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Nachtfahrt nach Rishikesh

Die nächste Station soll Rishikesh werden. Bekannt vor allem seit die Beatles hier mal mehrere Monate in einem Ashram verbracht haben ist der kleine Ort ein Mekka für Yoga- und Meditationsfans.
Die einfachste Möglichkeit von Dharamsala aus hinzukommen ist der Nachtbus der einmal täglich fährt. Die Möglichkeit wollen wir nutzen. Leider bekommen wir nur noch die letzten Plätze und schlagen sofort zu. Der Bus ist ein sogenannter Semi-Sleeper, das heißt man kann die Sitze nach hinten umlegen, zumindest ein wenig.
Gegen Abend machen wir uns also zu Fuß auf den Weg zum Busbahnhof. Nach einigem Durchfragen und einem Abstieg in die untere Etage, der nur mit Hilfe von Taschenlampen möglich ist, erreichen wir unseren Bus. Wir verstauen unsere Rucksäcke und steigen ein. Die letzten beiden Plätze zu bekommen heißt, man muss in der letzten Reihe Platz nehmen in der nicht vier, sondern fünf Sitzplätze nebeneinander sind. Leider sind diese Sitze aber von indischen Ingenieuren für Durchschnitts-Inder entworfen worden, deren Ausmaße jeder Europäer bei weitem überschreitet. Wir überschreiten diese Maße noch mal etwas mehr, da wir beide nicht gerade klein sind und nicht unbedingt als Diätfanatiker zu bezeichnen wären.
Im Klartext heißt das, zu zweit nehmen wir in der Breite fast drei Sitze ein und da wo unsere Knie aufhören, hat der vordere Sitz schon lange begonnen: Bequem ist anders.
Wie schon erwähnt lassen sich die Sitze zurücklehnen, NUR leider nicht in der letzten Reihe. Was aber die dreiköpfige Familie auf den beiden Sitzen vor uns nicht daran hindert ihre Sitze mit unseren Knien in eine physikalische nur schwer erklärbare Lage zu bringen. Fenster, heißt in Indien einfach nur die Tatsache das eine Glasscheibe vorhanden ist. Dicht muss diese bei Gott nicht sein. Und so zieht es Fröhlich von allen Seiten, das die Innentemperatur auf knackige 15°C sinken lässt. Heizungen sind in diesen Bussen generell wohl nicht verbaut. Wir vermummen uns also mit allen textilen Vorräten die uns zur Verfügung stehen und versuchen zu schlafen.
Wie erwartet klappt das mit dem schlafen natürlich nicht. Entweder fällt dem Fahrer ein das wir unbedingt eine Tee-Pause brauchen, oder die Familie vor uns hat vergessen das Sitz und Knie nicht zur gleichen Zeit am selben Ort sein können oder der Bus fährt einfach nur in eines der zahlreichen Schlaglöcher, in denen man bequem einen Ost-europäischen Kleinwagen parken könnte, und wir heben dezent von unseren Sitzen ab.
Nur 14 Stunden später sind wir ja auch schon da. Da, das heißt wir stehen auf einer Rollsplitt-Fläche irgendwo außerhalb der Stadt. Sofort nehmen die anwesenden Rikscha-Fahrer die Verhandlungen auf und nennen uns astronomische Preise zu denen sie ins befördern möchten. Als sich noch andere Fahrgäste uns anschließen und sich weitere Rikschas nähern, geht der Preis rasch nach unten und wir kommen so recht günstig in unsere Unterkunft. Das angebotene Zimmer ist zwar recht spartanisch, hat aber eine Hammer-Aussicht und ist mit knapp 5 € für ein Doppelzimmer recht günstig.
Jetzt erst mal die Stadt erkunden. Mit nur einem groben Plan machen wir uns auf dem Weg in die Stadt. Unterwegs entdecken wir eine deutsche Bäckerei und lassen uns erst mal zu einem Frühstück nieder. Anschließend überqueren wir zusammen mit einigen Kühen die Hängebrücke die über den Ganges führt und erkunden die andere Flußseite. Hier reihen sich Yoga-Schule, an Ashram, an Meditationszentren. Alles voll damit. Angefangen hat es wohl damals mit den Beatles, und das dauert bis heute an. Am Flußufer werden wir Zeuge von rituellen Waschungen im Ganges die viele Hindus für sehr wichtig halten. Ehrlich gesagt würden mich keine zehn Pferde in diese Brühe kriegen, da wir schon häufiger mitbekommen haben was da so alles reingeleitet wird. Mit dem Wasser kann man bestimmt erstklassig Holz abbeizen, aber waschen? Nee!
Am Ende wollen wir natürlich auch den berühmten Ashram sehen in denen die Beatles abgestiegen sind und wohl viele Lieder geschrieben haben. Nicht ganz einfach zu finden, laufen wir lange am Ufer entlang, bis wir an die Überreste des Ashrams kommen.
Leider ist der Zugang verwehrt und so können wir das Bauwerk nur von außen betrachten.
Anschließend organisieren wir noch die Weiterfahrt nach Shimla und machen es uns in dem kleinen Gartenrestaurant unseres Guesthouses gemütlich. Nach den Strapazen gönnen wir uns auch mal eine Ayuveda-Massage, die zwar toll ist, deren Wirkung jedoch nur wenige Stunden später durch ein Bett, das über genau 2 cm Matratze verfügt komplett zunichte gemacht wird.

Indonesien Trip