Till on Tour.com

Bali – ankommen, ausruhen

Nach einer durchwachsenen Nacht, 7 Stunden Zeitverschiebung hinterlässt eben doch Spuren, wollen wir den heutigen Tag langsam angehen.

Das Frühstück, das beim Zimmerpreis von 17 € enthalten ist, könnte sich nicht unbedingt mit dem europäischem Standard messen, aber das braucht es hier auch gar nicht. Es gibt einen großen Teller geschnittene Ananas, Mango, Papaya, Melone und Bananen. Dazu ein paar Scheiben Toast mit Butter und Marmelade und Kaffee.

Uns fällt auf das hier sehr viele Vogelkäfige rumstehen. Direkt daneben viele Trophäen vom hiesigen Vogelzuchtverein.

Nach einem kurzen Nickerchen geht es dann Richtung Strand. Zuerst erkunden wir ein kleines Cafe direkt neben unserem Homestay und merken es uns vor das Abendessen vor. Anschließend kaufen wir noch ein paar T-Shirts ein und machen uns dann endgültig auf den Weg zum Strand.

Wir wohnen in der Parallelstraße zum Beachfront, also dürfte die Navigation nicht all zu schwer fallen, dachten wir zumindest. Die auf der Karte im Reiseführer unseres Verrauens beschriebenen Querstraßen entpuppen sich jedoch als kontrollierte Zugangsstraßen von Hotelanlagen.

So nach einem Zugang zum Strand suchend, trifft uns Made und offeriert uns einen Tagesausflug für den nächsten Tag für ganze 40 €.Diesen nehmen wir uns dann für den folgenden Tag vor.

Er versichert uns auch, das es kein Problem wäre die Hoteldurchgänge zu nutzen und so kommen wir nach einigem Suchen doch noch zum Strand. Balis Ostküste ist genau wie man sich einen Strand in Bali vorstellt. Weißer Sandstrand, Palmen und fast immer Aussicht auf die nächste Insel.

Auf dem Weg durch die Hotelanlage haben wir zwei Briten getroffen die uns, ganz im britischen Element, eine kleine Bar am Strand empfohlen haben. Hier lassen wir uns auch auf gemütlichen Sitzsäcken direkt am Strand nieder. Zwischen den aufgestellten bunten Flaggen, die Füße im Sand, ein Buch in der Hand und der frische Kaffee neben uns auf dem Tisch, … so lässt es sich aushalten.

So könnte man es eigentlich ewig aushalten, bis auf die Tatsache das es langsam dunkel wird und so ziehen wir ein paar Getränke später am Strand entlang unserer Unterkunft entgegen.

In der festen Überzeugung, man könne ja durch alle Hotelanlagen auch zu unserer Straße zurück, laufen wir den Beachwalk entlang. Hier übernachet die betuchtere Bevölkerungsschicht. Luxusanlagen mit Pools und wunderschön angelegte Restaurants im Sand laden ein. Viele der Hotelanlagen warnen Unbefugte jedoch vor dem Durchqueren.

Bei einer Hotelanlage versuchen wir es dennoch, und nach einigen Minuten fragen wir uns ob vor dem Durchqueren gewarnt wird weil man nicht möchte das Touristen umherlaufen die dort nicht wohnen oder einfach zu deren Schutz, da sie den Weg ohnehin nicht finden würden.

Irgendwann finden wir dann einen Weg, nur um zu merken dass geschlagene 5 m weiter eine Querstraße gewesen wäre. Naja, Hauptsache durch.

Zurück auf “unserer” Straße finden wir auch schnell unser vorher ausgespähtes Cafe “Little Bird”. Hier gibt es neben einer etwas verrückten Ausstattung aus Holz auf tolle indonesische Gerichte. Wir entscheiden uns für ein Nasi Goreng Spezial (gebratener Reis mit Satee-Spießen) und einen Salat aus Tofu, Sprossen und Erdnusssauce.

Mit vollen Bäuchen und bewaffnet mit einem Feierabendbierchen ziehen wir uns dann auf unseren Balkon zurück. Schließlich wollen wir unseren Schlafrythmus mal in den Griff bekommen

Eeeeeendlich

Nach langen 36 Stunden, drei Flügen, vier Flughäfen und einer Taxifahrt sind wir endlich in Bali angekommen.

Nachdem uns Viktor freundlicherweise um 6:30 Uhr zuhause abholt und wir unsere Rucksäcke im Auto verstaut haben geht es los. Der übliche Stau morgends Richtung Frankfurt wird zur Gedultsprobe wenn man rechtzeitig am Flughafen sein will. Gott sei Dank haben wir genug Puffer eingeplant.

Nachdem wir die Rucksäcke aufgegeben haben und wir fingerkreuzdend hoffen das sie den dreimaligen Flugzeugwechsel ebenso gut überstehen wie wir, machen wir uns an das übliche Geraffel eines Fliegenden. Boardkartenkontrolle, Security-Check, Gate suchen, merken das man falsch gelaufen ist, nach der Richtung fragen, Security-Check, Boardkartenkontrolle, … das übliche eben.

Am Gate fällt uns schon eine Gruppe Chinesen auf die mit der Aufgabe einer Reise hoffnungslos überfordert scheint. Auch nach dem Boarden, als wir uns häuslich in unserem neuen Zuhause für die nächsten 7 Stunden eingerichtet haben, fallen die Reise-Chinesen wieder auf. Offensichtlich ist es ihnen nicht gelungen 15 zusammenhängende Plätze zu buchen. Deshalb wird jetzt angeregt und lautstark in sämtlich verfügbaren Volksgruppen-Dialekten darüber diskutiert wer denn nun wo sitzen könne, wolle oder sollte. Das stört nicht nur uns, sondern auch die Flugbegleiter scheinen sichtlich genervt.

Auch nach mehrmaligem Ermahnen, ob persönlich oder über die Lautsprecheranlage, sich doch bitte während des Starts hinzusetzen und anzuschnallen, werden ignoriert wie das Aufsagen eines Gedichtes. Erst als es Essen gibt kehrt dann langsam Ruhe ein und alle haben einen vorerst genehmen Platz gefunden.

Da wir mit Etihad unterwegs sind, fehlt es an keinen Annehmlichkeiten. Vom gedämpften Tuch zum Hände reinigen, einer Speisekarte, einem sehr leckerem Essen bis hin zu einem erstklassigem Entertainment-System dass neben den üblichen Spielfilmen auch Serien, Spiele und die Ansicht der Außenkamera liefert.

Der Aufenthalt in Abu Dhabi ist angenehm. Nicht so kurz, dass man hetzen muss, und nicht so lange das man die Auslage aller anwesenden Shops im Geiste auswendig aufsagen kann. Anschließend das gleiche Prozedere wie zuvor. Wieder richten wir uns häuslich ein und bemerken angenehm das die Gruppe der “Wander-Chinesen” nicht auf diesem Flug dabei ist.

Der dritte Flug ist etwas hektischer, da wir hierfür noch keine Boardkarten haben. Alleine den Transfer Desk zu finden ist eine Herausforderung. Nachdem wir die Boardkarten haben begeben wir uns direkt zum Gate, da der Weiterflug schon in 5 min boarden soll. Allerdings tut sich dort gar nichts. Es ist auch kein Personal da, nur immer mehr Passagiere.

Erst 20 min nach der angegebenen Boarding-Zeit wird ein weiterer Security-Check durchgeführt. Da der Flieger jedoch erst 15 min nach Boarding-Zeit eintrifft verschiebt sich der Flug wohl etwas.

In Bali gelandet stellen wir überrascht fest das das Visum-on-Arrival wohl kostenlos ist und wir betreten das erste Mal Indonesien. Her versorgen wir uns noch mit Indonesischer Währung und einer SIM-Karte. Anschließend werden seitens jeglicher männlicher Anwesenden wilde Verhandlungen über einen eventuellen Fahrpreis aufgenommen. Angefangen bei $25 geht es fix auf $15 herunter. An der offiziellen Stelle erfahren wir dann das $15 wohl der offizielle Preis ist und wir lassen uns ein Gefährt zuweisen.

Eine Fahrt in den verstopften Straßen von Denpasar später erreichen wir unsere erste Unterkunft das Yulia1 Homestay. Die Bilder im Internet haben nicht gelogen und wir betreten eine kleine, enge, aber wunderschöne Gartenanlage mit Wasserspielen, unzähligen Vogelkäfigen und Steinskulpturen. Unser Zimmer liegt im ersten Stock und vom Balkon aus sehen wir die kleine Anlage.

Nach einem typisch indonesischem Abendessen und einer 30-minütigen Nackenmassage fallen wir ins Bett um den dringend benötigten Schlaf nachzuholen.

Camiguin – Silvester

Für den letzten Tag des Jahres haben wir mal nicht viel vorgenommen. Wir fahren in die Stadt und kaufen etwas ein. Unter anderem eine Tröte. Scheinbar ist es hier guter Brauch, an Silvester mit einer Tröte richtig Krach zu machen. Einige Kinder in der Nachbarschaft üben das schon ein paar Tage. Scheint schwieriger zu sein als es scheint, wenn man so viel üben muss 😉

Um für einen etwaigen Gegenangriff gewappnet zu sein, haben wir jetzt also mit eigener Tröte aufgerüstet. Jetzt kann Silvester ja kommen. Von dem philippinischen Feuerwerk lassen wir aus Sicherheitsgründen, und da wir mit der Anzahl unserer Gliedmaßen zufrieden sind, die Finger.

Auf unserer Veranda lesen wir noch einige Seiten und machen uns gegen sechs Uhr so langsam fertig. Kurz vor sieben wollen wir uns dann aufmachen zu unserem Silvesterdinner. Allerdings macht uns ein kurzer Wolkenbruch einen Strich durch die Rechnung.

Hier ist es wie mit dem Wetter eben wie in Tasmanien, dort gibt es den einfachen Spruch: „Wenn Dir das Wetter nicht gefällt, dann warte eben 5 min.“ Und siehe da kaum 5 min später gehört der Regen der Vergangenheit an, und wir machen uns auf den Weg zu unserem Dinner.

Für Silvester haben wir uns für das Dinner bei den Action Geckos angemeldet. Im Rezeptionsbereich treffen wir kurz nach sieben die anderen Teilnehmer. Darunter auch Tobi und Andrea, unsere Münchner Tauchkollegen.

Am Strand werden die letzten Vorbereitungen für unser Dinner getroffen. Nach endlosen Minuten des Wartens und mit dem ersten Bier bewaffnet gehen wir zum Strand runter. Hier erwartet uns der festlich geschmückte Tisch. Direkt am Strand sind viele Bambusfackeln aufgestellt in deren Mitte eine lange, gedeckte Tafel steht. Daneben das Buffet mit vielen Kerzen und LED-Lichtern angestrahlt.

Nach kurzer aber feierlicher Ansprache ist das Buffet dann auch freigegeben. Es gibt herrliche Spezialitäten wie Bananenblütensalat, Hähnchen, Fisch und Reis und Nudeln dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die Angestellten servieren weiterhin fleißig Getränke. Es wird mit ca. 20 Anderen lustig geplaudert. Dann wird am Strand noch das Lagerfeuer entzündet und man verlagert die Gespräche dorthin. Um Punkt Null Uhr Ortszeit wird natürlich kräftig angestoßen und sich zum neuen Jahr beglückwünscht.

Im Hintergrund entzünden die Angestellten dann parallel das Feuerwerk. Damit hätten wir hier, am anderen Ende der Welt, nicht wirklich gerechnet. Aber die Action Geckos haben sich echt ins Zeug gelegt und hier was aufgefahren.

Ein absolut gelungener Abend. Und so feiern wir heiter ins neue Jahr rein. Prost Neujahr! Und Euch allen ein frohes neues Jahr 2016!

Camiguin – Teil 6

Die gestrige Oberflächenpause zwischen den Tauchgängen hat mir, trotz Bewölkung, zu einem wunderschönen Sonnenbrand verholfen. Gott sei Dank ist dieser nicht allzu schlimm, denn heute steht ein weiteres Highlight an.

Für heute steht eine organisierte Fahrt nach Mantigue Island an. Mantigue Island ist die etwas größere der beiden vorgelagerten Inseln vor Camiguin. Wieder mit den Action Geckos fahren wir heute dort hin.

Der Jeepney steht schon vor der Tür als wir mit unserem treuen Roller eintreffen. Zusammen mit sechs anderen satteln wir auf dem Bus-Ersatz auf und machen uns auf zur anderen Seite der Insel. In einem kleinen Hafen halten wir an und Arno bezahlt unsere Überfahrt. Direkt hinter uns fuhr ein sogenanntes „Multi-Cab“, ein Kleinst-Transporter, der die gesamte Tauchausrüstung und den Proviant beinhaltet. Als der Transporter anfängt im Stand wegzurollen, und einer der umstehenden Philippinos darauf aufmerksam macht, wird der Fahrer gleich aktiv. Jedoch zieht er nicht, wie erwartet, die Handbremse an, die ist wahrscheinlich schon lange Geschichte, sondern er stemmt sich gegen das Fahrzeug und greift sich dann einen umherliegenden Stein und schiebt ihn unter das Vorderrad. Tja, andere Länder, andere Sitten. Aber … funktioniert ja auch 😉

Wir werden auf die Boote aufgeteilt, da jedes Boot maximal sechs Passagiere aufnehmen kann neben der zwei Mann Besatzung. Wir sitzen mit Tobi und Andrea, beide aus München, und Arno buchstäblich im gleichen Boot. Das Boot ist ein für die Philippinen sehr typisches Fischerboot. Der Rumpf ist ca. 1 Meter Breit und ca. 6 Meter lang. Darüber hinaus verfügt es über zwei Ausleger aus Bambus, die dem Boot Stabilität bei Wellengang verleiht. Trocken bleibt bei der Überfahrt jedoch trotzdem keiner.

Vor uns nimmt Mantigue Island langsam Gestalt an. Die Insel sieht ungefähr so aus wie ein Poster, das man sich ins Büro hängen würde um von der fernen Südsee zu träumen. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sandstrand, blauer Himmel und auf der Insel Palmen. Ein paar Boote vor dem Sandstrand runden das Bild ab.

Im glasklaren Wasser ausgestiegen, gehen wir zu einer kleinen Palmengruppe. Darunter gibt es mehrere Tische. Hier legen wir unser spärliches Gepäck ab und machen uns für den ersten Tauchgang fertig. Tobi, Andrea, Arno und wir beide bilden die erste Gruppe, die anderen sind erfahrener und werden tiefer tauchen. Mantigue Island ist auch als Turtle Island bekannt, und so ist es nicht weiter verwunderlich das wir direkt beim ersten Tauchgang eine kleine Gruppe Meeresschildkröten sehen. Die Schildkröten bewegen sich absolut grazil und lassen uns überraschend nahe an sich ran, wobei wir immer gebührenden Abstand halten.

Nachdem wir langsam einer flachen Stelle folgend tiefer gegangen sind, tauchen wir jetzt an einer Korallenwand entlang. Überwältigend. Nach etwas über 40 min ist dann wieder Ende und das Boot sammelt uns wieder auf und bringt uns zum Strand zurück.

Hier warten bereits kleine Snacks und Tee und Kaffee auf uns. Im Schatten lässt es sich auch gut aushalten. Als Snack gibt es Bananen und Klebreis in Bananenblätter gewickelt und in Kokosmilch gekocht. Nach der vorgeschriebenen Oberflächenpause, um den Stickstoff abzuatmen, geht es dann zu unserem zweiten Tauchgang.

Auch hier sehen wir wieder allerhand Meeresbewohner. Da kurz vor dem ersten Tauchgang die Sonne rausgekommen ist, ist die Sicht nun auch vorbildlich. Diesmal erkunden wir die Korallenwand von der anderen Seite aus. Nach knapp einer dreiviertel Stunde ist aber auch dieser Tauchgang zu Ende und das Boot wartet schon an der Oberfläche.

Am Strand zurück ist der Tisch schon wieder reichlich gedeckt. Der Koch des Resorts hat uns für den Tag begleitet und in der Zeit, als wir im Wasser waren, fleißig gegrillt. Es gibt gegrilltes Hähnchen, Fisch, Nudeln und Reis die in Bananenblättern zubereitet wird und Salat.

Ich bin normalerweise kein großer Fisch-Fan, aber Leute, der gegrillte Tunfisch ist ungelogen der beste Fisch, den ich jemals gegessen habe. Deswegen esse ich auch gleich drei große Stücke. Als Nachtisch gibt es Bananen und Mangos. Mangos mag ich normalerweise auch nicht besonders, aber diese hier sind richtig saftig und süß.

Zur Verdauung wollen wir um die Insel spazieren. Auf Grund der massiven Ausmaße dauert dies auch nicht mehr als 15 min. Aber diese 15 min lohnen sich außerordentlich. Der weiße Sandstrand, Palmen, der blaue Himmel und das türkisfarbene Wasser ergeben ein traumhaftes Bild.

Auf der Insel leben auch ein paar Familien, allerdings leben sie recht autark, da es hier weder fließende Wasser noch Strom gibt.

Als wir von dem Spaziergang zurück sind, heißt es leider schon Abschied nehmen. Als wir auf das „Festland“, wie Camiguin hier witziger Weise genannt wird, zurückfahren, wird Mantigue immer kleiner.

Als wir nach einer illustren Jeepney-Fahrt ins Resort zurückkommen, begrüßt uns Kaisa, die Geschäftsführerin, mit frisch gemachtem Eistee-Slushie. Herrlich.

Von so vielen Eindrücken müssen wir uns erst einmal erholend. Sanna gönnt sich für diesen Abend noch eine Massage in unserem Hostel, die von unserer Rezeptionistin ausgeführt wird. Wie sich herausstellt ist diese gelernte Masseuse. Bei einem Preis von 300 Pesos (6 €) für 60 min kann man sich auch nicht wirklich beschweren. Da werde ich fast etwas neidisch, dass ich aufgrund meines Sonnenbrandes das erst mal knicken kann.

Camiguin – Teil 5

Auch heute hieß es früh aus den Federn, da heute der erste Tauchgang anstand. Mit dem Teil der Ausrüstung die wir mitgebracht haben: Maske, Schnorchel und Füßlinge, rücken wir also morgens schon bei den Action Geckos an.

Auf Grund der Wetterlage hat Arno für heute einen recht ruhigen Tauchplatz südlich des Resorts ausgesucht. Da es mein erster Tauchgang im Ozean ist und bei Sanna der letzte Tauchgang bereits 15 Jahre zurückliegt ist eine Bucht, also ein geschützter Bereich, gar nicht so schlecht.

Es fährt ein Jeepney vor und wir wollen die Ausrüstung zu unserem Gefährt bringen, aber Arno meint nur, dass dies nicht nötig sei, das macht die Boots-Crew. Behände tragen vier Philippinos unsere Ausrüstung zum Jeepney und steigen gleich noch mit auf.

Mit gewohnt heißem Fahrstil geht es dann zum Catarman Fishport, ein kleiner Fischereihafen, der im Großen und Ganzen aus zwei Anlegestegen besteht. Auch hier ist Full-Service angesagt und die Jungs tragen die komplette Ausrüstung zum Einstieg. Der Einstieg erfolgt hier ein wenig umständlich über die großen Steine die vor dem Anlieger aufgeschüttet sind. Wir gehen zusammen noch einmal alle Tauchzeichen durch und bekommen die Route erklärt bevor wir einsteigen.

Hie empfängt uns auch gleich die erste Überraschung. Eine See-Cobra schlängelt sich durch die Steine. Der entsetzte Sprung eines unserer Helfer lässt uns auch schon vermuten, dass die See-Cobra nicht unbedingt nur kitzelt wenn sie zubeißt. Unser Tauchguide Arno erklärt uns dann auch gleich das See-Cobras ungefähr zehnmal giftiger sind als Land-Cobras. Gott sei Dank greifen sie allerdings nur sehr selten an.

Die zweite Überraschung folgt auch stehenden Fußes. Direkt unter der Wasseroberfläche sieht man kaum etwas, da es hier aussieht als hätte jemand Spüli ins Wasser gekippt. Richtige Schlieren. Auch hier hilft Arno gleich weiter; Direkt neben den Fishport fließt ein Süßwasser-Bach ins Meer und die Vermischung von Süß- und Salzwasser ist für diesen Effekt verantwortlich.

Da wir das Tauchen im freien Ozean langsam angehen wollen gehen wir erst einmal auf eine Tiefe von 6 m und wiederholen einige Basisübungen. Arno macht das gerne um zu sehen wie fit die Taucher sind und wir wollen auch sicher sein alles richtig zu machen.

Anschließend geht es dann auf zu meinem ersten Tauchgang im Meer. Hier erschließen sich Welten von denen man kaum zu träumen wagt wenn man seinen Tauchschein in einem deutschen See gemacht hat. Wir sehen Kofferfische, Kugelfische, Clownfische, Meeresschildkröten und wunderschöne Korallenformationen. Auch die Sicht, die nach Arnos Angaben furchtbar ist, ist für mich toll, denn sie ist mehr als die 3 Meter dich ich gewohnt bin. Nach nur 37 Minuten sind unsere 200 Bar Luft aufgebraucht und wir machen Oberflächenpause.

Auch hier ist für alles gesorgt und die Jungs haben Kaffee, Tee und Kekse eingepackt. Landegemäß gibt es Kaffee meistens instant und so können wir in Ruhe den Neoprenanzug mal abstreifen und etwas plaudern und einen Kaffee genießen. Die Jungs wechseln inzwischen die Flaschen.

Nach ca. 60 Minuten Oberflächenpause geht es auf zum zweiten Tauchgang. Diesmal ohne Schlange aber auch leider ohne Meeresschildkröte. Trotzdem eine tolle Erfahrung. Anschließend fahren wir dann mit dem Jeepney zurück zum Resort, wo wir die Ausrüstung reinigen, bzw. bekommen wir auch dies abgenommen. So macht Tauchen doch richtig Spaß.

Zum Dinner kehren wir zu unserem Amigos, dem Restaurant um die Ecke, zurück. Hier bekommen wir für 100 Pesos (2 €) gebratenen Reis mit Gemüse und für 125 Pesos (2,50 €) ein vegetarisches Curry mit Reis zum niederknien.

Der einzige Wehrmutstropfen, gegenüber auf dem Basketball-Platz im „Multi-Purpose-Building“ ist heute Disco! Und bei Musik kennen Philippinos kein Lautstärke-Limit. Im!! Restaurant ca. 100 Meter von der Bühne entfernt, versteht man sein eigenes Wort kaum und wir müssen die Bestellung heute mit Hilfe von Händen und Füßen vornehmen. Die vorherrschende Musikrichtung ist eine beeindruckende Mischung aus Techno und Hip-Hop. Vor dem Basketballplatz tanzt auch ein(e) einzelne Transsexuelle(r), der (die) mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit bereits taub ist.

Leider ist auch unser Hostel nicht weit genug entfernt um die Leistung der Boxen zu schlagen und so können wir den unglaublichen Mix der Philippino-Techno-Mafia bis ca. 3 Uhr morgens verfolgen.

Camiguin – Teil 4

In unserem Hostel ist am späten Abend ein Gentleman aus Chicago eingecheckt, der aber hier in Cagayan d’Oro lebt. Er hat uns zum Thema Bargeld noch einige Tipps gegeben und so hoffen wir unseren Cashflow in Schwung zu bekommen.

Zuerst versuchen wir es im Villa Paradiso, ein Hotel etwas höher in Mambajao gelegen. Hier soll man Geld von der Kreditkarte bekommen können … Normalerweise.

Die freundliche Frau am Empfang erklärt uns, dass sie normalerweise Barschecks ausstellen, die dann auf der Bank eingelöst werden können. Die entsprechende Angestellte ist jedoch leider bis Mitte Januar im Urlaub. Na, toll.

Der zweite Tipp ist eine Art Kaufhaus neben dem Markt in der „Stadtmitte“. Die Hauptstadt der Insel besteht im Großen und Ganzen aus vier Straßen in die sich so viele wie möglich Geschäfte aller Art gedrängt haben. Biegt man falsch ab und fährt 200 Meter in irgendeine Richtung, steht man meist wieder auf einem Feld. Allerdings ist falsch abbiegen gar nicht so einfach, da fast jede Straße eine Einbahnstraße ist. Man muss also gut vorher planen wo man hinmöchte, und dann sehen welche Straße man nehmen kann.

Das „Kaufhaus“ DL Bonita ist das einzige seiner Art. In einem nach vorne offenem Gebäude gibt es hier alles zu kaufen was man braucht und eben nicht braucht … außer Obst und Gemüse. Aber das gibt es ohnehin gegenüber im Markt günstiger und unschlagbar frisch. Neben allen vorstellbaren Gütern hat der Laden auch ein funktionierendes!!!! Kreditkartengerät. In den meisten Läden war zwar ein Gerät vorhanden, aber es war kaputt oder gerade offline bis Mitte Januar.

Uns fallen unzählige Steine vom Herzen, als uns der Ladebesitzer verkündet, dass eine Bargeldabhebung ohne Probleme möglich sei. Zwar ruft er eine stolze Gebühr von 10% auf, aber immerhin funktioniert es. So frisch mit Bargeld ausgestattet erkunden wir erst mal das Kaufhaus und den Markt und kaufen alles was man für die nächsten Tage so braucht.

Da unsere Unterkunft keine Tauchschule mehr beherbergt, suchen wir uns eine andere Option raus. Die Camiguin Action Geckos fallen uns ins Auge, da es bei TripAdvisor sehr gut gerated ist. Da es auch nur ein paar hundert Meter neben unserem Hostel liegt, schauen wir einfach mal vorbei und fragen nach. Das Resort liegt schön im Grünen und die aus Holz und Bambus gebaute Rezeption ist von vielen Pflanzen umwachsen. Echtes Urwald-Feeling! Von dem Restaurant das auch in dem Bambus-Gebäude liegt kann man schon den Strand und das Meer sehen.

Wir laufen direkt zum Dive-Shop und werden von einem rot-blonden Holländer namens Arno angesprochen. Der freundliche Dive-Master ist der Inhaber des Resorts und klärt uns über die Tauchmöglichkeiten auf. Wir sollen einfach an einem der kommenden Tage morgens um 8:30 Uhr da sein und dann besprechen wir direkt an welchem Tauchplatz wir fahren. Vorher gehen wir aber noch in den Dive-Shop und suchen uns schon einmal die passenden Neoprenanzüge, Jackets und Gewichte für den ersten Tauchgang raus.

Nachdem wir von unseren Cash-Problemen erzählt haben bietet er auch an, das nächste Mal über Ihn Geld zu beziehen. Sehr zuvorkommend.

Camiguin – Teil 3

Leider haben wir das Cash-Problem immer noch nicht lösen können. Nach langer Suche finden wir den „All-in-one Shop“, der seinem Namen so überhaupt nicht gerecht wird. Dies ist neben der Western Union Filiale wohl der einzige Ort auf der Insel, der Euros in Pesos wechselt. Man merkt eben doch eindeutig dass dies hier kein Touristen-Paradies ist. Gott sei Dank!

Hier wechseln wir die letzten Euros in Pesos, damit wir die Zeit überbrücken können bis die Banken wieder öffnen. Der Kurs ist natürlich dementsprechend vorteilhaft, … für den Laden, nicht für uns.

Derart mit frischem Bargeld ausgestattet beschließen wir dem „Sunken Cementary“ einen erneuten Besuch abzustatten um schnorcheln zu gehen. Endlich beim „Sunken Cementary“ angekommen finden wir gegenüber, genau wie Scott es beschrieben hat, das Touristen Center. Dort treten wir ein und entdecken im hinteren Bereich gleich die Schnorchel-Ausrüstung. Was wir leider nicht entdecken ist irgendjemand der sich hier verantwortlich zeigt. Direkt vor dem Shop stand nur verloren ein Philippino, der jedoch nicht mal auf unser „Hi“ reagiert hat. Das ist nicht ungewöhnlich, denn bevor ein Philippino zugibt, dass er kein Englisch kann, oder einen nicht versteht, ignoriert er einen lieber gänzlich.

Nach ein paar Minuten kommt dann doch noch jemand. Für ca. 300 Pesos (6 €) bekommt man hier die gesamte Ausrüstung und einen Guide, der einem den Weg weist. Ebenfalls enthalten ist eine Umweltgebühr von 100 Pesos. Da wir unsere Ausrüstung mitgebracht haben und lediglich die Flossen benötigen, zahlen wir nur 175 Pesos (3,50 €) pro Person.

Am schwarzen Sandstrand laufen wir dann rückwärts (wegen den Flossen) ins Wasser und machen uns mit dem Kopf unter Wasser auf, immer unserem Guide hinterher. Nach nicht mal 3 m Schwimmen begegnet einem eine unglaubliche vielfältige Unterwasserwelt. Was man sonst nur bei regulären Tauchgängen in mehreren Metern Tiefe sieht, ist hier keine 2 m unter der Wasseroberfläche. Große Korallen, Seegurken, Seesterne, Clownfische, Muscheln von der Größe eine Strandtasche und VBF (viele bunte Fische). Der Weg geht über das außen gelegene Korallenriff und zurück über das große Betonkreuz. Ein tolles Erlebnis!

Da der Tag noch jung ist, fahren wir noch den östlichen Teil der Insel zu erkunden. Der „Highway“ führt auch hier immer am Meer entlang. Unterwegs begegnen wir vielen Reisfeldern und Bambushütten. Im Allgemeinen scheint der östliche Teil der Insel wesentlich weniger touristisch, bzw. gewerblich zu sein als der westliche Teil. Auch hier winken uns viele Einheimische zu und grüßen. Kurz hinter dem Hafen von Benonin, an der Lagune kehren wir um, da es langsam doch dunkel wird.

Am Hafen kaufen wir beim örtlichen Bäcker ein paar Leckereien und setzten uns an den Strand. Fast alles was es hier beim Bäcker gibt ist aus Brioche-Teig und schmeckt süßlich. Manchmal erwischt man etwas mit Schoko (das glaube ich nur Kakao ist) oder etwas mit Kokos oder Ananas.

Hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf „Mantigue Island“. Camiguin hat zwei kleine vorgelagerte Inseln. „White Island“ liegt auf der nord-westlichen Seite und besteht nur aus Sand. Hier gibt es kein Haus, keine Palme, keinen Busch und auch keinen Schatten. „Mantigue Island“ liegt süd-östlich von Camiguin und hat neben Palmen, Häusern und Bewuchs auch tolle Tauchstellen zu bieten.

Vorgestern haben wir in unmittelbarer Nähe unseres Hostels ein neues Restaurant ausfindig gemacht. Es wird von der philippinischen Frau eines Schweizers geleitet und hat neben sehr anständigen Preisen auch ausgezeichnetes Essen. Für 100 bis 200 Pesos bekommt man hier ein sehr leckeres Gericht.

Sonntags veranstaltet die Besitzerin immer ein Grillfest bzw. ein BBQ. Hierzu lassen wir uns auch hinreißen. Wir empfohlen tauchen wir früh auf, da sonst nicht mehr alles erhältlich ist. Es gibt gegrillte Schweinespießchen, Steaks, gefüllte Paprika, Würstchen (richtige, nicht die armselige philippinische Nachahmung), gegrillten Reis und Backkartoffeln. Herrlich. Dazu genießen wir einen Calamansi-Saft. Calamansis sind kleine Limetten-ähnliche Früchte, die etwas weniger sauer sind als Limetten sind.

Als wir zurück zu unserem Cottage kommen erleben wir noch eine kleine Überraschung. Jeden Abend finden wir genau drei Geckos über unserer Veranda vor, die eifrig versuchen die Stechmücken wegzufressen die uns ans Leder wollen. Heute hat sich ein riesiger Verwandter dazugesellt. Den wir kurzerhand Franzl taufen.

Generell haben wir jeden Abend vor unserer Veranda einiges an Schauspiel. Neben den freilaufenden Hunden mit 3 Welpen hausen neben uns auch 2 Katzen. Auf dem Rasen laufen einige Hühner kreuz und quer und jeden Abend hüpfen vergnügt einige Kröten durch die Botanik die mitunter einigen Lärm verursachen können (vor allem wenn sie in Kanalrohren sitzen; hört sich total ulkig an).

Mit so viel Getier um einen rum, kann man nur entspannen.

Camiguin – Teil 2

Heute ist Weihnachten. So richtig Weihnachtsstimmung will nicht aufkommen angesichts der Palmen und des Sandstrandes. Zumindest nicht bei uns. Die Leute hier können Ihr Weihnachten kaum erwarten. „Merry Christmas“ hört man hier aktuell öfter als „Hi“ oder „Bye bye“. Ein besonderer Spaß scheint es für Kinder zu sein von Haus zu Haus zu ziehen und Weihnachtslieder vorzusingen und dafür einen entsprechenden Obolus zu bekommen. Das ist keineswegs ein Touristen-Nap, diesen Spaß machen hier alle mit und selbst Ladenbesitzer und Privathaushalte geben kräftig. Immerhin ist ja Weihnachten.
Zumindest fast. Für uns ist ja bekanntlich am 24.sten schon der Heilige Abend. In den Philippinen hingegen ist erst um 00:00 Uhr zum 25. Dezember Weihnachten.
Zur Feier des Tages schlafen wir urlaubsgemäß erst mal aus und frühstücken gemütlich. Mimi, unsere Wirtin hier im Hostel, kommt extra für das Frühstück und hat danach frei. Beim letzten Besuch in der Bienenfarm hat uns Raphael erzählt das er spezielle Gerichte nur auf Vorbestellung zubereitet da sie teilweise Fertigungszeiten bis zu 5 Stunden!! haben.
Für heute haben wir uns ein solches Gericht bestellt. Es ist eine frische Kokosnuss, die mit Hühnchen, Gemüse, Curry und Kokosnussmilch gefüllt wird. Das ganze kommt dann für ca. 4 Stunden in den Ofen. Wir sind schon sehr gespannt und fahren so los, dass wir pünktlich um 13 Uhr dort sind. Es ist sonnig und allein die Fahrt zur Bienenfarm über Palmengesäumte Straßen, immer parallel zum Meer ist ein Genuss. Angekommen bestellen wir uns erst mal einen Drachenfrucht-Shake und einen frisch gerösteten Kaffee.
Kurz danach taucht Raphael auf und tischt uns die Delikatesse, die gerade mal 200 Pesos (4 €) kostet, auf. Die Kokosnuss ist noch heiß. Den Deckel abmontiert empfängt uns der angenehme Duft. Das Curry in Verbindung mit der Kokosmilch duftet herrlich. Schmeckt auch keinen Deut schlechter. Der zusätzliche Bonus, beim Essen kratzt man automatisch an der Innenseite der Kokosnuss entlang und mischt so das Fruchtfleisch der Kokosnuss noch unter den Eintopf (oder auch „Einnuss“).
Zusätzlich zu uns hat sich noch ein Gast für die Spezialität eingefunden. Da er alleine sitzt, fragen wir ob er nicht mit uns zusammen essen mag. Mag er.
Scott ist 28 und kommt aus Sidney (hätte man am Akzent auch erraten). Er macht eine Rundreise durch die Philippinen und Malaysia. Er erzählt uns, dass er in Manila direkt nach seiner Anreise unter Drogen gesetzt und beraubt wurde. So muss er mit nur noch der Hälfte des Geldes auskommen. Armer Kerl. Gut das man uns selbst vor unserer Reise bereits von Manila abgeraten hat. Danke Kathrin!
Zu guter Letzt erzählt uns Scott noch, dass man direkt am „Sunken Cementary“ schnorcheln gehen kann. Das hört sich toll an und das nehmen wir uns für die nächsten Tage vor.
Da wir beschlossen haben doch hier zu bleiben und die nächste Station Sequior ausfallen zu lassen gilt es nun den Bargeldnachschub zu regeln. Ohne Cash geht auf dieser Insel nichts.
In Mambajao, der „Hauptstadt“ der Insel versuchen wir unser Glück. Hier gibt es tatsächlich zwei Banken die auch Geldautomaten anbieten. Leider funktionieren weder Maestro- noch Kreditkarten bei der ersten Bank und wir fahren ein Stück weiter zur nächsten Bank. Auch hier haben wir kein Glück. Da mittlerweile die Banken beide zu haben, wollen wir morgen wiederkommen und direkt in der Bank vorsprechen. Dieser Plan war leider nicht besonders überdacht da Weihnachten ist und selbst Bankangestellte da frei haben. Die Banken öffnen erste wieder am 27. Hmm, ok. Da muss dann wohl ein Alternativplan her.
Abends essen wir in einem kleinen Restaurant am Highway, direkt an der Einfahrt zu unserem Hostel. Das Essen ist eher durchschnittlich aber die Gesellschaft ist dafür mehr als unterdurchschnittlich. Scheinbar trifft sich hier die gesamte deutschsprachige Gemeinde der Insel. Leider macht sie dem Ruf der Deutschen keine Ehre. Biertrinkend und ausfallend grölend sitzen hier dickbäuchige Herren älteren Baujahrs und frönen dem günstigen Bier. Keine Gesellschaft die wir brauchen. Wir entschließen uns nur noch Englisch zu sprechen um nicht mit der Germanen-Sippe in Verbindung gebracht zu werden.
Wir nehmen unseren „Hopfentee“ dann lieber in trauter Zweisamkeit auf unserer Veranda bei Kerzenschein und einem guten Buch ein.

Camiguin – Teil 1

Heute wollen wir unsere neu eroberte Insel etwas erkunden. Dazu braucht es erst mal ein Frühstück und wir lassen uns auf das angebotene Frühstücks unserer Unterkunft ein. Für 120 Pesos (2,40 €) bekommen wir ein tolles Omelette mit Tomaten und Käse und dazu zwei Scheiben des hausgebackenen Brotes! Das erste Mal richtiges Brot seit knapp 2 Wochen. Das übrige Backwerk in den Philippinen ist oft übelst süß und selbst Burger werden auf süßen Brötchen serviert! Igitt! Das Brot hier ist hervorragend und weist schon auf die österreichischen Besitzer des Hostels hin. So gestärkt besteigen wir unsere neugewonnene zweirädrige Freiheit und wollen zuerst die Katibawasan-Falls erobern.
Über den „Highway“, wie hier die Inselrundstraße liebevoll genannt wird nähern wir uns der richtigen Abfahrt, die uns Sunny dankenswerterweise schon gezeigt hatte, und fahren dann in Richtung Landesinnere. Hier kommen wir an paradiesisch schönen Landschaften vorbei. Am Wegesrand könnte man jederzeit Bananen oder Kokosnüsse mitnehmen, gemäß dem Fall man klettert die 20 Meter bis zur Spitze. Alles ist grün, Planzen verschiedenster Art stehen hier wild durcheinander. Zwischen drin immer mal wieder eine Hütte, ein Reisfeld, Kühe oder winkende Menschen. Die Freundlichkeit hier ist unglaublich. Wildfremde Menschen grinsen, freuen sich und winken wenn man vorbei fährt. Zuerst glauben wir die Menschen möchten etwas verkaufen oder um Geld betteln, aber das ist vollkommen falsch. Sunny hat uns erzählt die gängige Begrüßung hier auf Camiguin ist „Hi Friend“, und das bekommt man auch zu spüren.
Nach 4 km landeinwärts haben wir die Wasserfälle erreicht. Wir stellen unser Moped ab und zahlen den Eintritt von 30 Pesos (60 Cent). Da sich die Eintrittspreise echt im Rahmen halten, macht es uns nicht viel aus, diese zu bezahlen.
Kaum treten wir unter den Bäumen hervor, die das Eintrittshäuschen umgeben, ragt das Ende der Schlucht vor uns auf. Die Wassermassen sind jetzt nicht berauschend, aber aus 70 Metern Höhe bietet sich trotzdem ein tolles Schauspiel. Die Felswände sind über und über mit Grün überwachsen und Vögel umschwirren immer wieder den Wasserfall und die Felswände. Unten sammelt sich das Wasser in einem kleinen Becken und schimmert leicht Türkis. Es gibt sogar Umkleidekabinen. Das Drumherum ist zwar etwas zu plump mit viel Beton geformt worden, nimmt aber dem eigentlichen Wasserfall trotzdem nichts.


Vor dem Eingang gibt es einige Stände die verschiedene Snacks anbieten. Darunter am Holzspieß gegrillte Kochbananen und ein dünnes Fladenbrot aus Kartoffeln (Kiping) über das ein recht süßer Sirup gegossen wird. Beides sehr lecker. Derart gestärkt machen wir uns auf zur nächsten Station unseres heutigen Trips, den „Arden Hot Springs“.
Die „Arden Hot Springs“ liegen nur ca. 3 km weit entfernt von unserer Unterkunft. Hier sprudelt ca. 40 °C heißes, schwefelhaltiges Wasser aus der Erde. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt das wir auf einer Insel mit nicht weniger als 7 Vulkanen sind. Am nächsten liegt hier der Vulkan Hibok Hibok, der 1952 das letzte Mal überraschen ausgebrochen ist und damals viele Menschenleben gekostet hat.
Quellen, egal ob heiß oder kalt werden hier oft einfach als öffentliche Schwimmbäder angesehen, und so wird auch hier wieder ein Eintritt von 30 Pesos erhoben. Wochenendes ist dies ein beliebtes Ausflugsziel und wir sehen viele Familien die mit Picknick angereist sind.
Das schwefelhaltige Wasser, das für einige Erkrankungen als sehr heilsam bekannt ist, wird von den Quellen durch verschiedene Becken geleitet. So entstehen 6 oder 7 verschiedene Becken die jeweils eine andere Temperatur haben. Von 40 °C bis hin zu 33 °C kann man wählen. Die Becken selbst sind aus Natursteinen gebaut, die mit Beton verbunden sind. Es wirkt jedoch recht natürlich. Da die Becken direkt in der freien Vegetation stehen sind große Netze über die Becken gespannt, damit fallendes Blattwerk das Badeerlebnis nicht trübt.
Auch hier gibt es wieder Duschen und Umkleidekabinen und so lassen wir uns ein Bad auch nicht nehmen. Das Wasser ist angenehm warm und der Schwefelgeruch fällt kaum auf. Der umgebende Park beherbergt allerlei Pflanzen und die meisten sind sogar mit einem Schild versehen, dass die Art und Gattung beschreibt.
Zum Sonnenuntergang wollen wir zum süd-westlichen Teil der Insel hier liegt der „Sunken Cementary“. Vor langer Zeit lag hier auf einer Landzunge ein Friedhof. Bei einem Vulkanausbruch rutschte die Landzunge ab und versank völlig im Meer. An der Stelle befindet sich heute nur noch ein großes Betonkreuz, dass an das Unglück erinnern soll. Jedes Jahr am Jahrestag des Unglücks werden dort Blumen auf das Meer gestreut.
Da wir etwas zu früh dran sind für den Sonnenuntergang entscheiden wir uns kurzfristig eine Bienenfarm zu erkunden, die ein nur paar Kilometer die Straße runter liegt. Von außen sieht es nicht unbedingt aus wie eine Bienenfarm, aber da wir ohnehin Zeit totzuschlagen haben, kehren wir ein.
Gleich begrüßt uns ein lustig-klingender Europäer und klärt uns worum es sich genau bei dieser Bienenfarm handelt. Er heißt Raphael und stammt ursprünglich aus Belgien. Seit 5 Jahren lebt er nun hier und versucht die Vorteile der Insel zu nutzen um einen nachhaltigen Handel aufzuziehen. Vor 6 Monaten hat er die Gebäude errichtet die wir gerade besuchen. Gebäude ist evtl. etwas zu hochgegriffen: Es sind hier eine große, offene Küche, eine Art Gastraum, Toiletten und eine große Veranda hin zum steinigen Strand und zum Meer hin in einer offenen Bauweise miteinander verbunden. Überall entdeckt man kleine Besonderheiten, wie Muscheln, ein Buch über Jaques Custeau oder ein engl. Teeservice. Das ganze Bauwerk wirkt etwas skurril. Raphael erzählt uns das er die Bienenfarm fast ausschließlich aus Materialien gebaut hat die er am Strand gefunden hat.
Das Hauptgeschäft sind die Bienen, die er aus baltischen und europäischen gekreuzt hat. Er produziert neben Honig auch Propolis, Kapseln aus Gelee Royal und Bienenwachs. Außerdem baut er leckeren Kaffee an. Aber auch um pflanzliche Produkte kümmert er sich. So baut er Kokospalmen an und gewinnt aus dem Saft der Pflanze Kokosblütenzucker. Eine tolle Sache, denn Kokoszucker ist selbst für Diabetiker unbedenklich.
Auch Früchte gehören zur Produktpalette: Aus den Dragonfruits (auch Pitaya genannt) gibt es leckere Shakes. Zusammen mit einer Frucht die Sauersack heißt (gibt’s wirklich, kein Spaß) und Lanzones (dem heimlichen Star der Insel) macht er auch leckere Marmelade, die in dieser Kombination wohl einzigartig sein dürfte. Aus den Früchten kann man aber auch einen leckeren Likör herstellen, wie er uns eindrucksvoll durch eine Kostprobe beweist.
Zu guter Letzt gibt es auch sehr gute Cookies, mit Honig selbstverständlich, und sogenannte „Dragon Hearts“, ein Gebäck mit Drachenfrucht im Teig.
Alles in allem ein tolles Erlebnis! Der ulkige Belgier, eine Wahnsinns Produktpalette und ein etwas skurriler Platz mit direkt davor gelegenem Strand im Sonnenuntergang machen diesen Ort unvergesslich. Jeder der nach Camiguin kommt, sollte hier vorbeischauen.
Nur schweren Herzen können wir uns losreißen und versprechen in zwei Tagen für eine weitere Spezialität, die man vorbestellen muss, noch einmal vorbeizuschauen. Da wir aber den Rest des Sonnenuntergangs beim Sunken Cementery erleben wollen, müssen wir los. Hier ist bereits einiges los, denn es wollen wohl noch mehrere hier den Sonnenuntergang bestaunen. Die Sonne die sich hier ganz in Rot hinter dem großen Betonkreuz ins Meer stützt ist wirklich schön anzusehen. Für ein paar Pesos kann man sich auch auf das Betonkreuz rüber paddeln lassen, aber das erscheint uns zu touristisch, und wir verzichten.
Auf dem Heimweg passieren wir noch das Restaurant Luna, das angeblich die beste Steinofenpizza der Insel haben soll. Diesen Ruf müssen wir selbstverständlich überprüfen. Und was sollen wir sagen? Es stimmt! Zumindest ist die Pizza herausragend gut! Mit 300 Pesos (6 €) ist sie auch für hiesige Verhältnisse recht teuer, aber für heimische Gefilde doch recht günstig. Etwas störend ist nur, dass wir am Straßenrand sitzen und ständig ein paar Kinder Weihnachtslieder vorsingen und dafür eine kleine „Spende“ erwarten. Größtenteils ist das echt süß und nett, aber heute Abend haben wir zwei wirklich lästige Vertreter erwischt.
Bei einem schönen kühlen Bierchen auf der Terrasse vor unserem Cottage lassen wir dann einen erlebnisreichen Tag ausklingen.

Ankunft in Camiguin

In unserem pinkfarbenen Zimmer schlafen wir erst mal gemütlich aus. Die Fähre soll erst um 13 Uhr gehen und Boarding ist erst um 12:30 Uhr. Wir ziehen also erst mal los Frühstück besorgen. Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Geldautomat, denn auf Camiguin soll es davon noch nicht besonders viele geben. Den Geldautomaten finden wir zwar recht schnell, allerdings weigert er sich beharrlich uns Geld zu geben. Auch der schwer bewaffnete Wachmann der hier vor jeder Bank steht kann uns keinen Tipp geben.
Beim Frühstück sind wir erfolgreicher und wir erstehen für ein paar lächerliche Pesos einen ganzen Sack voll leckeren Gebäckstücken. Schließlich müssen wir die 4-Stunden Überfahrt nach Camiguin irgendwie überstehen.
Nachdem wir uns in unserem Zimmer noch etwas ausgeruht haben, machen wir uns auf den Weg zum Terminal. Direkt am Eingang werden wir aufgehalten und man erklärt uns, dass wir die staatliche Terminal-Gebühr entrichten müssen. Ich denk mal wenn das Abzocke wäre hätte man sich mehr als 2 Pesos einfallen lassen und so bezahlen wir die Gebühr. Ca. 20 m weiter erwartet uns dann die nächste Gebühr, die eigentliche Terminal-Gebühr. Diesmal 20 Pesos. Naja, irgendwann werden wir ja auch noch ankommen. Als wir auch diese bezahlt haben, wird unser Gepäck erst mal gründlich durchsucht. Könnte ja sein das wir die Fähre sprengen wollen. Die Durchsuchung ist auch echt gründlich. Ein kleines Manko hat das Sicherheitskonzept trotzdem. Wir werden nämlich überhaupt nicht durchsucht. Am Körper hätten wir alles schmuggeln können. Gott sei Dank sind wir liebe Menschen.
Am Terminal ist es schon echt voll und verdammt heiß und stickig. Glücklicherweise beginnt das Boarding früher und wir schleifen unser Gepäck Richtung Fähre, denn das wird hier nicht eingecheckt wie in Cebu. Der Kahn lässt sich auch nicht wirklich mit der Fähre aus Cebu vergleichen. Hinten gibt es ein kleines Ladedeck, auf das wir mit Sicherheit nicht mehr als 4 Autos gepackt hätten. Wer weiß wie viele hier eingeladen werden? Über dieses Parkdeck gelangen auch wir in die Fähre und begeben uns ins Innere. Wir sind schon in der „besseren“ Klasse gebucht.
Die Deckenhöhe reicht leider nicht um meine ganze Länge, und vor allem nicht meinem Rucksack, der mich noch überragt, unterzubringen. In gebückter Haltung betreten wir also den Passagierraum. Überglücklich ergattern wir Sitzplätze in der ersten Reihe. Die Tatsache, dass sich der Fernseher genau vor uns befindet hat damit wenig zu tun, aber wir haben phänomenale Beinfreiheit und wir können unser Gepäck genau vor uns an die Wand stellen. Erfreut stellen wir fest, dass es hier auch eine Klimaanlage gibt und so versuchen wir uns zurückzulehnen und es zu genießen.
Eine kurze Showeinlage der Crew die singend, lachend und tanzend Weihnachtslieder zum Besten gibt soll wohl den schmalen Lohn aufbessern und so spenden auch wir eine Kleinigkeit. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten was das Fernsehprogramm angeht, entscheidet sich die Crew für „Capitain Phillips“, einen Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle, der die wahre Begebenheit einer Entführung eines Frachters vor der Küste Somalias durch Piraten eindrucksvoll darstellt. So vergehen die vier Stunden Fahrzeit wie im Fluge und der einzige kleine negative Punkt ist, dass die Klimaanlage direkt über mir liegt.
Nach nicht ganz vier Stunden erreichen wir den Hafen und alles drängt sich dem Ausgang entgegen. Mit all dem Gepäck haben wir wenig Chance da mitzuhalten und warten erst mal ab bis sich der erste Ansturm gelegt hat. Im Hafen warten bereits emsige Fahrer die Geschäft wittern. Ein junger Fahrer spricht uns an und einen Nepp erwartend fragen wir nach dem Preis. Nachdem er allerdings nur 150 Pesos (3€) haben will für ca. 15 min Fahrt willigen wir ein und auf seinem Tricycle geht es zu unserer Unterkunft. Unterwegs erzählt uns Sunny, wie unser Fahrer heißt, viel Wissenswertes über die Insel und deren Attraktionen. Er zeigt uns auch immer wieder die Abzweigungen die wir nehmen müssen um die Attraktionen auf eigene Faust erkunden zu können.
In unsere Unterkunft „Jasmin by the Sea“ eingetroffen, können wir direkt noch eines der wenigen Cottages ergattern. Da dies die erste Adresse in jedem Reiseführer ist können wir unser Glück kaum fassen. Das Cottage, eine gemauerte Hütte mit eigenem Bad und schöner überdachter Terrasse vor dem Eingang kostet ganze 500 Pesos (10€) pro Nacht. Zwar gibt es keine Klimaanlage und keinen Fernsehen, aber dafür sind wir ja schließlich auch nicht hier.
Sunny verspricht später noch einmal vorbeizukommen und uns seinen neuen Roller vorbeizubringen, den wir leihen. Das Anwesen liegt direkt an einem schwarzen Lava-Sandstrand und ist mit vielen tropischen Pflanzen eingefasst. Herrlich.
Mit Sunnys Roller erkunden wir dann auch gleich die nähere Umgebung und kehren bei Captain Cook ein, einem kleinen Restaurant was von Franzosen geführt wird und auch vietnamesische Küche bietet.
Wir haben uns jetzt schon ein kleines bisschen in diese Insel verliebt. Morgen werden wir dann einige der Sehenswürdigkeiten anschauen.

Indonesien Trip