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Von Komodo nach Bali

Leider müssen wir heute unsere kleine Kajüte verlassen da wir heute nach Bali zurückfliegen. Gott sei Dank haben wir gleich am ersten Tag ein Ticket gekauft über eine Agentur hier in Labuan Bajo, da anschließend die GSM-Verbindung zur Insel abgerissen ist. Sprich die gesamte Insel hat weder Handynetz noch Internet. Das heisst ebenfalls das man an keinem Geldautomaten etwas bekommt oder nirgends mit Kreditkarte bezahlen kann, da hierfür ebenfalls eine Internetverbindung notwendig ist.

Pünktlich zu unserer Abreise funktionieren die Verbindungen wieder und wir können dankenswerterweise alle Rechnungen bezahlen.

Für 11.00 Uhr haben wir uns einen Fahrer gebucht der uns vom Hotel zum Flughafen bringen soll, da wir um 12:25 fliegen. Leider lässt sich jedoch kein Fahrer blicken. Erst auf eine zweite Anfrage reagiert man mit gelassener Panik (das gibts auch nur hier) und ein Hotelangestellter fährt uns mit einem Mini-LKW, auf dessen Ladefläche wir mit unserem Gepäck platz nehmen, zum Flughafen.
Unterwegs sehen wir das typische Bild von Labua Bajo an uns vorbeiziehen, dreckige Straßen, Tour-Anbieter und unzählige kleine Lädchen in denen immer das gleiche verkauft wird.
Der Flughafen selbst kommt sehr modern und neu daher und der Fahrer lässt uns Luftlinie 30 Meter vor dem Check-In-Schalter raus. Am Eingang prüft ein hochoffiziell-aussehender Mann in Uniform unserer Tickets. Kein Ticket, kein Eintrit!
Der erste Security-Check ist direkt dahinter und ohne den kommt man nicht mal zum Check-in.
Der Check-in verläuft problemlos und nach dem zweiten Check-in gehen wir nach oben in den Wartebereich. Davon gibt es auch nur einen, denn die drei “Gates” sind drei Glastüren, die, ungelogen, ganau 5 m voneinander entfernt sind und in genau die selbe Gangway führen.

Im Wartebereich erleben wir dann auch gleich noch eine Überraschung, Andy, der amerikanische Firefighter von unserem Boot hat den gleichen Flug gebucht, und so plaudern wir noch etwas über die Taucherfahrungen und die Bootsfahrt.
Nach einer Weile kommen zwei Angestellte des Flughafens und verteilen Getränke und Snacks. Als auch wir unsere Ration bekommen, erfahren wir das unser Flug ca 60 min Verspätung hat.
Naja, nicht tragisch, unser Hotel in Bali können wir auch später beziehen.

Mittlerweile hat es draussen angefangen zu regnen. Und mit Regen ist hier Sturm gemeint. Auf der Landebahn peitscht der Regen dermassen, das wir nur noch ca. 30 mm weit sehen können. Wir ahnen Böses.

Eine halbe Stunde später bestätigt sich unser Verdacht dann und man verkündet offiziell das unser Flug gecancelt sei, wegen “technischer Probleme”. Damit bricht natürlich das große Chaos aus und wie eine Tierherde walzt nun alles ins Erdgeschoß zum Check-in. Hier erfahren wir das es heute keinen Flug mehr gibt, und wir nur die Chance hätten auf morgen umzubuchen oder das Geld zurückzuverlangen. Mit beidem ist uns nicht wirklich geholfen, da unser Hotel in Bali schon bezahlt ist.
Beide Optionen können wir wiederum nur im Keller des Gebäudes beim Customer Service erreichen. Also hechten wir gemeinsam mit allen anderen Ticketinhabern in den Keller. Einige haben nämlich sogar Anschlußflüge in Bali, und selbst denen bietet die Fluggesellschaft Kalstar keine andere Option.

An diesem Punkt stellt es sich als überaus vorteilhaft heraus, dass wir in diesem Fall zu dritt agieren können. Ich kann bei einer Fluggesellschaft anfragen während Andy bei einer zweiten anfragt. Ich habe drei Sitze für einen Flug bei Garuda Indonesia direkt am nächsten Morgen, Andy hat drei Sitze in einem Flieger bei WingsAir um 16 Uhr zu bieten, die wir direkt nehmen. Diese müssen jedoch bar erst mal bezahlt werden. Sanna holt in der Zeit Geld vom Automaten und wir sind stolzer Besitzer von drei Tickets.

Damit sind wir jedoch nicht fertig. Das Gepäck ist noch eingecheckt bei der falschen Gesellschaft und wir wollen von Kalstar das Geld ja noch zurück. Also teilen wir uns auf. Ich stehe für die Rückzahlung an, Sanna kümmert sich um das Gepäck und Andy ist Springer.

Sanna braucht die Tickets um in den Abflugbereich zu kommen, anschließend brauche ich die Tickets um das Geld zurückzubekommen. Langsam nähert sich die Check-in Zeit und wir haben weder das Geld zurück, noch haben wir das Gepäck eingecheckt.
Andy versucht immer wieder Infos von allen umstehenden oder offiziellen zu bekommen. Am Schalter der Fluggesellschaft die noch Sitzplatze in der 16 Uhr Maschine hatte ist mittlerweile das System ausgefallen und es kommt zu kleineren Tumulten an deren Schalter. Der 16 Uhr Flug, so hat Andy erfahren, hat ohnehin aber schon 30 Min Verspätung.

In der Schlange für die Rückzahlung bekomme ich mit, das Kalstar nun leider das Bargeld ausgegangen ist und so wird es auch hier hektischer. Immer wieder versuchen Locals die Schlange einfach zu umgehen und stellen sich neben die ersten in der Schlange um sich vorzudrängeln. Keine ungefährliche Sache bei solch einer erhitzten Situation, und so werden sie erst mit scharfen Blicken und anschließend mit lauten Kommentaren auf ihre Plätze verwiesen.

Eine halbe Stunde vor Check-in Schluß haben wir es dann im Team doch geschafft die Rückzahlung zu bekommen und können einchecken. Und so sitzen wir dann nach 2 Stunden ziemlicher Hektik genau da wo wir schon mal gesessen haben. Diesmal jedoch mit einer handgeschriebenen Boardkarte, da das System leider immer noch ausgefallen ist.

Eine Durchsage kündigt an das ein Flug ca. 3 Stunden Verspätung hat. Wir haben leider nicht mitbekommen welcher und befürchten das Schlimmste. Dann erfahren wir aber von der schüchternen Angestellten in gebrochenen Englisch das es sich diesmal um einen anderen Flug handelt. Unser Flug ist jedoch mittlerweile auch noch mal Verspätet. Da wir jetzt ja schlechte Erfahrung damit haben, fragen wir unten im Erdgeschoss mal nach wo denn der Flieger bleigt. Man sagt uns, der Flieger kreise schon über der Insel und schafft es nicht zu landen. Hmm.

Zu allem Übel erzählt uns noch ein Sitznachbar im Wartebereich, ein Tauchlehrer der auf Komodo arbeitet, das der Flughafen nicht für den Nachtbetrieb ausgelegt ist. Da die Landebahn nicht mit genug Lampen ausgestattet ist, könnnen nach Einbruch der Dunkelheit, keine Maschinen mehr landen oder starten. Na toll!

Als es bereits anfängt dunkel zu werden, landet dann die Maschine doch noch. Eine Lautsprecherdurchsage erzählt uns wir sollen uns bereit machen, und der halbe Wartesaal springt auf und läuft zum Gate 2. Als dann endlich alle Passagiere ausgestiegen sind und wir die Gangway runterlaufen regnet es wieder. Aber darauf scheint man hier vorbereitet zu sein.
Am Gebäudeausgang stehen zwei Mitarbeiter der Fluggesellschaft und reichen jedem Fluggast einen aufgespannten Regenschirm, denn wir müssen quer über das Rollfeld laufen. An der Flugzeugtreppe stehen dann noch einmal zwei Mitarbeiter die die Regenschrirme dann wieder entgegennehmen. So kann man es eben auch machen. Als es schon bedrohlich dunkel wird hebt dann unsere Propellermaschine endlich ab und wir fliegen Bali entgegen.

Nach ca 1,5 h Flug landen wir dann auch in Bali, bekommen unser Gepäck und verabschieden uns von Andy. Am Taxi-Schalter bemerken wir dann das das Taxi am Local Terminal nur die Hälfte von dem vom Internationalen Terminal kostet.

Da es mittlerweile 20.00 Uhr ist herrschtin Bali ein reger Verkehr und wir kämpfen uns nur langsam vom Flughafen nach Sanur durch. Unser Hotel liegt in einer hässlichen Seitenstraße, ist aber wirklich schön mit Garten, Pool und großem Zimmer. Es liegt aber auch praktisch in der Straße die direkt runter zur Ablegestelle der Public Boats führt, mit denen wir nach Weihnachten nach Lembongan übersetzen wollen.

Direkt um die Ecke befinden sich auch westliche Annehmlichkeiten wie KFC oder Dunkin Donut, wo wir uns zum Abend hin noch einen Nachtisch gönnen.

Indonesien Trip