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Panglao Island, Bohol – Teil 3

Nachdem wir nun die Öffnungszeiten der Tarsier Sanctuary kennen, wollen wir heute früher mit dem Motorroller los um uns die kleinen Primaten anzuschauen. Zuerst frühstücken wir aber erst mal. Landestypisch hatten wir am ersten Tag das Philippino-Breakfast bestellt. Man bekommt dann Reis, ein Spiegelei und zwei „Hot Dogs“. Richtige Würstchen gibt es hier nicht, zumindest nicht was wir als Wurst bezeichnen würden. Würste sind hier in eine Rote Plastikhülle gepresste Masse von der Konsistenz von Leberwurst. Von der Plastikhülle befreit brät man diese Masse dann. Optisch ähnelt es einer Wurst auch, geschmacklich liegt es allerdings zwischen undefinierbaren chemischen Rückständen und richtig eklig. Nach dem ersten Fehlversuch bietet man uns allerdings an, zwei Spiegeleier statt der Wurst zu geben. Wunderbar.
So frisch gestärkt schwingen wir uns auf unser treues Zweirad und machen uns erneut auf den Weg nach Corella. Wenn man hier weiß wo man hin muss, geht das viel schneller. So kommen wir bereits 35 min später bei der Sanctuary an. Gerade rechtzeitig, wie sich herausstellt, denn es beginnt leicht zu regnen.
Die Aufzucht-Station ist die größte Ihrer Art und beherbergt ca. 100 Tiere. Das ist leider fast die Hälfte der Weltpopulation dieses kleinen Primaten. Zu der Station gehörten ca. 10 Hektar Wald. Lediglich ein Hektar ist davon für Besucher begehbar, denn die Tiere sind Einzelgänger, recht scheu und nachtaktiv.
Nachdem wir unseren Eintritt von ca. 60 Pesos (ca. 1,20 €) entrichtet haben, stellt man uns gleich einen Guide zur Seite mit dem wir dann ins Gehege gehen. Im dichten Bewuchs, hoher Luftfeuchtigkeit und ein wenig Regen hat man hier das vollkommene Dschungel-Feeling. Fast kann man nachfühlen wie sich Livingston einst gefühlt haben muss. Bewaffnet mit der Kamera und dem Teleobjektiv machen wir uns also auf die „Jagd“. Der Guide zeigt uns bald das erste Tier, das sich schlafend an einen Ast klammert. Ganz ehrlich, ohne Hilfe wären wir alle daran vorbeigelaufen. Die Tiere sind noch kleiner als in unserer Vorstellung und sehr süß. Mit angezogenen Beinchen und sich an den Ast krallend schläft es fröhlich vor sich hin.
Auf diese Weise schleichen wir, für unsere Verhältnisse recht leise, durch das Unterholz und stören dabei doch den ein oder anderen Tarsier, der verschlafen seine Riesenaugen öffnet um mal nach dem Rechten zu sehen. Hiermit soll es dann auch genug sein und wir wollen die Tiere nicht länger stören. Anschließend kommt man in das Besucherzentrum zurück wo man noch einmal auf vielen Plakaten und interaktiven Weisen Fakten und Wissen über die kleinen Primaten vermittelt bekommt.
Alles in allem ein tolles Projekt, das sich in erster Linie dem Schutz der Tiere und nicht dem Tourismus verschrieben hat. Hauptsächlich zu verdanken haben wir das Carlito, der hier auch als der „Tarsier Man“ bekannt ist. Er treibt seit mehr als 20 Jahren die Erforschung der Tiere voran und hat auch diese Station gegründet. Danke an dieser Stelle!
Da es immer noch regnet, inzwischen stärker, beschließen wir in einer der kleinen Hütten neben der Station Platz zu nehmen und etwas zu lesen bevor wir weiterfahren. Dabei treffen wir sogar noch Carlito kurz.
Da der Regen leider nicht besser wird, wollen wir eben im Regen zurückfahren. Wir zaubern die Regencapes hervor, die Sanna in weiser Voraussicht gekauft hatte und fahren wie zwei wehende gelbe Säcke zurück nach Tagbilaran.
Da sich bei diesem Regen nicht wirklich etwas im Freien anstellen lässt, schauen wir uns erneut in der Island City Mall um. Hier überlegen wir erst in den neuen Star Wars Film zu gehen, der glücklicherweise in Englisch gezeigt wird, lassen es jedoch bleiben und genießen einen Kaffee nach internationalem Standard.
Auch die anschließende Heimfahrt ist leider nicht weniger feucht und so fahren wir langsam im strömenden Regen aber trotzdem gut gelaunt nach Hause, schließlich ist Urlaub.
Zuhause angekommen und kurz abgetrocknet überlegen wir was das Abendessen bringen soll und erinnern uns an das gut Grillhähnchen von Ati Athins Chicken. Wir erinnern uns zwar auch an die schreckliche Karaoke von nebenan, aber hauptsächlich an das gute Essen. Das soll es also werden.
Mit dem Roller sind wir auch ruckzuck dort. Leider trifft nur Minuten vor uns, ein ca. 30-köpfige Reisegruppe ein und wir rechnen mit lange Wartezeiten.
Zu unserer Überraschung handelt es sich bei der Reisegruppe um einen Chor, der nicht davor zurückschreckt und ein Auswahl seiner schönsten Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Und die können auch noch singen. So wird uns die nur geringfügig längere Wartezeit durch wohltuende Klänge versüßt.
What a difference a day makes! Erst die wohl schlechteste Karaoke-Darbietung überhaupt und nun akustische Hochgenüsse. Und das alles im gleichen Lokal!
Auch das Essen ist gewohnt lecker, und wir können auf einen tollen Tag zurückblicken.

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