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Camiguin – Teil 2

Heute ist Weihnachten. So richtig Weihnachtsstimmung will nicht aufkommen angesichts der Palmen und des Sandstrandes. Zumindest nicht bei uns. Die Leute hier können Ihr Weihnachten kaum erwarten. „Merry Christmas“ hört man hier aktuell öfter als „Hi“ oder „Bye bye“. Ein besonderer Spaß scheint es für Kinder zu sein von Haus zu Haus zu ziehen und Weihnachtslieder vorzusingen und dafür einen entsprechenden Obolus zu bekommen. Das ist keineswegs ein Touristen-Nap, diesen Spaß machen hier alle mit und selbst Ladenbesitzer und Privathaushalte geben kräftig. Immerhin ist ja Weihnachten.
Zumindest fast. Für uns ist ja bekanntlich am 24.sten schon der Heilige Abend. In den Philippinen hingegen ist erst um 00:00 Uhr zum 25. Dezember Weihnachten.
Zur Feier des Tages schlafen wir urlaubsgemäß erst mal aus und frühstücken gemütlich. Mimi, unsere Wirtin hier im Hostel, kommt extra für das Frühstück und hat danach frei. Beim letzten Besuch in der Bienenfarm hat uns Raphael erzählt das er spezielle Gerichte nur auf Vorbestellung zubereitet da sie teilweise Fertigungszeiten bis zu 5 Stunden!! haben.
Für heute haben wir uns ein solches Gericht bestellt. Es ist eine frische Kokosnuss, die mit Hühnchen, Gemüse, Curry und Kokosnussmilch gefüllt wird. Das ganze kommt dann für ca. 4 Stunden in den Ofen. Wir sind schon sehr gespannt und fahren so los, dass wir pünktlich um 13 Uhr dort sind. Es ist sonnig und allein die Fahrt zur Bienenfarm über Palmengesäumte Straßen, immer parallel zum Meer ist ein Genuss. Angekommen bestellen wir uns erst mal einen Drachenfrucht-Shake und einen frisch gerösteten Kaffee.
Kurz danach taucht Raphael auf und tischt uns die Delikatesse, die gerade mal 200 Pesos (4 €) kostet, auf. Die Kokosnuss ist noch heiß. Den Deckel abmontiert empfängt uns der angenehme Duft. Das Curry in Verbindung mit der Kokosmilch duftet herrlich. Schmeckt auch keinen Deut schlechter. Der zusätzliche Bonus, beim Essen kratzt man automatisch an der Innenseite der Kokosnuss entlang und mischt so das Fruchtfleisch der Kokosnuss noch unter den Eintopf (oder auch „Einnuss“).
Zusätzlich zu uns hat sich noch ein Gast für die Spezialität eingefunden. Da er alleine sitzt, fragen wir ob er nicht mit uns zusammen essen mag. Mag er.
Scott ist 28 und kommt aus Sidney (hätte man am Akzent auch erraten). Er macht eine Rundreise durch die Philippinen und Malaysia. Er erzählt uns, dass er in Manila direkt nach seiner Anreise unter Drogen gesetzt und beraubt wurde. So muss er mit nur noch der Hälfte des Geldes auskommen. Armer Kerl. Gut das man uns selbst vor unserer Reise bereits von Manila abgeraten hat. Danke Kathrin!
Zu guter Letzt erzählt uns Scott noch, dass man direkt am „Sunken Cementary“ schnorcheln gehen kann. Das hört sich toll an und das nehmen wir uns für die nächsten Tage vor.
Da wir beschlossen haben doch hier zu bleiben und die nächste Station Sequior ausfallen zu lassen gilt es nun den Bargeldnachschub zu regeln. Ohne Cash geht auf dieser Insel nichts.
In Mambajao, der „Hauptstadt“ der Insel versuchen wir unser Glück. Hier gibt es tatsächlich zwei Banken die auch Geldautomaten anbieten. Leider funktionieren weder Maestro- noch Kreditkarten bei der ersten Bank und wir fahren ein Stück weiter zur nächsten Bank. Auch hier haben wir kein Glück. Da mittlerweile die Banken beide zu haben, wollen wir morgen wiederkommen und direkt in der Bank vorsprechen. Dieser Plan war leider nicht besonders überdacht da Weihnachten ist und selbst Bankangestellte da frei haben. Die Banken öffnen erste wieder am 27. Hmm, ok. Da muss dann wohl ein Alternativplan her.
Abends essen wir in einem kleinen Restaurant am Highway, direkt an der Einfahrt zu unserem Hostel. Das Essen ist eher durchschnittlich aber die Gesellschaft ist dafür mehr als unterdurchschnittlich. Scheinbar trifft sich hier die gesamte deutschsprachige Gemeinde der Insel. Leider macht sie dem Ruf der Deutschen keine Ehre. Biertrinkend und ausfallend grölend sitzen hier dickbäuchige Herren älteren Baujahrs und frönen dem günstigen Bier. Keine Gesellschaft die wir brauchen. Wir entschließen uns nur noch Englisch zu sprechen um nicht mit der Germanen-Sippe in Verbindung gebracht zu werden.
Wir nehmen unseren „Hopfentee“ dann lieber in trauter Zweisamkeit auf unserer Veranda bei Kerzenschein und einem guten Buch ein.

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