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Von Bali nach Kuta, Lombok

Recht hektisch packen wir die letzten Sachen ein. Um 7.00 Uhr sollen wir abgeholt werden und wir müssen noch auschecken. Wie durch ein Wunder stehen wir tatsächlich um 7.00 Uhr vor dem Tor des HomeStays.

Genau 2 Minuten später rauscht auch schon unser Transporter an. Weder Fabrikat noch Modell lassen sich hier eindeutig bestimmen, aber das ist auch nicht nötig. Alle restlichen Sitze des Transporters sind bereits mit Touristen befüllt, die auf einer der Nachbarinseln übersetzen wollen. Unser Gepäck wir unter Missachtung sämtlicher physikalischer Naturgesetze in den mit “wintzig” noch sehr wohlwollend beschriebenen Kofferraum gequetscht. Wir haben dann doch überraschend bequem Platz in der Kutsche.

Durch die überfüllten Straßen Sanurs, die unter der Last des morgendlichen Berufsverkehrs leiden, fahren wir dann raus aus Sanur und Richtung Norden zum Hafen. Nicht nur der Hinduismus, der in Bali sehr verbreitet ist, hat seinen Ursprung in Indien. Die Fahrweise der meisten Fahrer hier ist ebenfalls dort her importiert.

Klare Gesetzmäßigkeiten beim Verhalten sind nicht wirklich zu erkennen. Gefahren wird wo, rein physikalisch gesehen, Platz ist. Da muss auch nicht ausreichend Platz sein, Platz reicht. Die Mittellinie ist nichts weiter als die geometrische Mitte der Fahrbahn, mit Fahrspuren hat das nichts zu tun. Die Hupe wird grundsätzlich benutzt mit dem Hintergrund: “Achtung hier bin ich”! Es gilt sogar als höflich zu hupen wenn man von hinten an ein anderes Fahrzeug heranfährt. Somit sagt man dem Vorausfahrenden nur freundlich das er keine hektischen Fahrmanöver planen soll, man selbst ist schließlich auch noch da.

… aber es funktioniert! Das muss man auch erst mal können. Es gibt so gut wie keine unentspannten oder sogar aggressiven Fahrer wie bei uns. Geschimpft, geflucht oder sonstiges wird nicht. Man hat Verständnis für die Anderen.

Nach ungefähr 90 min kommen wir in dem kleinen Hafenstädtchen an. Wir werden von bestimmt 5 Angestellten der Fährfirma empfangen die uns in die Passagierliste einträgt und uns dann mit Aufklebern auf die verschiedenen Haltestellen aufteilt. Die erste Station ist Lombok, dort werden wir aussteigen. Die nächsten drei Haltestellen sind Gilli Air (die Touristen-Insel), Gilli Meno (die Hochzeits-Insel) und Gilli Travangan (die Party-Insel).

Sehr schön kann man jetzt den jeweiligen Aufklebern den Gestalten zuordnen die zusammen mit uns auf die Ankunft der Fähre warten. Darunter eindeutig erkennbar Partyhungrige, Durchschnitts-Touristen völlig überbräunte Sonnenhungrige und Vollblut-Backpacker die seit mehr als ein paar Monaten unterwegs sind. Lustige Mischung.

Die Fahrt entpuppt sich als recht angenehm. Nach vorherigen Erfahrungen hatten wir schon das schlimmste befürchtet. Die sitze sind bequem, die Luft ist gut, da die Türen offen gelassen werden und die See ist ruhig, so dass auch der Wellengang nicht all zu heftig ist.

In Lombok angekommen überrascht uns der Hafen doch etwas. Statt in Sengigi, wie gedacht, kommen wir ziemlich in der Wallachei an und müssen einen Taxifahrer überreden uns für einen angemessenen Preis, zusammen mit einem Backpacker-Franzosen nach Sengigi fahre, wo dann der Shuttlebus nach Kuta fahren soll.

Erst in Sengigig fragt uns der Taxifahrer, nachdem wir den Franzosen an seinem Hotel abgesetzt hatten, ob er uns für den Buspreis gleich zu unserem Homestay fahren soll. Das ist ein Angebot, das wir gerne annehmen, da wir ehrlich gesagt recht müde sind und wenig Lust haben jetzt noch 90 min auf den Bus zu warten und dann ca. 2 Stunden mit dem Bus weiterzufahren.

Aus dem Autofenster erkennt man sehr gut, dass wir nicht mehr in Bali sind. Die Gegend ist ärmlicher und weniger touristisch. Man sieht weniger Werbung, weniger gut gekleidete Business-Leute auf dem Roller sondern mehr einfach gekleidete Leute ohne Helm oder auch mal eine Wasserbüffelherde die die Straße herunter getrieben wird.

Nach langer anstrengender Fahrt, die jedoch wahrscheinlich immer noch angenehmer war als mit dem Bus, kommen wir in unserem gebuchten Homestay an. Das Bule Homestay liegt etwas außerhalb des kleinen Ortes, besticht aber durch sehr günstige Preise, außerordentlich freundliches Personal und eine makellose Sauberkeit. Sowohl der Garten als auch das Restaurant und die Zimmer werden akkurat in Schuss gehalten und man fühlt sich hier sehr wohl.

Nach einer kleinen Stärkung erkunden wir die nahe gelegenen Strände selbst mit dem Roller. Innerhalb von 20 Minuten mit dem Roller erreicht man hier 3 – 4 Traumstrände der Extraklasse. Weißer bis grauer Korallensand, türkisfarbenes Wasser und kaum eine Menschenseele dort. In Mawun, einem der lokalen Strände von ca 1 km Länge, treffen wir gerade mal 8 Touristen, oder europäisch Aussehende, und ca 10 Einheimische.

Auf der Rückfahrt erleben wir noch ein HIghlight. Nicht einmal 3 Meter vor uns überquert ein echter Komodo-Waran die Straße. Er ist zwar nur 1,5 Meter lang aber es ist der erste echt Komodo-Waran den wir sehen!

Morgen wollen wir die anderen Strände noch erobern gehen.

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Indonesien Trip