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Ankunft in Camiguin

In unserem pinkfarbenen Zimmer schlafen wir erst mal gemütlich aus. Die Fähre soll erst um 13 Uhr gehen und Boarding ist erst um 12:30 Uhr. Wir ziehen also erst mal los Frühstück besorgen. Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Geldautomat, denn auf Camiguin soll es davon noch nicht besonders viele geben. Den Geldautomaten finden wir zwar recht schnell, allerdings weigert er sich beharrlich uns Geld zu geben. Auch der schwer bewaffnete Wachmann der hier vor jeder Bank steht kann uns keinen Tipp geben.
Beim Frühstück sind wir erfolgreicher und wir erstehen für ein paar lächerliche Pesos einen ganzen Sack voll leckeren Gebäckstücken. Schließlich müssen wir die 4-Stunden Überfahrt nach Camiguin irgendwie überstehen.
Nachdem wir uns in unserem Zimmer noch etwas ausgeruht haben, machen wir uns auf den Weg zum Terminal. Direkt am Eingang werden wir aufgehalten und man erklärt uns, dass wir die staatliche Terminal-Gebühr entrichten müssen. Ich denk mal wenn das Abzocke wäre hätte man sich mehr als 2 Pesos einfallen lassen und so bezahlen wir die Gebühr. Ca. 20 m weiter erwartet uns dann die nächste Gebühr, die eigentliche Terminal-Gebühr. Diesmal 20 Pesos. Naja, irgendwann werden wir ja auch noch ankommen. Als wir auch diese bezahlt haben, wird unser Gepäck erst mal gründlich durchsucht. Könnte ja sein das wir die Fähre sprengen wollen. Die Durchsuchung ist auch echt gründlich. Ein kleines Manko hat das Sicherheitskonzept trotzdem. Wir werden nämlich überhaupt nicht durchsucht. Am Körper hätten wir alles schmuggeln können. Gott sei Dank sind wir liebe Menschen.
Am Terminal ist es schon echt voll und verdammt heiß und stickig. Glücklicherweise beginnt das Boarding früher und wir schleifen unser Gepäck Richtung Fähre, denn das wird hier nicht eingecheckt wie in Cebu. Der Kahn lässt sich auch nicht wirklich mit der Fähre aus Cebu vergleichen. Hinten gibt es ein kleines Ladedeck, auf das wir mit Sicherheit nicht mehr als 4 Autos gepackt hätten. Wer weiß wie viele hier eingeladen werden? Über dieses Parkdeck gelangen auch wir in die Fähre und begeben uns ins Innere. Wir sind schon in der „besseren“ Klasse gebucht.
Die Deckenhöhe reicht leider nicht um meine ganze Länge, und vor allem nicht meinem Rucksack, der mich noch überragt, unterzubringen. In gebückter Haltung betreten wir also den Passagierraum. Überglücklich ergattern wir Sitzplätze in der ersten Reihe. Die Tatsache, dass sich der Fernseher genau vor uns befindet hat damit wenig zu tun, aber wir haben phänomenale Beinfreiheit und wir können unser Gepäck genau vor uns an die Wand stellen. Erfreut stellen wir fest, dass es hier auch eine Klimaanlage gibt und so versuchen wir uns zurückzulehnen und es zu genießen.
Eine kurze Showeinlage der Crew die singend, lachend und tanzend Weihnachtslieder zum Besten gibt soll wohl den schmalen Lohn aufbessern und so spenden auch wir eine Kleinigkeit. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten was das Fernsehprogramm angeht, entscheidet sich die Crew für „Capitain Phillips“, einen Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle, der die wahre Begebenheit einer Entführung eines Frachters vor der Küste Somalias durch Piraten eindrucksvoll darstellt. So vergehen die vier Stunden Fahrzeit wie im Fluge und der einzige kleine negative Punkt ist, dass die Klimaanlage direkt über mir liegt.
Nach nicht ganz vier Stunden erreichen wir den Hafen und alles drängt sich dem Ausgang entgegen. Mit all dem Gepäck haben wir wenig Chance da mitzuhalten und warten erst mal ab bis sich der erste Ansturm gelegt hat. Im Hafen warten bereits emsige Fahrer die Geschäft wittern. Ein junger Fahrer spricht uns an und einen Nepp erwartend fragen wir nach dem Preis. Nachdem er allerdings nur 150 Pesos (3€) haben will für ca. 15 min Fahrt willigen wir ein und auf seinem Tricycle geht es zu unserer Unterkunft. Unterwegs erzählt uns Sunny, wie unser Fahrer heißt, viel Wissenswertes über die Insel und deren Attraktionen. Er zeigt uns auch immer wieder die Abzweigungen die wir nehmen müssen um die Attraktionen auf eigene Faust erkunden zu können.
In unsere Unterkunft „Jasmin by the Sea“ eingetroffen, können wir direkt noch eines der wenigen Cottages ergattern. Da dies die erste Adresse in jedem Reiseführer ist können wir unser Glück kaum fassen. Das Cottage, eine gemauerte Hütte mit eigenem Bad und schöner überdachter Terrasse vor dem Eingang kostet ganze 500 Pesos (10€) pro Nacht. Zwar gibt es keine Klimaanlage und keinen Fernsehen, aber dafür sind wir ja schließlich auch nicht hier.
Sunny verspricht später noch einmal vorbeizukommen und uns seinen neuen Roller vorbeizubringen, den wir leihen. Das Anwesen liegt direkt an einem schwarzen Lava-Sandstrand und ist mit vielen tropischen Pflanzen eingefasst. Herrlich.
Mit Sunnys Roller erkunden wir dann auch gleich die nähere Umgebung und kehren bei Captain Cook ein, einem kleinen Restaurant was von Franzosen geführt wird und auch vietnamesische Küche bietet.
Wir haben uns jetzt schon ein kleines bisschen in diese Insel verliebt. Morgen werden wir dann einige der Sehenswürdigkeiten anschauen.

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