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Camiguin – Teil 6

Die gestrige Oberflächenpause zwischen den Tauchgängen hat mir, trotz Bewölkung, zu einem wunderschönen Sonnenbrand verholfen. Gott sei Dank ist dieser nicht allzu schlimm, denn heute steht ein weiteres Highlight an.

Für heute steht eine organisierte Fahrt nach Mantigue Island an. Mantigue Island ist die etwas größere der beiden vorgelagerten Inseln vor Camiguin. Wieder mit den Action Geckos fahren wir heute dort hin.

Der Jeepney steht schon vor der Tür als wir mit unserem treuen Roller eintreffen. Zusammen mit sechs anderen satteln wir auf dem Bus-Ersatz auf und machen uns auf zur anderen Seite der Insel. In einem kleinen Hafen halten wir an und Arno bezahlt unsere Überfahrt. Direkt hinter uns fuhr ein sogenanntes „Multi-Cab“, ein Kleinst-Transporter, der die gesamte Tauchausrüstung und den Proviant beinhaltet. Als der Transporter anfängt im Stand wegzurollen, und einer der umstehenden Philippinos darauf aufmerksam macht, wird der Fahrer gleich aktiv. Jedoch zieht er nicht, wie erwartet, die Handbremse an, die ist wahrscheinlich schon lange Geschichte, sondern er stemmt sich gegen das Fahrzeug und greift sich dann einen umherliegenden Stein und schiebt ihn unter das Vorderrad. Tja, andere Länder, andere Sitten. Aber … funktioniert ja auch 😉

Wir werden auf die Boote aufgeteilt, da jedes Boot maximal sechs Passagiere aufnehmen kann neben der zwei Mann Besatzung. Wir sitzen mit Tobi und Andrea, beide aus München, und Arno buchstäblich im gleichen Boot. Das Boot ist ein für die Philippinen sehr typisches Fischerboot. Der Rumpf ist ca. 1 Meter Breit und ca. 6 Meter lang. Darüber hinaus verfügt es über zwei Ausleger aus Bambus, die dem Boot Stabilität bei Wellengang verleiht. Trocken bleibt bei der Überfahrt jedoch trotzdem keiner.

Vor uns nimmt Mantigue Island langsam Gestalt an. Die Insel sieht ungefähr so aus wie ein Poster, das man sich ins Büro hängen würde um von der fernen Südsee zu träumen. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sandstrand, blauer Himmel und auf der Insel Palmen. Ein paar Boote vor dem Sandstrand runden das Bild ab.

Im glasklaren Wasser ausgestiegen, gehen wir zu einer kleinen Palmengruppe. Darunter gibt es mehrere Tische. Hier legen wir unser spärliches Gepäck ab und machen uns für den ersten Tauchgang fertig. Tobi, Andrea, Arno und wir beide bilden die erste Gruppe, die anderen sind erfahrener und werden tiefer tauchen. Mantigue Island ist auch als Turtle Island bekannt, und so ist es nicht weiter verwunderlich das wir direkt beim ersten Tauchgang eine kleine Gruppe Meeresschildkröten sehen. Die Schildkröten bewegen sich absolut grazil und lassen uns überraschend nahe an sich ran, wobei wir immer gebührenden Abstand halten.

Nachdem wir langsam einer flachen Stelle folgend tiefer gegangen sind, tauchen wir jetzt an einer Korallenwand entlang. Überwältigend. Nach etwas über 40 min ist dann wieder Ende und das Boot sammelt uns wieder auf und bringt uns zum Strand zurück.

Hier warten bereits kleine Snacks und Tee und Kaffee auf uns. Im Schatten lässt es sich auch gut aushalten. Als Snack gibt es Bananen und Klebreis in Bananenblätter gewickelt und in Kokosmilch gekocht. Nach der vorgeschriebenen Oberflächenpause, um den Stickstoff abzuatmen, geht es dann zu unserem zweiten Tauchgang.

Auch hier sehen wir wieder allerhand Meeresbewohner. Da kurz vor dem ersten Tauchgang die Sonne rausgekommen ist, ist die Sicht nun auch vorbildlich. Diesmal erkunden wir die Korallenwand von der anderen Seite aus. Nach knapp einer dreiviertel Stunde ist aber auch dieser Tauchgang zu Ende und das Boot wartet schon an der Oberfläche.

Am Strand zurück ist der Tisch schon wieder reichlich gedeckt. Der Koch des Resorts hat uns für den Tag begleitet und in der Zeit, als wir im Wasser waren, fleißig gegrillt. Es gibt gegrilltes Hähnchen, Fisch, Nudeln und Reis die in Bananenblättern zubereitet wird und Salat.

Ich bin normalerweise kein großer Fisch-Fan, aber Leute, der gegrillte Tunfisch ist ungelogen der beste Fisch, den ich jemals gegessen habe. Deswegen esse ich auch gleich drei große Stücke. Als Nachtisch gibt es Bananen und Mangos. Mangos mag ich normalerweise auch nicht besonders, aber diese hier sind richtig saftig und süß.

Zur Verdauung wollen wir um die Insel spazieren. Auf Grund der massiven Ausmaße dauert dies auch nicht mehr als 15 min. Aber diese 15 min lohnen sich außerordentlich. Der weiße Sandstrand, Palmen, der blaue Himmel und das türkisfarbene Wasser ergeben ein traumhaftes Bild.

Auf der Insel leben auch ein paar Familien, allerdings leben sie recht autark, da es hier weder fließende Wasser noch Strom gibt.

Als wir von dem Spaziergang zurück sind, heißt es leider schon Abschied nehmen. Als wir auf das „Festland“, wie Camiguin hier witziger Weise genannt wird, zurückfahren, wird Mantigue immer kleiner.

Als wir nach einer illustren Jeepney-Fahrt ins Resort zurückkommen, begrüßt uns Kaisa, die Geschäftsführerin, mit frisch gemachtem Eistee-Slushie. Herrlich.

Von so vielen Eindrücken müssen wir uns erst einmal erholend. Sanna gönnt sich für diesen Abend noch eine Massage in unserem Hostel, die von unserer Rezeptionistin ausgeführt wird. Wie sich herausstellt ist diese gelernte Masseuse. Bei einem Preis von 300 Pesos (6 €) für 60 min kann man sich auch nicht wirklich beschweren. Da werde ich fast etwas neidisch, dass ich aufgrund meines Sonnenbrandes das erst mal knicken kann.

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