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Höllenfahrt nach Dharamsala

Nachdem mein Magen mich die komplette Nacht wachgehalten hat, war der Morgen wenig angenehm. Im Halbschlaf packen wir unsere Rucksäcke, denn heute soll es weiter nach Dharamsala gehen, bzw. nach McLeod Ganj. Gestern hatten wir uns noch ein Taxi organisiert das uns dahinfahren soll. Ist zwar etwas teurer als eine Bus- oder Zugfahrt, aber heute kommt uns der extra Komfort gerade recht.
Wir schleppen uns also zum Taxistand wo man uns erklärt wir müssen noch eine halbe Stunde warten. Na toll, dafür hab ich mich nach DER Nacht aufgerafft. Wir setzen uns also neben den Taxistand und warten. Wie auch in den letzten Tagen sind wir wieder die Quelle des Amüsements für viele Inder die nach Amritsar gekommen sind sich den goldenen Tempel anzuschauen.
Nach schier endlos erscheinenden 30 Minuten kam der Taxistand-Besitzer und führt uns durch das Gewühl der Stadt zu unserem Fahrer. Dummerweise spricht der Fahrer leider nur ein paar Worte Englisch was die Sache nicht gerade vereinfacht. Naja nicht nachdenken einfach einsteigen und dann nur noch Augen zu und irgendwann ankommen.
Das Auto ist ein Tata Indica, das von der Größe ungefähr einem Ford Fiesta entspricht. Für zwei Leute von über 1,90 m mit zwei großen Rucksäcken nicht gerade üppig, aber naja, keine Ansprüche stellen. Einfach nur noch losfahren.
Zum Start der Fahrt erklärt uns der Fahrer erst mal das er uns gar nicht nach McLeod Ganj fahren kann, da dort gesperrt wäre. Jedenfalls interpretieren wir das aus dem englischen Wortgewürfel das er von sich gibt. An schlafen ist übrigens nicht zu denken, da die Strasse zu ca. 90% aus Schlaglöchern besteht und wir unserem Fahrer nicht verständlich machen können das er bitte das Fenster zu machen soll da es zieht.
Nach einiger Zeit bemerken wir dasweder der Tacho noch irgendwelche anderen Anzeigeinstrumente zu funktionieren scheinen. Was uns daran besorgt ist jedoch das das dem Fahrer Sorgen zu machen scheint. Er hält bei einem Laden an, was entfernt an eine Werkstatt erinnern könnte. Hat jedoch wohl kein Glück. Bei der nächsten “Werkstatt” haben wir wohl mehr Glück. Man versichert uns das es nicht länger als 20 Minuten dauert.
Wie schon befürchtet gibt es in Indien keine Reparatur die nur 20 Minuten dauert, außer evtl. Ein Birnchen tauschen. Nach einer Stunde die wir uns nun mit grummelnden Mägen in der Sonne rumgetrieben haben ging ich nachschauen. In einer ca. 2qm großen Werstatt tummelten sich ungefähr 5 ölverschmierte Mechaniker die die komplett zerlegte Lichtmaschine unseres Gefährts begutachteten. Ohne, ob de das Ding noch mal wieder zusammenbekommen? Überraschenderweise schafften sie dies sogar nur einer weiteren Stunde. Nachdem ich dann die absurde Bitte unseres Fahrers uns an den Reparaturkosten zu beteiligen abgelehnt hatte, ging es dann auch weiter.
Leider Gottes liegt Dharamsala und McLeod Ganj in den Bergen. Das heißt Serpentinen fahren. Kombiniert mit einem ständigen Übelkeitsgefühl und Schlaglöchern in denen man bequem italienische Kleinwagen parken könnte kein angenehmes Fahrgefühl. Langsam wird es auch dunkel, was uns nicht gerade mehr Mut macht, da die Abgründe neben der Strasse immer tiefer werden. Irgendwann passieren wir Dharamsala und die Hoffnung keimt wieder in uns auf, da wir gelesen haben das es von dort aus nur noch 10 km sind.
Wer sagt da er nach Dharamsala will fährt in den meisten Fällen nach McLeod Ganj, denn hier gibt es viele Guesthouses und hier liegt auch der Tempel und der Wohnsitz des Dalai Lama.
Nach den besagten 10 km hält unser Fahrer unverhofft an und verkündet das wir da sind. Peter fiel direkt fast den Abhang hinunter beim aussteigen, da unser Fahrer so nahe am Abhang gehalten hatte das man nur schwer noch um das Auto herum kam. Ich protestierte das wir zu unserem Hotel wollten und nicht in den Wald. Abermals kam ein ziemliches englisches Wortgewürfel von unserem Fahrer das ich diesmal so deutete, das unser Hotel nur 3 Minuten zu Fuß entfernt wäre und das er mit dem Wagen nicht in die Stadt dürfte. So etwas ähnliches meinte er wohl auch.
Keine 5 Minuten später erreichten wir auch das Hotel Green, ein kleines Guesthouse, das von Tibetern geführt wird, und das für die nächsten Tage unser Zuhause darstellt. Leider gibt es auch hier, wie eigentlich nirgends in Indien Heizungen, was bei nächtlichen Temperaturen um die 5 °C nicht unbedingt kuschlig ist.

Indonesien Trip