Till on Tour.com

Panglao Island, Bohol – Teil 2

Um die Insel zu erkunden ist ein Fortbewegungsmittel von großem Vorteil. Unser Hotel verleiht kleine Scooter, die wir uns hier zunutze machen. Erst einmal ist der Plan um Panglao zu fahren und die direkte Umgebung zu sichten.
Unser Hotel liegt irgendwo im Nirgendwo und es gibt hier nichts außer ein paar kleinen Kiosken. Okay, Kioske sind das auch nicht wirklich. Viele verdienen sich hier etwas dazu indem sie mit Fahrmöglichkeiten in der Stadt allerlei Getränke, Chips oder Süßigkeiten einkaufen und diese dann in einem mehr oder weniger zusammengenagelten Laden verkaufen. Das kann ein eigener Raum sein, es kann aber auch das Wohnzimmer oder nur der Straßenrand sein. Auch Sprit für den Roller wird hier angeboten. Nicht etwa aus dem Kanister, sondern aus 1-Liter-Cola-Flaschen. Alles in allem ist das aber super praktisch, da man für wirklich wichtige Dinge wie Wasser, Seife oder eben Sprit nie weit fahren oder laufen muss.
Als immer mehr professionelle Läden und Luxus-Hotels am Wegrand auftauchen wird schnell klar, wir sind in Alona Beach angekommen. Hier wimmelt es von diversen Luxus-Wohnstätten, Tauchshops und Bars. Ein kurzer Abstecher an den Strand zeigt aber dass dieser auch nicht wirklich viel schöner ist als unserer. Nur gibt es bei uns wesentlich weniger Touristen und vollkommen überteuerter Bars.
Also heißt es erst mal die Insel weitererkunden. Leider stellt sich die Navigation als etwas schwieriger als gedacht heraus. Karten gibt es hier nämlich nicht und Straßenschilder sucht man ebenfalls vergebens. Entweder man weiß wo man hin muss, oder man braucht es nicht wissen. Dass man da mal falsch abbiegt gehört da eben dazu. Dadurch sieht man aber auch etwas abgelegenere Ecken, die meistens wesentlich interessanter sind als die Hauptstraßen. Unterwegs begegnen einem von der erbärmlichsten Bambushütte bis hin zur dekadenten Luxusvilla, Jegliche Nutztierarten wie Kühe, Ziegen, Schweine und Hühner. Generell findet das Leben hier draußen oder sogar direkt an der Straße statt.
Letztendlich landen wir in der Inselhauptstadt. Hier drehen wir jedoch um, da es langsam beginnt dunkel zu werden und es ist schwer vorstellbar dass die ohnehin schon schwierige Navigation einfacher wird.
Auf dem Heimweg halten wir dann aber doch noch mal kurz für einen Snack an. An einem kleinen Bambus-Stand ist richtig was los. Und wo sich so viele Einheimische tummeln muss es ja was geben was richtig gut ist. Zwei zierliche Philippinas köpfen Kokosnüsse, und mischen das Kokoswasser mit dem Fruchtfleisch und Eiswürfeln. Eine köstliche Erfrischung für schlappe 10 Pesos (20 Cent).

Die Freiheit auf dem motorisierten Zweirad ist hier Gang und Gäbe und gefällt auch uns. Deswegen ziehen wir erneut auf dem Roller los. Heute soll es zu den Tarsiern gehen.
Die Tarsier sind die kleinste existierende Primatenform (ca. 15 cm groß). Sie haben sich ähnlich der Affen entwickelt. Als aber größere und stärkere Affenarten in ihr Territorium kamen, mussten sich die Tarsier auf die nächtliche Jagd verlegen. Deswegen sind ihre Augen auch im Verhältnis zu ihrem restlichen Körper riesig. Ein Auge ist alleine schon größer als ihr Gehirn. Funfact: Nach ihrem Vorbild wurde Meister Joda von Star Wars erschaffen! 😉
Da es hier auf Bohol eine sehr bekannte Auffangstation gibt wollen wir diese besuchen. Also machen wir uns auf den Weg nach Tagbilaran und von dort aus soll es dann nach Corella gehen wo die Auffangstation liegt. Tagbilaran ist nicht unbedingt eine Schönheit, hat jedoch seinen Charme. In der „Innenstadt“ gibt es eigentlich nur eine nennenswerte Straße. Was davon abzweigt wird relativ schnell zu dem was wir bei uns als Feldweg kennen. Auf der einen Spur würde ein reguläres deutsches Auto passen. Nach hiesigen Maßstäben heißt das, da passen locker 4 – 5 Fahrzeuge nebeneinander hin. Denn hier fahren keineswegs nur Autos. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer sind Zweiräder. Das reicht vom Fahrrad, über den kleinen Motorroller bis hin zu richtigen Motorrädern. Neben Autos, von denen nicht sehr viele rumfahren gibt es hier LKWs, Ochsenkarren, selbstgebautes Fortbewegungsmittel und eigentlich alles was man sich vorstellen kann. Die günstige Alternative zu Taxis sind hier die Tricycles. Was in andern asiatischen Ländern als TukTuk bekannt ist, wird hier aus einem Motorrad und einer Art überdachtem Beiwagen zusammengezimmert. Diese Art der Fortbewegung ist zwar nicht so schnell wie Taxis, dafür um einiges günstiger.
IMG_0377Busse sieht man hier eigentlich nicht, die sind für Überlandfahrten reserviert. Den innerörtlichen öffentlichen Verkehr bestreiten neben Taxis und den Tricycles hauptsächlich Jeepneys. Jeepneys kann man sich vorstellen wie ein Jeep an den man hinten noch eine überdachte Ladefläche angeschraubt hat. Darauf sind zwei Sitzbänke auf die je nach Bauart zwischen 6 und 20 Personen Platz finden. Ein Jeepney ist nicht komplett, wenn er nicht vollständig bemalt ist. Ich wette, es gibt nicht zwei Jeepneys die sich auch nur ähnlich sehen. Die Front ist gerne mal mit einem riesigen Mercedes-Stern verziert. Die Seiten sind mit irgendetwas bemalt das der Fahrer gerade cool findet. Das reicht von geistlichen Figuren, wie Jesus, Maria und Co bis hin zu Spiderman oder was Marvel so zu bieten hat. Hauptsache es ist bunt. Praktischerweise steht, irgendwo in der Malerei, auch welche Strecke der Jeepney bestreitet.

Nachdem wir uns durch das dichte Getümmel der Stadt gezwängt haben, einige waghalsige Überholmanöver überlebt haben und dreimal nach dem Weg gefragt haben (auch hier sind Schilder komplette Fehlanzeige) glauben wir uns zumindest in der richtigen Richtung. Bei der Gelegenheit entdecken wir auch die Island City Mall, oder auch kurz nur ICM (wie sie von den Einheimischen genannt wird).
Letztendlich finden wir den Weg nach Corella und kommen prompt 5 Minuten nach der Schließung der Auffangstation an. Hmm die Navigationsprobleme hatten wir nicht einkalkuliert. Auch nicht der Fakt, das die Auffangstation schon um 16 Uhr schließt. Recht früh für eine Station für ein Tier das nachtaktiv ist!
Dann braucht es eben einen Alternativplan. Wir erkunden also die Island City Mall und schauen was so der reichere Mittelstand der Philippinen so angeboten bekommt. Hier findet man nur wenig Unterschied zu unseren Malls. Außer eventuell das die Philippinos Weihnachten noch viel mehr lieben als unsereins. Es MUSS überall Merry Xmas draufstehen, Weihnachtslieder hört man wirklich überall. Und wenn nicht stimmt man gemeinsam eines an und versucht den englischen Text nachzuahmen. Auf der zweiten Etage der Mall steht ein riesen Weihnachtsmann der sich auch noch dreht! Wer hier kein Selfie von sich und dem Rotbemänteltem hat ist einfach nicht in!
In der zweiten Etage gibt es dann eine riesen Bühne auf der St. Nikolaus auf seinem Schlitten dann persönlich zum „Ich-sitze-auf-dem-Schoß-von-Nikolaus-Photo“ bereitsteht. Dazu erklingen wieder Weihnachtslieder. Allerdings kennt man die Original-Versionen auch hier nicht. Dafür aber jede Rock, Pop- und Techno-Version. So viel Weihnachts-Feeling ist uns hier unter Palmen dann doch zu viel.
Auf dem Heimweg kreuzen wir durch glückliche Umstände einen Massagesalon und lassen uns 60 min massieren. Für umgerechnet 6 Euro kann man sich da nicht wirklich beschweren. So entspannt machen wir uns auf die Suche nach einer Gaststätte.
Am Rand der Ringstraße die sich um Panglao zieht, lockt ein Restaurant mit der „Ultimative Philippino Food Experience“! Na das müssen wir ja testen! Die Food-Experience erleben wir in Form eines Buffets. Neben dem obligatorischen Reis gibt es hier Suppe, gebratenes und fritiertes Hähnchen, ein Nudelsalat, und einige Rinder- und Schweinfleischgerichte. Gemüse kommt leider sehr wenig in der philippinischen Küche vor. Das Highlight ist ein komplettes Spanferkel. Der Koch steht mehr als stolz hinter dem gegrillten Tier und verteilt üppige Portionen seines Werkes.
Eine Überraschung bietet sich dann noch in der Form eines Dessert-Buffets. Hier kann man dann auch erfahren was die Philippinen dessert-technisch zu bieten haben. Bananen, Melonen und Mangos hatten wir irgendwie schon erwartet. Wirklich überraschend ist dann aber eine Art Tiramisu aus Mangos, Keksen und Kokosstreusel. Auch eine Art Suppe aus Dosenmilch mit darin schwimmenden Gelee-Würfeln überrascht, allerdings eher negativ.

Indonesien Trip