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Mit dem Boot nach Komodo

Heute geht es weiter auf unserer Tour. Unser nächstes Ziel ist die Insel Flores im Osten von Indonesien. Generell kann man dort hin fliegen, mit der Fähre oder man fährt mit einem Boot über mehrere Tage und stoppt immer wieder auf verschiedenen Inseln. Genau das haben wir vor. Wir haben bei mehreren Anbietern geschaut und einen günstigen gefunden.
Die Tour geht von Lombok über mehrere kleine Inseln über Pink Beach und über Komodo bis nach Flores. Sogar der Transport zum Hafen ist dabei! Zwar haben wir gelesen das in der Regenzeit ab und zu mal etwas rauhe See sein soll, aber einen echten Explorer schreckt das ja nicht ab!

Morgens um 7.30 Uhr soll es losgehen. Der versprochene Fahrer kommt aber erst mal nicht.
Nach Nachfragen unseres Hotelbesitzers heißt er komme gleich. Um ca. 9.00 Uhr geht es dann auch los. Da der Fahrer aber auch der ist, der uns das Ticket verkauft hat, sollte er ja wissen ob es reicht um pünktlich anzukommen. Die Fahrt führt uns von Kutae, ganz im Süden von Lombok, über die Hauptstadt Mataram und Sengigi bis nach Bangsal im Nordosten von Lombok. Nach ca 2 h haben wir es dann auch dorthin geschafft. Bangsal ist der Haupthafen, denn von hier kommen die Touristen von Lombok auf die Gilli Inseln (Gili Air, Gili Travangan und Gili Meno).

Man erklärt uns das wir mit dem Auto nicht in den Hafen fahren dürften und wir den Rest zu Fuß zurücklegen müssen. Na gut. Mit unseren Rucksäcken auf dem Buckel laufen wir dann ca. 500 m runter zum Hafen, begleitet von unzähligen Transportangeboten von Autos, Bussen und Pferdewagen, die wohl alle glauben das Touristen keine 3 m mit Rucksack laufen können ohne umzufallen.
Angekommen im beschriebenen Café Lombok, treffen wir hier zum ersten Mal auf den Rest der Reisenden und haben noch die Chance auf eine erfrischende Cola.

Nach ca 45 min erklärt uns ein Guide der wie die indonesische Version von Jesus aussieht auf gebrochenem Englisch den Ablauf der Tour. Daraufhin ziehen wir alle gemeinsam los in Richtung unseres neuen Zuhause für die nächsten 4 Tage.

Auf dem Landungssteg wird uns etwas anders! Wir hatten eigentlich ein größeres Schiff erwartet, aber nicht diese Nussschale. Die Barkasse ist knapp 30 m lang und ca 4 m hoch.
Aber jetzt ist es zu spät, es ist bezahlt und wir gehen an Board.
Vorne gibt es einen kleinen Sitzbereich, in der Mitte einen kleinen geschützten Sitzbereich und dahinter die zwei buchbaren Kabinen. Ganz hinten ist die Boardkombüse und die “Toilette”. Oben befindet sich dann das Deck auf dem wir untergebracht sind. Und “untergebracht” trifft es auch ganz gut. Das Deck ist auf der Höhe von ca 80 cm mit einer Plane überspannt, darunter liegen ca. 4 cm “dicke” “Matratzen”. Seitlich ist ebenfalls eine “Ansammlung von Löchern” gespannt, die mit Plane sehr freundlich umschrieben ist. Naja, wir verstauen unsere großen Rucksäcke im Rumpf des Bootes unter einer Luke und unseren kleinen Rucksack auf unserer Schlafunterlage.
Danach versammelt sich alles am vorderen Deck und wir legen ab. Die Sonne scheint, die See ist ruhig und man lernt sich langsam kennen.
Nach kurzer Zeit gibt es auch schon das erste Mittagessen, das auf einer großen Picknickdecke im inneren Sitzbereich auf dem Boden serviert wird. Es gibt gebratenen Reis, Gemüse und Salat. Super lecker.
Leider zieht nach kurzer Zeit einer der, für diese Breiten, typischen Regenschauer auf. Kurz aber extrem heftig. Innerhalb von Minuten prasselt Regen von allen Seiten auf das Schiff ein. Die seitliche Plane erweist sich leider als dermaßen löchrig, das nach den ersten 2 Minuten bereits der gesamte Schlafbereich unter Wasser steht und wir versuchen unser Hab und Gut an der oberen Decke zu befestigen damit zumindest Kameras und elektronisches Equipment nicht nass wird.

Zu allem übel ist mir etwas beim gestrigen Abendessen wohl nicht bekommen und ich kämpfe seit dem Morgen mit Übelkeit. Das geschaukel bei ca 5m Wellen hilft auch nicht unbedingt. Man kommt sich hier vor wie betrunken.

Als es dann um halb sieben dunkel wird verzieht sich alles in die Kojen, da es auf dem Boot auch nur spärlich Licht gibt, das irgendwie nur manchmal funktioniert. Wann genau weis wahrscheinlich nicht einmal die Boots-Crew.

Das Einschlafen fällt extrem schwer bis unmöglich, da alles nass ist und das Boot furchtbar schaukelt. Da wir ein paar Seemeilen abreissen müssen, fahren wir nämlich auch in der Nacht. Auf der Seite schlafen ist komplett unmöglich, da man sämtliche Muskeln anspannen muss um nicht wegzurollen. Auch das improvisierte Kopfkissen aus Handtuch und aufblasbaren Nackenhörnchen aus dem Flugzeug ist nicht unbedingt bequem.

Alles in allem ist die Situation mit “extrem unbequem” noch sehr wohlwollend umschrieben.

Indonesien Trip