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Ganz und gar Phnom Phen

Pünktlich um 9.00 Uhr wie verabreded stand Seven vor der Tür und wartete mit seinem TukTuk auf uns. Aus Phnom Phen raus über staubige Straßen, vorbei an tausenden von kleinen Geschäften ging es zu den “Killing Fields”, einen sehr schockierenden aber wichtigen Teil der Geschichte Kambodschas. Zu der Zeit der roten Khmer, hatte der Anführer Pol Pot hier ein Vernichtungslager aufgebaut, um die Bevölkerung von allem was halbwegs denken konnte zu filtern. Selbst Brille zu tragen genügte um hier hergebracht zu werden. Die “Killing Fields” ist eine Anlage an hunderten von Massengräbern wo die hingerichteten verscharrt wurden. Schockierend war vor allem die Methoden mit denen die Leute getötet wurden. Die Details möchte ich jetzt hier nicht erläutern.

Mit recht depressiver Stimmung überlegten wir was wir mit dem Rest des Tages anfangen wollten, denn der Königspalast sollte erst um 14 Uhr wieder seine Pforten öffnen. Einen angebotenen Gang auf die Shooting Range, kann man nach einem Besuch der Killing Fields nicht wirklich machen.

IMGP3041Hier kam Seven mit einer seiner genialen Ideen. Er besucht öfter ein Waisenhaus am RandePhonm Phens das mit der steigenden Flut an Waisenkindern in Kambodscha kaum noch zurecht kommt. Kurzerhand haben wir uns entschlossen einen 50kg-Sack Reis zu kaufen und auf einen kleinen Besuch dort hinzufahren.

Schon beim Eintreffen kamen uns fröhliche Kinder entgegengelaufen. Der Chef stand unseren Fragen bereitwillig Rede und Antwort und führte uns über das Gelände. Nach dem Rundgang und ein paar ernsthaften Gesprächen über mögliche Hilfe, erzählte er uns von dem nächsten Vorhaben eine neues Haus für die Übernachtung der Kinder zu bauen. Die Kinder lernen hier Englisch, Japanisch, den Umgang mit dem Computer und kochen und essen auch gemeinsam hier. Auch eine kleine Mango-Plantage haben die Kinder angepflanzt. Die Übernachtung kann aus Platzgründen leider nur für wenige Kinder übernommen werden.

Die nächsten 2 Stunden verbrachten wir fröhlich mit Bücher vorlesen, Fußballspielen und mitden Kindern zusammen Fotos schiessen. Mit sehr aufgeheiterter Stimmung mussten wir die Kinder dann verlassen.

Zurück am Hotel lud uns Seven für den Abend ein mit ihm und ein paar Freunden in einem traditionell-kambodschanischem Restaurant zu essen. Die Einladung haben wir natürlich gerne an und verabredeten uns.

In der Zwischenzeit schauten wir uns noch den Königspalast an, der zwar sehr imposant ist, wenn man jedoch vorher Angkor Wat und den Königspalast in Bangkok gesehen hat, ist er nicht mehr ganz so beeindruckend.

Abends holte uns Seven ab und wir fuhren zu dem ausgemachten Restaurant. Davor steckte eine komplette Kuh auf einem Spieß und rotierte nicht mehr ganz so fröhlich. (Kein Witz, da war eine komplette Kuh auf dem Spieß!) Wir waren die einzigen Nicht-Kambodschaner in dem ganzen Etablissement und fühlten uns Anfangs etwas fehl am Platze. Seven bestellte fröhlich vor sich hin, von dem wir natürlich kein Wort verstanden. Nach und nach kamen dann abwechselnd neue Freunde und neues Essen. Unter seinen Freunden einige TukTuk-Fahrer, einige Polizisten und Offiziere. Später sprang der halbe Tisch auf um einen älteren Herren zu begrüßen. Dem taten wir gleich und begrüßten ihn fröhlich. Als er gegangen war bekamen wir erzählt das wir gerde dem Gouvaneur die Hand geschüttelt hatten. Ha, Glück muss man haben. Das Essen war sehr aussergewöhnlich und teilweise auch gewöhnungsbedürftig aber hoch interessant. Zuerst gab es Stücke von der rotierenden Kuh, das Stück konnte man sich vorher auch aussuchen, dazu gab es verschiedene Gemüse wie grüne Bananen (mit schale! Sehr bitter) Tomaten oder Gurke. Sehr lecker war ein Mix aus Salz und Pfeffer der mit Limetten-Saft gemischt wird. Weniger lecker war, was die Kambodschaner als Käse bezeichnen, ein leicht bräunlichen flüssigen Mix der mit Erdnüssen und Chilli vermischt wird. Riechen tut das Ganze eher wie Exkremente. (Urgh!)
Anschliessend gab es dann gegrillte Wachtel, natürlich mit Kopf, gebratenen Reis mit Gemüse und Ei und ein paar Knochen wovon das Knochenmark gegessen wird. Dazu gab es zu unserem Übel massenweise Bier. Auch ein paar kambodschanische Trinkspielchen durften da nicht fehlen.
Alles in allem eine tolle Erfahrung mit Menschen aus der Region zusammenzusitzen, zu erzählen und sich auszutauschen.

Morgen soll es dann sehr früh schon nach Vietnam losgehen.

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