon kontrolliert ob wir auch gültige Tickets haben und wir dürfen erst mal die Terminal-Gebühr bezahlen. Dann geht es zum Check-in, ja genau wie bei einem Flug. Dort geben wir dann auch unser Gepäck auf und gehen in die Wartehalle weiter. Hier sitzen bestimmt schon 200 andere Fährgäste und warten auf die Abfahrt. Auf vielen Monitoren laufen entweder Werbung oder raubkopierte Filme, damit den Gästen beim Warten nicht langweilig ist. Heute ist Herr der Ringe angesagt.

Im ersten Stock versorgen wir uns erst mal mit dem Nötigsten, also mit Kaffee und einem Muffin, zu annährend Westpreisen. Schließlich geht es dann auf die Fähre. Es sind sogar Sitzplätze auf den Tickets ausgewiesen. Also nix mit freier Platzwahl. Die Sitzplätze sind auch eher für Asiaten gestaltet: hart und sehr knapp bemessen. Es scheint eine schier unlösbare Aufgabe zu sein meine Beine dort einzusortieren wo andere Fahrgäste bequem schlafen. Letztendlich schaffe ich es und wir schippern gemütlich im Sonnenschein Richtung Bohol. Unterwegs wird auch wiederum ein Film gezeigt. Diesmal: Mr. & Mrs. Smith (Selbstverständlich kopiert).

In Bohol angekommen sammeln wir unser Gepäck zusammen und organisieren uns einen Taxifahrer der auch noch weis wo sich unser Hotel befindet, denn das scheint gar nicht so einfach zu sein. In seinem eisgekühlten Mini-Van geht es nun durch Tagbilaran und dann über die Verbindungsbrücke nach Panglao. Wir fahren über Straßen wie man sie normalerweise nur aus Reiseberichten im Fernsehen kennt. Alles mit Palmen bewachsen und bei schönstem Sonnenschein.

In unserem Domizil für die nächsten Tage angekommen staunen wir nicht schlecht. Die für Panglau vergleichsweis günstige Unterkunft wartet mit kleinen Cottages am Pool auf. Mittem im Pool ist eine Plattform auf der dann gefrühstückt werden kann. Unser Zimmer ist leider kein Cottage sondern liegt im hinteren Bereich. Dafür haben wir hier gut Platz und eine Klimaanlage. Der Strand ist nur 300 m weit weg (zumindest stand das in der Beschreibung online). Auf dem Weg erleben wir die Philippinen wie sie sich viele vorstellen. Viele bunte Blüten wie Hibiscus oder Calachuchi (das ist der einheimische Name, was es wirklich ist wissen wir leider nicht), viele Palmen und hier und da auch mal ein Schwein oder ein paar Hühner. Hier könnte man ich auch problemlos mit allerlei Obst wie Kokosnüssen oder Jackfrucht (Durian, oder auch Stinkfrucht genannt) versorgen. Nach ca. 1000 m Fußmarsch erreichen wir dann auch den 300 m entfernten Strand.

Weißer Sandstrand, türkisfarbenes Wasser und das alles unter Palmen. So sehen Urlaubsträume aus. Hier verweilen wir erst mal ein wenig und lassen die Einsiedlerkrebse gemütlich um uns herum laufen.

Der Tag will erst mal verdaut werden und so laufen wir ins nächste Restaurant, das uns von der Rezeption empfohlen wurde. Es ist nur ein paar Meter die Straße runter (was das heißt, wissen wir ja jetzt).

„Ati Athins Chicken“ Restaurant sieht leer aus, aber dennoch beschließen wir hier einzukehren, zum einen wegen der Empfehlung, zum zweiten in Ermangelung von Alternativen. Natürlich muss ich dann auch das BBQ-Hühnchen testen. Leute: ein Gedicht! Keine Ahnung mit was hier das Hühnchen gewürzt wird, aber es funktioniert. Ein Chicken, da könnten sich einige Restaurants was abschauen. Der Kalamansi-Saft, eine kleine Limetten Art, ist ebenfalls großartig.

Etwas stört nur das im Kiosk nebenan gerade lauthals K-TV (Karaoke) gesungen wird. Das alleine ist ja schon schlimm, aber leider singt auch noch jemand der das definitiv nicht tun sollte. Zumindest nicht im Beisein anderer. Die schiefe Tonlage ist kaum noch zu unterbieten.

Das macht den baldigen Aufbruch etwas einfacher. In besagtem Kiosk nehmen wir noch ein Feierabendbier mit und laufen bei völliger Dunkelheit die Straße zum Hotel zurück

Cebu City

Nach den ersten zwei Tagen haben wir einen ersten handfesten Eindruck von Cebu City und der Lebensweise der Filipinos. Das erste was relativ schnell auffällt ist der bunte Sprachenmix. Nicht unserer sondern der der Filipinos. Sie wechseln wild zwischen Tagalog (die Sprache der Filipinos), Spanisch (durch den Einfluss der spanisches Besatzer) und Englisch. Beim Zählen wird bis 10 in Tagalog gezählt, danach in Spanisch. Größere Zählen werden direkt in Englisch angesagt. Auch Werbung wird meist in Englisch gezeigt, oder gedruckt, Beschreibungen sind aber grundsätzlich Tagalog.

Die Stadt ist unglaublich wandlungsfähig. Was tagsüber eine stark befahrene Straße ist, ist am späten Abend für Fahrzeuge gesperrt und mit hunderten von kleinen Verkaufsständen, Masseuren, Schlüsseldiensten und Restaurants übersät. Es wird grundsätzlich immer und überall Spesen und Getränke aller Arten angeboten.

Unsere erste Erkundungstour führte uns quer durch die Stadt. Durch einen kleinen Navigationsfehler auch in die Gebiete der “Squaters”, die Hockenden, wie die hiesige Unterschicht genannt wird. Sie leben in teilweise sehr notdürftig zusammengezimmerten Hütten, nicht selten direkt neben den Abwasserkanälen die erbärmlich stinken. Auch hier leben Arm und Reich in unmittelbarer Nähe nebeneinander her.

Zurück im touristischen Zentrum suchen wir das “Maggelan Cross”, ein Kreuz das zu Ehren Maggelans aufgestellt wurde, der 1521 das Christentum in die Philippinen brachte. Er wurde jedoch von den Männern von Lapu Lapu, dem damaligen König von Cebu getötet. 1565 schaffte es dann aber Legaspi doch das Archipel einzunehmen und errichtete das Fort de San Pedro um sich gegen Piraten und die Portugiesen zu schützen. Hier bekommen wir für die 30 Pesos Eintritt (ca. 70 Cent) auch noch eine kostenlose Führung.

Wie bereits erwähnt, verwandelt sich die Stadt abends in einen einzigen “Disco-Markt”. Je lauter etwas ist, desto anziehender wirkt es scheinbar für Filipinos. Steht man direkt  vor einem Laden oder einem Verkaufsstand, hört man kaum seine eigenen Gedanken. Extra hierfür gefertigte Lautsprecherboxen bieten etliche Watt und meistens auch bunte Lichter. Leider kennt auch der Verkäufer diese Verkaufsstrategie, der direkt unter unserem Fenster seine Waren anbietet. Wir sind schon in Versuchung Musikwünsche zu äußern. Immerhin ist es angenehmer als der Verkehrslärm der sonst so herrscht.

Weihnachten steht hier ganz hoch im Kurs, da die Philippinen sehr christlich geprägt sind. Leider ist Ihnen der Ursprung ebenso fern wie den meisten Westlern, und so warten sie mit einer komplett eigenen Interpretation auf. Alles, also wirklich alles ist weihnachtlich geschmückt und es laufen überall Weihnachtslieder. Ich habe nur in den drei Tagen keine einzige Original-Version gehört. Sämtliche Techno-, Rock- und Pop-Versionen kennen wir aber nun. Auch Weihnachtsbäume werden etwas weiter interpretiert. Die können auch neben den üblichen Plastik-Versionen gerne mal aus Plastik-Folie, braunen Reisigzweigen oder irgendeinem anderen dunklen Material bestehen. Ehrlich gesagt wirkt “White Christmas” oder “Let it snow” bei 28 °C auch anders und so richtig weihnachtliche Stimmung will nicht so richtig aufkommen.

Für morgen haben wir uns einen Platz auf der Fähre nach Bohol gesichert, und dort werden wir am Strand erst mal Stellung beziehen, bevor wir dann auf die Jagd nach dem Kobold-Maki gehen und uns die Chocolate Hille ansehen.

Zwischenstopp in Korea

In Frankfurt fix eingecheckt ging es dann auch schon los. Mit Asiana Air ging es dann nach Incheon bei Seoul in Korea. Ein Flugafen bei dem ich andere ruhig mal eine Scheibe abschneiden könnten. Hier gibt es neben den obligatorischen Parfüm-, Zigaretten- und Whikey-Läden auch mehrere Schlafmöglichkeiten mit erstaunlich bequemen Liegen, Kino-Räume und Internet-Räume. Alles kostenlos versteht sich.

Daneben bietet der Flughafen kostenlose Transittouren an. Von der 1-stündigen Tempel-Tour bis hin zur 5-stündigen Standrundfahrt ist alles dabei. Diese auch wiederum vollkommen kostenfrei. Leider konnten wir diese nicht wahrnehmen, da ich mir neben den Filmen auch eine ausgewachsene Migräne gegönnt habe. Nach ein paar Stunden in den gemütlichen Liegen, war auch das wieder im Griff.

Auch das Essen ist lobend zu erwähnen. Das koreanische Gericht wie auch das Western-Gericht waren beide echt lecker.

Endlich in Cebu angekommen sind wir nun nach ungefähr 30-stündiger Reise auch angemessen kaputt und beziehen unser Zimmer im La Guardia Hotel in Cebu City. Der erste Eindruck entspricht ziemlich genau unserer Vorstellung einer größeren asiatischen Stadt: Laut, schmuddelig, viele Leute (auch Nachts um 2) und total liebenswert. Morgen werden wir die nächsten Ziele planen und erst mal richtig ausschlafen.

Philippinen wir kommen

Es geht los auf eine neue Reise. Diesmal sind die Philippinen das Ziel. Nachdem Kathrin mir einige Fotos von den Philippinen gezeigt hatte stand das neue Wunschziel relativ schnell fest. Die Ansammlung von mehr als 7.000 Inseln die auf einer tektonischen Platte genau zwischen zwei Erdgraben liegt, ist Teil des asiatischen Vulkangürtels. Nur diesen Vulkanen ist die Existenz der Philippinen auch zu verdanken. Also an dieser Stelle schon mal: DANKE Vulkane!

Die ‘Flora und Fauna der Philippinen ist wohl einzigartig. So gibt es nur hier den Tarsier, einen der kleinsten Primaten unseren Planeten, sondern auch der Philippinen-Adler findet hier sein Zuhause.

Weiße Sandstrände, türkis-blaues Wasser, wunderschöne Dschungel-Landschaften und Tauchoptionen die zum träumen einladen, haben dann das Übrige erledigt. Somit steht das Reiseziel nun und die Rucksäcke sind gepackt.

Faul in Dehli

Auf jeder längeren Reise gibt es die Phase wo man die
Schnauze vom ständigen Ein- und Auspacken mal gestrichen voll hat
und man am liebsten mal seine Ruhe hat. Gerade nach den letzten
Tage der anstrengenden Fahrten, kalten Zimmer und unbequemen Betten
kommt uns unser Hotel Amax Inn in Dehli gerade recht für eine
solche Phase der Entspannung. Warmes Wasser, nicht zu kalte
Temperaturen, bequeme Betten, gutes und vor allem auch günstiges
Essen und sogar einen Fernseher mit englischen Filmkanälen laden
genau dazu ein. Und so verbringen wir die ersten beiden Tage des
neuen Jahres damit zu schlafen, zu lesen, zu essen und uns
englische Filme anzuschauen, auf gut deutsch: die Batterien mal
wieder aufzufüllen, um für die nächste Etappe unsere Reise genug
Energie zu haben: Nepal.

Fahrt nach Dehli zu Silvester

Nach der letzten Nacht ist eines klar wie Klosbrühe, in diesem Kaff bleiben wir nicht. Kalt, feucht und sauteuer, sind keine gute Kombination. Zwar hatten wir für einen teuren Aufpreis einen Heizlüfter für die Nacht erworben, aber der erste ging gar nicht, und der zweite half nicht wirklich.
Also zogen wir ohne etwas von Shimla gesehen zu haben zum Busbahnhof und hatten das große Glück die letzten zwei Tickets in einem Volvo-Bus zu ergattern. Die Bezeichnung hat nicht zwingemderweise mit dem Fabrikat des Buses zu tun, als Volvo-Bus werden generell die etwas besser ausgestatteten Touristenbusse genannt. Hier hat man zum Glück etwas mehr Platz. Leider liegen unsere Plätze nicht zusammen, aber die umliegenden Fahrgäste bemerken recht schnell das wir gemeinsam reisen und bieten uns an die Plätze zu tauschen. Perfekt! Zum Start gibt’s für jeden noch eine Flasche Wasser (ist im Fahrpreis gleich mit drin) und los geht’s. Nur zehn Stunden später sind wir wieder in Dehli und freuen uns frenetisch auf unser bekannt gutes Hotel Amax Inn. Bequeme Betten, eine warme Dusche und Wärme Decken. Ist schon lustig wie wenig einen manchmal glücklich macht.
Silvester feiern wir dann mit einer Flasche Bier auf der Strasse. Viel los ist nicht wirklich und fünf Minuten nach Mitternacht ist der ganze Spuk vorbei. Eine spontane Feier eine Straße weiter löst die Polizei recht fix auf.
Naja, wir rufen erst mal Zuhause an und gratulieren allen konsequent 4,5 Stunden zu früh zum neuen Jahr.

Also: Frohes neues Jahr 2014 Euch Allen!!!!

Mit dem Lokalbus nach Shimla

Leider gibt es von Rishikesh keine direkte Verbindung nach Shimla, unserem nächsten Ziel. Deswegen haben wir uns ein Taxi nach Dehradun bestellt, von wo aus öffentliche Busse nach Shimla fahren. In Dehradun kommen wir auch problemlos eine Stunde später an. Am Busbahnhof erklärt man uns dann wo der Bus nach Shimla abfährt und dort warten wir auch brav. Nur taucht der besagte Bus leider nicht auf. Langsam werden wir unruhig, da der Bus seit einer halben Stunde abgefahren sein sollte. Ein freundlicher Inder unseren Alters stellt sich als Tushar vor und nimmt sich unser an. Er studiert in Dehli und spricht hervorragend Englisch was uns wirklich weiterhilft, da er uns den kompletten Ablauf erklären kann. Nachdem der Bus dann doch letztendlich noch auftauchte konnten wir vorbereitet reagieren. Da bei solchen Bussen zusätzliches Gepäck auf dem Dach verstaut wird, und die Gepäckstücke auf dem Dach schon mal runterfallen können verstauen wir unsere Rucksäcke gleich mal unter der letzten Sitzbank. Auch bei diese, Bus sind die Sitze wieder mal so bemessen das kein Europäer darin sitzen kann, wir schon gar nicht. Es bleibt nur die letzte Sitzreihe, die etwas alleine steht.
Und schon geht die Reise los. Da in diesem Regionen wenige Busse fahren agieren diese Busse auch als lokale Busse. Das heißt im Klartext, wenn jemand ein- oder aussteigen will hält der Bus. Ungeachtet der Tatsache ob da eine Haltestelle ist oder nicht. Und diese Option wird kräftig genutzt, was mächtig Zeit kostet. Bequem ist der Bus auch nicht wirklich, und schon nach wenigen Stunden tut einem das hintere Körperende ziemlich weh, aber naja dafür kostet die 12-Stunden-Reise auch nur 3€. Als wir die ersten Berge erreichen wird die Fahrt noch einmal unbequemer. Die ständigen Serpentinen nimmt der Fahrer hart an der Grenze der physikalischen Möglichkeiten und so ist es wenig verwunderlich das vielen Fahrgästen wohl richtig übel wurde. Aber deswegen hält man ja nicht an, schnell wurden einfach die Sitzplätze so getauscht das derjenige am Fenster sitzt dem gerade schlecht ist. Und wenn es gar nicht mehr geht, dann hält man einfach den Kopf aus dem Fenster. Alle hinter diesem Platz sollten nach Möglichkeit die Fenster dann schnellstens schließen 😉
Nach nur 12 Stunden unbequemer Fahrt sind wir in Shimla. Nur leider nicht in irgendeinem Hotel. Tushar hilft uns noch mit dem lokalen Bus in die Stadt zu kommen und da stehen wir nun. Wir rufen wirklich alle Hotels an die im Lonley Planet verzeichnet sind: voll. Alles ausgebucht! Offensichtlich ist Shimla zu Silvester sehr beliebt und wir haben echte Schwierigkeiten ein Zimmer zu bekommen. Am Ende müssen wir ein furchtbar kaltes, feuchtes Zimmer in einem “Luxus”-Hotel beziehen für einen horenden Preis. Eins ist klar, hier bleiben wir nicht.

Indonesien Trip