Till on Tour.com

Eine Bootsfahrt die ist …

… gar nicht lustig.

Die Nacht war gelinde gesagt unschön. Fast keiner konnte schlafen, da alles nass ist und wir ständig hin- und hergeschunkelt worden sind. Dazu kommt das die “Matratzen” so dünn sind, dass man alle Knochen am nächsten Morgen spürt.
Um 7.00 Uhr werden wir von Eddie, dem einzigen englischsprachigen Mitglied der Crew, geweckt. Wir kriechen unter der Plane hervor und die indonesische Inselwelt zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Strahlend blauer Himmel, angenehm warme Sonne, eine leichte Brise und eine glatte blau-grün schimmernde See.
Zum Frühstück gibt es frische Bananen-Pfannkuchen. Ich probiere allerdings nur, da ich immer noch etwas mit dem Magen kämpfe.

Nach kurzer Zeit naht auch schon unser erster Stopp: Moyo Island. In einer kleinen Bucht ankern wir und es steht das erste mal schwimmen an, und zwar zum Strand. Hier ist das Wasser so seicht, das unser Boot nicht näher an das Ufer kommt.
Am Strand angekommen laufen wir in den wild brüllenden Dschungel zu einem Wasserfall. Der Pfad führt quer durch dichtes Gestrüpp. Was hier vor allem auffällt ist die Geräuschkulisse. Es gibt hier scheinbar eine Zikaden oder Grillenart die dermaßen laut ist, das es fast in den Ohren schmerzt.
Nach 15 min, die wir in Flip-Flops über Stock und Stein und durch seichte Bachläufe waten, kommen wir an dem Wasserfall an. Der ca 30 m hohe Wasserfall hat verschiedene Wasserbecken gebildet in denen man gemütlich baden kann.
Zurück am Strand gehen wir zurück ins Wasser, das hier gar nicht so einfach ist. Der Strand ist gespickt mit scharfkantigem Lavagestein und zurück an Board haben wir ungefähr 6-7 Teilnehmer die Schnittwunden an den Füßen und Beinen vorweisen.

Die nächsten zwei Stunden auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp haben wir genug Zeit die einzeln Teilnehmer kennenzulernen und uns faul in der Sonne zu räkeln. Wir haben eine ganze Gruppe Niederländer an Board, vier Schweden, einen Argentinier, einen Amerikaner, eine Dänin, eine Engländerin, eine Schweizerin und drei Deutsche. Also recht bunt gemischt.
Der nächste Stopp ist zum schwimmen und schnorcheln gedacht. Die Crew verteilt Tauchermasken und schnorchel und ab geht’s in die bute Unterwasserwelt.
Was man genau hier in den Gewässern sehen kann hängt sehr vom Glück des Tauchers / Schnorchlers ab. Wir sehen Schildkröten, Fledermausfische, Papageienfische, Kugelfische, Clownfische und vieles anderes Buntes.

Leider auch Quallen! Es schwimmen tausende kleine Quallen herum die höllisch weh tun wenn man sie berührt. Da sie so klein sind das man sie kaum oder gar nicht sieht, sehen wir zu das wir aus dem Wasser kommen. Zur Behandlung hat die Crew Gott-sei-Dank gleich Kokosnuss-Öl zur Hand.

Den Abend verbringen alle zusammen bei einem Bierchen auf dem Vorderdeck. Einer von uns bemerkt das das Schiff schon zum zweiten mal ohne ersichtlichen Grund dreht. Nach mehrfachen Nachfragen bekommen wir heraus, dass die Steuerungsleine gerissen ist und das Boot nicht mehr steuerungsfähig ist. Und draußen ist es zappenduster.

Nach ca. 15 Minuten und weiteren Kreisen ist dann die Steuerung wieder funktionsfähig und wir können unsere Fahrt in einer geraden Linie fortsetzen. Unser Vertrauen in diese Nussschale ist nicht gerade gewachsen! Trotsdem versuchen wir uns auf die Nacht vorzubereiten. Da wir zu unserem nächsten Halt recht weit haben heisst es mal wieder durch die Nacht zu fahren. Diesmal 17 Stunden!! Das dürfte kaum angenehmer werden als die letzte Nacht!

Indonesien Trip