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Von Komodo nach Bali

Leider müssen wir heute unsere kleine Kajüte verlassen da wir heute nach Bali zurückfliegen. Gott sei Dank haben wir gleich am ersten Tag ein Ticket gekauft über eine Agentur hier in Labuan Bajo, da anschließend die GSM-Verbindung zur Insel abgerissen ist. Sprich die gesamte Insel hat weder Handynetz noch Internet. Das heisst ebenfalls das man an keinem Geldautomaten etwas bekommt oder nirgends mit Kreditkarte bezahlen kann, da hierfür ebenfalls eine Internetverbindung notwendig ist.

Pünktlich zu unserer Abreise funktionieren die Verbindungen wieder und wir können dankenswerterweise alle Rechnungen bezahlen.

Für 11.00 Uhr haben wir uns einen Fahrer gebucht der uns vom Hotel zum Flughafen bringen soll, da wir um 12:25 fliegen. Leider lässt sich jedoch kein Fahrer blicken. Erst auf eine zweite Anfrage reagiert man mit gelassener Panik (das gibts auch nur hier) und ein Hotelangestellter fährt uns mit einem Mini-LKW, auf dessen Ladefläche wir mit unserem Gepäck platz nehmen, zum Flughafen.
Unterwegs sehen wir das typische Bild von Labua Bajo an uns vorbeiziehen, dreckige Straßen, Tour-Anbieter und unzählige kleine Lädchen in denen immer das gleiche verkauft wird.
Der Flughafen selbst kommt sehr modern und neu daher und der Fahrer lässt uns Luftlinie 30 Meter vor dem Check-In-Schalter raus. Am Eingang prüft ein hochoffiziell-aussehender Mann in Uniform unserer Tickets. Kein Ticket, kein Eintrit!
Der erste Security-Check ist direkt dahinter und ohne den kommt man nicht mal zum Check-in.
Der Check-in verläuft problemlos und nach dem zweiten Check-in gehen wir nach oben in den Wartebereich. Davon gibt es auch nur einen, denn die drei “Gates” sind drei Glastüren, die, ungelogen, ganau 5 m voneinander entfernt sind und in genau die selbe Gangway führen.

Im Wartebereich erleben wir dann auch gleich noch eine Überraschung, Andy, der amerikanische Firefighter von unserem Boot hat den gleichen Flug gebucht, und so plaudern wir noch etwas über die Taucherfahrungen und die Bootsfahrt.
Nach einer Weile kommen zwei Angestellte des Flughafens und verteilen Getränke und Snacks. Als auch wir unsere Ration bekommen, erfahren wir das unser Flug ca 60 min Verspätung hat.
Naja, nicht tragisch, unser Hotel in Bali können wir auch später beziehen.

Mittlerweile hat es draussen angefangen zu regnen. Und mit Regen ist hier Sturm gemeint. Auf der Landebahn peitscht der Regen dermassen, das wir nur noch ca. 30 mm weit sehen können. Wir ahnen Böses.

Eine halbe Stunde später bestätigt sich unser Verdacht dann und man verkündet offiziell das unser Flug gecancelt sei, wegen “technischer Probleme”. Damit bricht natürlich das große Chaos aus und wie eine Tierherde walzt nun alles ins Erdgeschoß zum Check-in. Hier erfahren wir das es heute keinen Flug mehr gibt, und wir nur die Chance hätten auf morgen umzubuchen oder das Geld zurückzuverlangen. Mit beidem ist uns nicht wirklich geholfen, da unser Hotel in Bali schon bezahlt ist.
Beide Optionen können wir wiederum nur im Keller des Gebäudes beim Customer Service erreichen. Also hechten wir gemeinsam mit allen anderen Ticketinhabern in den Keller. Einige haben nämlich sogar Anschlußflüge in Bali, und selbst denen bietet die Fluggesellschaft Kalstar keine andere Option.

An diesem Punkt stellt es sich als überaus vorteilhaft heraus, dass wir in diesem Fall zu dritt agieren können. Ich kann bei einer Fluggesellschaft anfragen während Andy bei einer zweiten anfragt. Ich habe drei Sitze für einen Flug bei Garuda Indonesia direkt am nächsten Morgen, Andy hat drei Sitze in einem Flieger bei WingsAir um 16 Uhr zu bieten, die wir direkt nehmen. Diese müssen jedoch bar erst mal bezahlt werden. Sanna holt in der Zeit Geld vom Automaten und wir sind stolzer Besitzer von drei Tickets.

Damit sind wir jedoch nicht fertig. Das Gepäck ist noch eingecheckt bei der falschen Gesellschaft und wir wollen von Kalstar das Geld ja noch zurück. Also teilen wir uns auf. Ich stehe für die Rückzahlung an, Sanna kümmert sich um das Gepäck und Andy ist Springer.

Sanna braucht die Tickets um in den Abflugbereich zu kommen, anschließend brauche ich die Tickets um das Geld zurückzubekommen. Langsam nähert sich die Check-in Zeit und wir haben weder das Geld zurück, noch haben wir das Gepäck eingecheckt.
Andy versucht immer wieder Infos von allen umstehenden oder offiziellen zu bekommen. Am Schalter der Fluggesellschaft die noch Sitzplatze in der 16 Uhr Maschine hatte ist mittlerweile das System ausgefallen und es kommt zu kleineren Tumulten an deren Schalter. Der 16 Uhr Flug, so hat Andy erfahren, hat ohnehin aber schon 30 Min Verspätung.

In der Schlange für die Rückzahlung bekomme ich mit, das Kalstar nun leider das Bargeld ausgegangen ist und so wird es auch hier hektischer. Immer wieder versuchen Locals die Schlange einfach zu umgehen und stellen sich neben die ersten in der Schlange um sich vorzudrängeln. Keine ungefährliche Sache bei solch einer erhitzten Situation, und so werden sie erst mit scharfen Blicken und anschließend mit lauten Kommentaren auf ihre Plätze verwiesen.

Eine halbe Stunde vor Check-in Schluß haben wir es dann im Team doch geschafft die Rückzahlung zu bekommen und können einchecken. Und so sitzen wir dann nach 2 Stunden ziemlicher Hektik genau da wo wir schon mal gesessen haben. Diesmal jedoch mit einer handgeschriebenen Boardkarte, da das System leider immer noch ausgefallen ist.

Eine Durchsage kündigt an das ein Flug ca. 3 Stunden Verspätung hat. Wir haben leider nicht mitbekommen welcher und befürchten das Schlimmste. Dann erfahren wir aber von der schüchternen Angestellten in gebrochenen Englisch das es sich diesmal um einen anderen Flug handelt. Unser Flug ist jedoch mittlerweile auch noch mal Verspätet. Da wir jetzt ja schlechte Erfahrung damit haben, fragen wir unten im Erdgeschoss mal nach wo denn der Flieger bleigt. Man sagt uns, der Flieger kreise schon über der Insel und schafft es nicht zu landen. Hmm.

Zu allem Übel erzählt uns noch ein Sitznachbar im Wartebereich, ein Tauchlehrer der auf Komodo arbeitet, das der Flughafen nicht für den Nachtbetrieb ausgelegt ist. Da die Landebahn nicht mit genug Lampen ausgestattet ist, könnnen nach Einbruch der Dunkelheit, keine Maschinen mehr landen oder starten. Na toll!

Als es bereits anfängt dunkel zu werden, landet dann die Maschine doch noch. Eine Lautsprecherdurchsage erzählt uns wir sollen uns bereit machen, und der halbe Wartesaal springt auf und läuft zum Gate 2. Als dann endlich alle Passagiere ausgestiegen sind und wir die Gangway runterlaufen regnet es wieder. Aber darauf scheint man hier vorbereitet zu sein.
Am Gebäudeausgang stehen zwei Mitarbeiter der Fluggesellschaft und reichen jedem Fluggast einen aufgespannten Regenschirm, denn wir müssen quer über das Rollfeld laufen. An der Flugzeugtreppe stehen dann noch einmal zwei Mitarbeiter die die Regenschrirme dann wieder entgegennehmen. So kann man es eben auch machen. Als es schon bedrohlich dunkel wird hebt dann unsere Propellermaschine endlich ab und wir fliegen Bali entgegen.

Nach ca 1,5 h Flug landen wir dann auch in Bali, bekommen unser Gepäck und verabschieden uns von Andy. Am Taxi-Schalter bemerken wir dann das das Taxi am Local Terminal nur die Hälfte von dem vom Internationalen Terminal kostet.

Da es mittlerweile 20.00 Uhr ist herrschtin Bali ein reger Verkehr und wir kämpfen uns nur langsam vom Flughafen nach Sanur durch. Unser Hotel liegt in einer hässlichen Seitenstraße, ist aber wirklich schön mit Garten, Pool und großem Zimmer. Es liegt aber auch praktisch in der Straße die direkt runter zur Ablegestelle der Public Boats führt, mit denen wir nach Weihnachten nach Lembongan übersetzen wollen.

Direkt um die Ecke befinden sich auch westliche Annehmlichkeiten wie KFC oder Dunkin Donut, wo wir uns zum Abend hin noch einen Nachtisch gönnen.

Tauchen in Komodo

Nachdem wir gestern viel geschlafen haben und versucht haben die Strapazen der letzten Tage wieder loszuwerden, steht heute Tauchen auf dem Programm.

Da die letzten Tagen das Wetter nicht so richtig toll war hoffen wir das es heute mitspielt und wir eine tolle Fahrt haben. Um bessere Chancen zu haben, will unsere Tauchbasis (Uber Diving) nach Padar rausfahren, da dort mit besseren Konditionen zu rechnen ist. Padar ist etwas weiter von Labuan Bajo weg und daher sind wir bereits um 6:45 Uhr in der Basis.

Nach einem gemeinsamen Gänsemarsch zum Hafen entern wir die “Karina”, unser Boot für den heutigen Tag. Zu unserer Erleichterung wirkt das Boot um gefühlte 100 Klassen angenehmer als unser letztes und verfügt über ein Sonnendeck, Sitzsäcke auf dem Vorderdeck, einen festgeschraubten! Tisch und einen eigenen Koch. Schon am Vortrag sollten wir bei der Anmeldung angeben ob wir besondere Essensgewohnheiten pflegen auf die sie Rücksicht nehmen müssen. Wir sind gespannt.

Mit uns an Board sind zwei Belgier, zwei weitere Deutsche, zwei Iren aus Australien, und zwei Amerikaner, insgesamt eine lustige Truppe.

Nachdem unsere drei Guides, Faustina aus Frankreich, Mike aus Kanada und Valentino aus Indonesien sich vorgestellt und die wichtigsten Bootsregeln erklärt haben, legen wir ab und es gibt erst mal Frühstück: Frisch, an Board, hergestellte Donuts und frische Früchte wie Bananen und Wassermelone.

Nach 30 min ruhiger Fahrt kommen wir an unserem ersten Tauchspot an: Secret Garden. Ein kleiner aus dem Meer ragender Fels entpuppt sich unter der Oberfläche als Korallengarten. Hier machen wir auch direkt unserern ersten DeepDive. Bis auf 30 m geht es diesmal nach unten. Valentino unser Tauchguide hat auch einige Experimente dabei. Die Chilli-Schote, die an Board noch feuerrot geleuchtet hat, wirkt auf 30m Tiefe, noch dunkelblau durch den Verlust der roten Farbe hier unten.
Das mitgebrachte Ei wird vorsichtig geöffnet. Das Eigelb schwebt als gelblicher Ball umher und lässt sich aufgrund des erhöhten Drucks wie ein Tischtennisball umherschubsen.

Zurück an Board geht es zu unserem zweiten Tauchspot: Three sisters.
Hier stehen kurz unter der Wasseroberfläche drei große Steinsäulen über und über mit Korallen besetzt nuur die Strömung macht uns etwas zu schaffen und beim Auftauchen muss uns der Tauchguide festhalten, damit wir nicht hinfortschwimmen.

Wieder auf dem Boot freuen wir uns auf den dritten Tauchgang und relaxen am Tisch oder im vorderen Bereich des Schiffes.
Leider macht uns das Wetter hier aber einen Strich durch die Rechnung und der Seegang wird immer rauer. Die Wellen schlagen mittlerweile mehrere Meter hoch.
Die beiden Amerikaner liegen im vorderen Bereich und sind wohl eingeschlafen. Als einer der beiden wach wird und die Augen aufschlägt sieht er gerade noch eine ca. 10 m hohe Welle über das Boot hereinbrechen. Das Boot verlangsamt die Fahrt und wir kämpfen uns durch eine Welle nach der anderen. Einige sind bereits damit beschäftigt das Wasser, das sich mittlerweile an Board gesammelt hat, mit kleinen Eimern wieder zurück ins Meer zu schöpfen.
Gott sei Dank beruhigt sich die See wieder recht schnell und wir können etwas ruhiger weiterfahren.
Später haben wir erfahren das andere Tauchboote nach ca 45 min, vor dem ersten Tauchgang, abgebrochen haben, oder erst gar nicht den Hafen verlassen haben.

Trotz allem schaffen wir es aber zu einem dritten Tauchspot. Es ist nicht der geplante, da dieser unter den aktuellen Umständen zu gefährlich wäre, sondern ein neuer, an dem die Tauchguides selbst noch nicht waren:Pungu.

Hier werden wir also einen “exploratory dive” machen, sprich wir wissen nicht wirklich was uns erwartet. Unter Wasser merken wir gleich das hier eine ziemlich heftige Strömung herrscht, aber wir sehen Schildkröten, Seesterne und Moränen.

Ein Teil der Teilnehmer hat den dritten Tauchgang schon sein lassen und wirkt sichtlich erleichtert als wir zurück an Land sind und wieder festen Boden unter den Füssen haben.

Zu einem guten Abschluss haben wir noch ein kleines Restaurant gegenüber unseres Hotels empfohlen bekommen: Warung Mama. Warung bedeutet so etwas wie “kleines Restaurant” oder “Bistro”. Hier soll vor allem das “Rendang” sehr gut sein.
Rendang sind Rindfleischstücke sehr lange in Kokosmilch und einer Gewürzmischung gekocht.
Das Resaurant wirkt sehr einfach, aus Bambus zusammengebaut, aber die Angestellten sind sehr freundlich und es ist erstaunlich günstig.
Das Essen schmeckt herrlich, und man hat wirklich den Eindruck das wäre direkt vom Essenstisch einer ganz normalen indonesischen Familie.

Auf dem Boot nach Komodo – Tag 4

Diese Nacht war auch nicht unbedingt weich gebettet, aber um einiges besser als die

Letzten! Die Knochen tun von den letzten Nächten natürlich eh schon weh. Mit zumindest etwas Schlaf in den Knochen bemerken wir das der Kapitän den Motor um ca 6 Uhr Morgends angeworfen hat und losgefahren ist.

Wie wir gestern beschlossen haben, fahren wir nicht in das Reservat auf Komodo selbst, .sondern in das Waran-Reservat auf Rinca Island. Die Komodo-Warane leben ausschließlich im Komodo National Park. Dieser erschließt sich allerdings über mehrere Inseln hier.

Als wir auf Rinca Island ankommen ziehen wir das erste Mal feste Wanderschuhe an, da eine handfeste Wanderung von ca. 2 Stunden an. Durch ein großes Steintor das von zwei noch größeren Waran-Statuen flankiert wird betreten wir den Nationalpark. Wir werden in zwei Gruppen zu je 10 Personen aufgeteilt und jede Gruppe bekommt zwei Nationalpark-Wärter zugeteilt die mit langen Holzstangen bewaffnet sind, die oben Y-förmig auseinander gehen. Das ist also unsere komplette Verteidigung wenn sich eines dieser bis zu 3m-langen und 50 Jahre alten Tiere entschließen sollte uns zu attakieren. OK.

Gleich im Besucherzentrum, das aus einem kleinen Kiosk, Toiletten und den Behausungen der Wärter besteht dackelt uns der erste Komodo-Waran gemütlich über den Weg ohne groß Notiz von uns zunehmen. Schließlich ist auch er hier zuhause, nicht wir. Wir laufen los.

Durch das Dickicht kämpfen wir uns immer weiter Richtung Anhöhe vor. Nach ca 10 Minuten sitzt auch schon der erste Komodo-Waran in freier Wildbahn am Rand des Weges und beäugt uns argwöhnisch. Seine lange Zunge scheint uns zu wittern und er zieht über den Weg in das nahegelegene Gestrüpp ohne uns aus den Augen zu lassen. Das war ohnehin ein recht kleines Exemplar, kaum älter als fünf Jahre.

Als nächstes Begegnen wir dem Mittagessen, also nicht unserem, sondern dem der Komodo-Warane. Nur 15 m neben dem Weg steht ein ausgewachsener Wasserbüffel und grast. Als er uns bemerkt zieht er sich hinter ein paar Büsche unter einen Baum zurück. Die Guides erzählen uns das Warand diese Tiere einkesseln, beissen und dann bis zu drei Wochen warten bis die Büffel an den Infektionen sterben, die das Gift und die Bakterien im Maul der Warane, verursachen. Anschließend teilen sich 20 bis 30 Warane die Beute.Wir nennen den Büffel Johnny, wünschen ihm alles Gute und ziehen weiter.

Nicht viel später deutet unser Guide auf einen kleinen Felsen, auf dem dichte Büsche wachsen. Hier liegt ein echtes Prachtexemplar im Schatten und chillt. Der Waran ist ein Männchen und hat knappe drei Meter an Länge. Seine Augen behalten uns stehts im Blick und er bewegt sich nicht mehr als notwendig. Seine Haut besteht aus unzähligen hornartigen Dornen und es wirkt als wäre er schon immer da gewesen. Wunderschön!

Als wir auf dem Gipfel ankommen schauen wir uns um und erblicken was, wer auch immer Jurassic Park geschrieben hat, gesehen haben muss. Eine riesige Insel, gespickt mit großen Palmen, auf der tatsächlich Dinosaurier leben! Auch die Optik erinnert an die Szene als die Archeologen zum ersten mal die Tiere auf der weiten Fläche entdecken. Es wirkt total sureal.

Auf der restlichen Tour begegnen wir einigen Affen und glücklicherweise keiner der drei Schlangenarten vor der wir gewarnt wurden (Grüne Baumschlange, Sprühende Kobra und Klapperschlange).

Als wir an dem Nest der Warane ankommen und der Guide uns gerade erklärt das die Nester ständig über eine Kamera überwacht werden und trotzdem noch nie einer einen Baby-Waran hat schlüpfen sehen in den letzten 30 Jahren, schlleicht sich Mama-Waran aus dem Dickicht heran. Sie untersucht einige der Löcher in der evtl. Eier liegen und wir können sie ganz aus der Nähe beobachten und fotografieren.

Kurz vor dem Dorf liegen dann noch einmal fünf oder sechs Tiere die sich jedoch sichtlich gestört fühlen als wir des Weges kommen. Gerade als wir die Tiere fotografieren, erhebt sich eines der Männchen ruckartig und bewegt sich in unsere Richtung. Einige unserer Gruppe springen auf und bewegen sich schleunigst weg. Der Wärter und sein Holz haben jedoch alles im Griff. Alles in allem ein aufregendes Erlebnis!

Zurück auf dem Boot, gestärkt durch ein leckeres aber sehr scharfes Mittagessen (Ich glaube die restlichen Chillies mussten wohl weg) halten wir dann bei unsererm letzten Stopp für diese Reise: Kelor Island.
Hier schnorcheln wir noch einmal und genießen das türkisfarbene Wasser, den weißen Sandstrand. Nach vier Tagen ohne zu duschen mit 20 Personen auf dem Boot sehnen wir uns überaus nach einer Dusche.

Gegen vier Uhr kommen wir dann in unserem Zielhafen Labua Bajo an. ENDLICH!

Da wir noch keine Unterkunft haben, ziehen wir direkt los und folgen einer Empfehlung von Eddie: Le Pirat.
Die Unterkunft ist zwar nicht gerade günstig, aber nach vier Tagen auf See sehnen wir uns dermaßen nach einem bequemen Bett und einer Dusche, das der Preis hier keine große Rolle mehr spielt. Wir beziehen unsere kleine Kajüte und holen das restliche Gepäck vom Boot.

Nach einer Dusche die mehr als nötig war, buchen wir uns noch einen Flug zurück nach Bali, da wir nach der ansrtengenden Schiffsfahrt den letzten Teil bis nach Ende gestrichen haben.
Die 16-stündige Fahrt in einem, wahrscheinlich zu kleinem Bus, würden wir wohl nicht mehr überleben 😉

Da man in Labua Bajo hauptsächlich tauchen kann suchen auch wir uns einen Anbieter. Im Laden der unser Flugticket bucht bekommen wir den Laden auf der gegenüberliegenden Seite empfohlen: Uber Diving. Hier haben sich einige Spanier, Schweden und Kanadier zusammengetan und betreiben einen kleinen aber feinen Tauchshop. Hier buchen wir für den übernächsten Tag eine eintägige Tauchfahrt mit einem Boot. Vorher lassen wir uns aber Bilder von dem Boot zeigen. Obwohl, schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden.

Auf dem Boot nach Komodo – Tag 3

Ok, wenn ich geschrieben habe das die erste Nacht furchtbar war, hatte ich noch keine Ahnung was uns in der zweiten Nacht erwarten sollte!

In der Nacht war dermaßen Sturm das ich so gut wie gar nicht geschlafen habe. Durch den Seegang bin ich ungefähr drei oder viermal dermaßen von meiner “Matratze” abgehoben und herumgewirbelt worden, das ich meinen Nachbarn, einen ziemlich erschreckten Niederländer, von seiner Schlafunterlage geschossen habe. An eine Seitenlage gar überhaupt nicht zu denken, da man dort sämtliche Anstrengungen brauchte um in dieser Situation zu bleiben. Und selbst in der Rückenlage ging es öfter mal nach oben, links oder rechts. Mein einziger Gedanke in dieser Nacht war: Mach das es Morgen wird und wir uns ablenken können!

Zum Glück ist die Nacht irgendwann rum und wir kommen in Laba Island, unserem ersten Stopp für den heutigen Tag an. Nach dem Frühstück, heute gibt es Ananas-Pfannkuchen, macht sich die Truppe fertig für einen kurzen Tripp zu dem Gipfel, der die Bucht überschaut.

Da ich nur wenig gegessen habe in den letzten drei Tagen, setze ich diesen Tripp aus und sehe der Crew dabei zu, wie sie am Strand Muscheln für deren Abendessen sucht. Als die anderen Teilnehmer von dem Tripp in der prallen Sonne zurückkommen ist ein kühles Bad in der Bucht angesagt.

Nach nur einen weiteren Stunde Fahrt kommen wir an unserem nächsten Stopp an, der diesmal mitten auf hoher See liegt: Manta Point! Diese Stelle ist bekannt dafür das hier viele Mantas in dem seichten Wasser kreisen. Wir packen uns die Schnorchel, die GoPro und ab ins Wasser. Nach nur wenigen Metern haben wir sie auch schon entdeckt. Königlich gleiten die anmutigen Tiere in ein paar Metern Tiefe lautlos über die Korallen-Landschaft. Den Größten schätzen wir auf ca. 5 m Spannweite. Leider können wir aufgrund der fehlenden Tauchausrüstung nur von der Oberfläche aus beobachten.

Als wir wieder aufbrechen wollen bemerken wir erst nachdem wir volle Fahrt aufgenommen haben, dass wir die Engländerin noch vermissen und drehen beschämt um um sie aufzusammeln.

Der dritte Stopp für heute ist Pink Beach (oder auch Red Beach genannt). Aufgrund der besonderen Gegebenheiten hier ist der Strand, der schon auf Komodo Island liegt, rot bzw. rosa eingefärbt. Der Grund hierfür sind kleinste Teilchen von roten Korallen die sich unter den Sand mischen. Der Sand hier ist besonders fein und das Wasser türkisblau. Hier gibt es auch wieder eine bunte Unterwasserwelt und wir entdecken die tollsten Fische und eine Schildkröte beim Schnorcheln.
Zurück an Board sehen wir auch einen Schwarm an fliegenden Fischen und einen Weißkopf-Seeadler der wahrscheinlich auf genau diese fliegenden Fische aus ist.

Zwar sind wir bereits auf Komodo Island, den Besuch der berühmten Komodo-Warane heben wir uns jedoch für den kommenden Tag auf.
Wir ankern in einer nahegelegenen Bucht für die Nacht. Ja, zum ersten Mal fahren wir die Nacht nicht durch, sondern liegen geschützt in einer Bucht, ohne Seegang und ohne Motorengeräusch!

Da dies unser letzter Abend ist, setzen wir uns nach dem Abendessen alle auf dem Vorderdeck zusammen und trinken gemeinsam ein paar Bierchen. Andy, der amerikanische Feuerwehrmann, hat eine Box dabei und einer der Niederländer ein iPad mit einiges an Musik darauf. So spielen wir einen Hit nach dem anderen und singen lauthals mit bis in die tiefe Nacht.

Eine Bootsfahrt die ist …

… gar nicht lustig.

Die Nacht war gelinde gesagt unschön. Fast keiner konnte schlafen, da alles nass ist und wir ständig hin- und hergeschunkelt worden sind. Dazu kommt das die “Matratzen” so dünn sind, dass man alle Knochen am nächsten Morgen spürt.
Um 7.00 Uhr werden wir von Eddie, dem einzigen englischsprachigen Mitglied der Crew, geweckt. Wir kriechen unter der Plane hervor und die indonesische Inselwelt zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Strahlend blauer Himmel, angenehm warme Sonne, eine leichte Brise und eine glatte blau-grün schimmernde See.
Zum Frühstück gibt es frische Bananen-Pfannkuchen. Ich probiere allerdings nur, da ich immer noch etwas mit dem Magen kämpfe.

Nach kurzer Zeit naht auch schon unser erster Stopp: Moyo Island. In einer kleinen Bucht ankern wir und es steht das erste mal schwimmen an, und zwar zum Strand. Hier ist das Wasser so seicht, das unser Boot nicht näher an das Ufer kommt.
Am Strand angekommen laufen wir in den wild brüllenden Dschungel zu einem Wasserfall. Der Pfad führt quer durch dichtes Gestrüpp. Was hier vor allem auffällt ist die Geräuschkulisse. Es gibt hier scheinbar eine Zikaden oder Grillenart die dermaßen laut ist, das es fast in den Ohren schmerzt.
Nach 15 min, die wir in Flip-Flops über Stock und Stein und durch seichte Bachläufe waten, kommen wir an dem Wasserfall an. Der ca 30 m hohe Wasserfall hat verschiedene Wasserbecken gebildet in denen man gemütlich baden kann.
Zurück am Strand gehen wir zurück ins Wasser, das hier gar nicht so einfach ist. Der Strand ist gespickt mit scharfkantigem Lavagestein und zurück an Board haben wir ungefähr 6-7 Teilnehmer die Schnittwunden an den Füßen und Beinen vorweisen.

Die nächsten zwei Stunden auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp haben wir genug Zeit die einzeln Teilnehmer kennenzulernen und uns faul in der Sonne zu räkeln. Wir haben eine ganze Gruppe Niederländer an Board, vier Schweden, einen Argentinier, einen Amerikaner, eine Dänin, eine Engländerin, eine Schweizerin und drei Deutsche. Also recht bunt gemischt.
Der nächste Stopp ist zum schwimmen und schnorcheln gedacht. Die Crew verteilt Tauchermasken und schnorchel und ab geht’s in die bute Unterwasserwelt.
Was man genau hier in den Gewässern sehen kann hängt sehr vom Glück des Tauchers / Schnorchlers ab. Wir sehen Schildkröten, Fledermausfische, Papageienfische, Kugelfische, Clownfische und vieles anderes Buntes.

Leider auch Quallen! Es schwimmen tausende kleine Quallen herum die höllisch weh tun wenn man sie berührt. Da sie so klein sind das man sie kaum oder gar nicht sieht, sehen wir zu das wir aus dem Wasser kommen. Zur Behandlung hat die Crew Gott-sei-Dank gleich Kokosnuss-Öl zur Hand.

Den Abend verbringen alle zusammen bei einem Bierchen auf dem Vorderdeck. Einer von uns bemerkt das das Schiff schon zum zweiten mal ohne ersichtlichen Grund dreht. Nach mehrfachen Nachfragen bekommen wir heraus, dass die Steuerungsleine gerissen ist und das Boot nicht mehr steuerungsfähig ist. Und draußen ist es zappenduster.

Nach ca. 15 Minuten und weiteren Kreisen ist dann die Steuerung wieder funktionsfähig und wir können unsere Fahrt in einer geraden Linie fortsetzen. Unser Vertrauen in diese Nussschale ist nicht gerade gewachsen! Trotsdem versuchen wir uns auf die Nacht vorzubereiten. Da wir zu unserem nächsten Halt recht weit haben heisst es mal wieder durch die Nacht zu fahren. Diesmal 17 Stunden!! Das dürfte kaum angenehmer werden als die letzte Nacht!

Mit dem Boot nach Komodo

Heute geht es weiter auf unserer Tour. Unser nächstes Ziel ist die Insel Flores im Osten von Indonesien. Generell kann man dort hin fliegen, mit der Fähre oder man fährt mit einem Boot über mehrere Tage und stoppt immer wieder auf verschiedenen Inseln. Genau das haben wir vor. Wir haben bei mehreren Anbietern geschaut und einen günstigen gefunden.
Die Tour geht von Lombok über mehrere kleine Inseln über Pink Beach und über Komodo bis nach Flores. Sogar der Transport zum Hafen ist dabei! Zwar haben wir gelesen das in der Regenzeit ab und zu mal etwas rauhe See sein soll, aber einen echten Explorer schreckt das ja nicht ab!

Morgens um 7.30 Uhr soll es losgehen. Der versprochene Fahrer kommt aber erst mal nicht.
Nach Nachfragen unseres Hotelbesitzers heißt er komme gleich. Um ca. 9.00 Uhr geht es dann auch los. Da der Fahrer aber auch der ist, der uns das Ticket verkauft hat, sollte er ja wissen ob es reicht um pünktlich anzukommen. Die Fahrt führt uns von Kutae, ganz im Süden von Lombok, über die Hauptstadt Mataram und Sengigi bis nach Bangsal im Nordosten von Lombok. Nach ca 2 h haben wir es dann auch dorthin geschafft. Bangsal ist der Haupthafen, denn von hier kommen die Touristen von Lombok auf die Gilli Inseln (Gili Air, Gili Travangan und Gili Meno).

Man erklärt uns das wir mit dem Auto nicht in den Hafen fahren dürften und wir den Rest zu Fuß zurücklegen müssen. Na gut. Mit unseren Rucksäcken auf dem Buckel laufen wir dann ca. 500 m runter zum Hafen, begleitet von unzähligen Transportangeboten von Autos, Bussen und Pferdewagen, die wohl alle glauben das Touristen keine 3 m mit Rucksack laufen können ohne umzufallen.
Angekommen im beschriebenen Café Lombok, treffen wir hier zum ersten Mal auf den Rest der Reisenden und haben noch die Chance auf eine erfrischende Cola.

Nach ca 45 min erklärt uns ein Guide der wie die indonesische Version von Jesus aussieht auf gebrochenem Englisch den Ablauf der Tour. Daraufhin ziehen wir alle gemeinsam los in Richtung unseres neuen Zuhause für die nächsten 4 Tage.

Auf dem Landungssteg wird uns etwas anders! Wir hatten eigentlich ein größeres Schiff erwartet, aber nicht diese Nussschale. Die Barkasse ist knapp 30 m lang und ca 4 m hoch.
Aber jetzt ist es zu spät, es ist bezahlt und wir gehen an Board.
Vorne gibt es einen kleinen Sitzbereich, in der Mitte einen kleinen geschützten Sitzbereich und dahinter die zwei buchbaren Kabinen. Ganz hinten ist die Boardkombüse und die “Toilette”. Oben befindet sich dann das Deck auf dem wir untergebracht sind. Und “untergebracht” trifft es auch ganz gut. Das Deck ist auf der Höhe von ca 80 cm mit einer Plane überspannt, darunter liegen ca. 4 cm “dicke” “Matratzen”. Seitlich ist ebenfalls eine “Ansammlung von Löchern” gespannt, die mit Plane sehr freundlich umschrieben ist. Naja, wir verstauen unsere großen Rucksäcke im Rumpf des Bootes unter einer Luke und unseren kleinen Rucksack auf unserer Schlafunterlage.
Danach versammelt sich alles am vorderen Deck und wir legen ab. Die Sonne scheint, die See ist ruhig und man lernt sich langsam kennen.
Nach kurzer Zeit gibt es auch schon das erste Mittagessen, das auf einer großen Picknickdecke im inneren Sitzbereich auf dem Boden serviert wird. Es gibt gebratenen Reis, Gemüse und Salat. Super lecker.
Leider zieht nach kurzer Zeit einer der, für diese Breiten, typischen Regenschauer auf. Kurz aber extrem heftig. Innerhalb von Minuten prasselt Regen von allen Seiten auf das Schiff ein. Die seitliche Plane erweist sich leider als dermaßen löchrig, das nach den ersten 2 Minuten bereits der gesamte Schlafbereich unter Wasser steht und wir versuchen unser Hab und Gut an der oberen Decke zu befestigen damit zumindest Kameras und elektronisches Equipment nicht nass wird.

Zu allem übel ist mir etwas beim gestrigen Abendessen wohl nicht bekommen und ich kämpfe seit dem Morgen mit Übelkeit. Das geschaukel bei ca 5m Wellen hilft auch nicht unbedingt. Man kommt sich hier vor wie betrunken.

Als es dann um halb sieben dunkel wird verzieht sich alles in die Kojen, da es auf dem Boot auch nur spärlich Licht gibt, das irgendwie nur manchmal funktioniert. Wann genau weis wahrscheinlich nicht einmal die Boots-Crew.

Das Einschlafen fällt extrem schwer bis unmöglich, da alles nass ist und das Boot furchtbar schaukelt. Da wir ein paar Seemeilen abreissen müssen, fahren wir nämlich auch in der Nacht. Auf der Seite schlafen ist komplett unmöglich, da man sämtliche Muskeln anspannen muss um nicht wegzurollen. Auch das improvisierte Kopfkissen aus Handtuch und aufblasbaren Nackenhörnchen aus dem Flugzeug ist nicht unbedingt bequem.

Alles in allem ist die Situation mit “extrem unbequem” noch sehr wohlwollend umschrieben.

Kutae Lombok

Kutae in Lombok wächst uns langsam ans Herz. Die kleine Stadt ist nicht gerade groß und hat eher wenig Touristen. Hier sammeln sich eigentlich nur ein paar Locals, ein paar Surfer und ein paar Backpacker zu einer lustigen Truppe.

Nachdem wir gestern mal einen Tag zum Ausspannen eingelegt haben mit ausgedehntem Mittagsschlaf und viel lesen, wollen wir heute noch einen anderen Strand anschauen und wir schwingen uns auf unseren Roller. Nach dem Städtchen kommt für eine ganze Weile nur Landstraße die aber letztendlich, nach einer langen ich-versuche-um-das-Schlagloch-drumrum-zu-fahren-Tour, doch noch an einem Strand endet.

Hier verlangt man, wie üblich, eine kleine Gebühr für das Aufpassen auf den Roller. Wir setzen uns auf einer der aus Bambus errichteten kleinen Sonnenunterstände und sind nach gerade mal 1 min von gefühlten einhundert Verkäufern umzingelt die uns für den richtigen Preis wahrscheinlich selbst ihre Oma verkaufen würden. Nach dem wir dann eindringlich erklärt haben das wir kein Bier, Kokusnuss, Sarongs oder sonstige Andenken kaufen möchen, haben wir etwas Ruhe … für ungefähr 5 min.

Danach haben uns die hier Jugendlichen entdeckt. Da an diesen Strand wohl nicht besonders oft Touristen kommen sind wir gefundenes Fressen für sämtliche Foto- und Selfie-Wünsche.
Da wir uns hier in hauptsächlichem muslimischen Gebiet bewegen sind gerade weibliche Vertreter recht schüchtern überhaupt nach einem Foto zu fragen.

Wir fahren also doch wieder zu unserem ersten Strand und mieten uns zwei Bambus-Liegen unter einem Sonnenschirm. Das Wasser ist türkisblau, der Sand fein und weiß und die Sonne scheint. Schöner könnte es kaum sein.

Am Abend kehren wir noch in unser neues Lieblingsrestaurant am Strand in Kutae ein. Hier gibt es leckeres Nasi Goreng und frische Säfte für einen günstigen Preis. Ein kühles Bierchen auf der Terrasse vor unserem Bungalow lassen wir uns natürlich trotzdem nicht nehmen.

Von Bali nach Kuta, Lombok

Recht hektisch packen wir die letzten Sachen ein. Um 7.00 Uhr sollen wir abgeholt werden und wir müssen noch auschecken. Wie durch ein Wunder stehen wir tatsächlich um 7.00 Uhr vor dem Tor des HomeStays.

Genau 2 Minuten später rauscht auch schon unser Transporter an. Weder Fabrikat noch Modell lassen sich hier eindeutig bestimmen, aber das ist auch nicht nötig. Alle restlichen Sitze des Transporters sind bereits mit Touristen befüllt, die auf einer der Nachbarinseln übersetzen wollen. Unser Gepäck wir unter Missachtung sämtlicher physikalischer Naturgesetze in den mit “wintzig” noch sehr wohlwollend beschriebenen Kofferraum gequetscht. Wir haben dann doch überraschend bequem Platz in der Kutsche.

Durch die überfüllten Straßen Sanurs, die unter der Last des morgendlichen Berufsverkehrs leiden, fahren wir dann raus aus Sanur und Richtung Norden zum Hafen. Nicht nur der Hinduismus, der in Bali sehr verbreitet ist, hat seinen Ursprung in Indien. Die Fahrweise der meisten Fahrer hier ist ebenfalls dort her importiert.

Klare Gesetzmäßigkeiten beim Verhalten sind nicht wirklich zu erkennen. Gefahren wird wo, rein physikalisch gesehen, Platz ist. Da muss auch nicht ausreichend Platz sein, Platz reicht. Die Mittellinie ist nichts weiter als die geometrische Mitte der Fahrbahn, mit Fahrspuren hat das nichts zu tun. Die Hupe wird grundsätzlich benutzt mit dem Hintergrund: “Achtung hier bin ich”! Es gilt sogar als höflich zu hupen wenn man von hinten an ein anderes Fahrzeug heranfährt. Somit sagt man dem Vorausfahrenden nur freundlich das er keine hektischen Fahrmanöver planen soll, man selbst ist schließlich auch noch da.

… aber es funktioniert! Das muss man auch erst mal können. Es gibt so gut wie keine unentspannten oder sogar aggressiven Fahrer wie bei uns. Geschimpft, geflucht oder sonstiges wird nicht. Man hat Verständnis für die Anderen.

Nach ungefähr 90 min kommen wir in dem kleinen Hafenstädtchen an. Wir werden von bestimmt 5 Angestellten der Fährfirma empfangen die uns in die Passagierliste einträgt und uns dann mit Aufklebern auf die verschiedenen Haltestellen aufteilt. Die erste Station ist Lombok, dort werden wir aussteigen. Die nächsten drei Haltestellen sind Gilli Air (die Touristen-Insel), Gilli Meno (die Hochzeits-Insel) und Gilli Travangan (die Party-Insel).

Sehr schön kann man jetzt den jeweiligen Aufklebern den Gestalten zuordnen die zusammen mit uns auf die Ankunft der Fähre warten. Darunter eindeutig erkennbar Partyhungrige, Durchschnitts-Touristen völlig überbräunte Sonnenhungrige und Vollblut-Backpacker die seit mehr als ein paar Monaten unterwegs sind. Lustige Mischung.

Die Fahrt entpuppt sich als recht angenehm. Nach vorherigen Erfahrungen hatten wir schon das schlimmste befürchtet. Die sitze sind bequem, die Luft ist gut, da die Türen offen gelassen werden und die See ist ruhig, so dass auch der Wellengang nicht all zu heftig ist.

In Lombok angekommen überrascht uns der Hafen doch etwas. Statt in Sengigi, wie gedacht, kommen wir ziemlich in der Wallachei an und müssen einen Taxifahrer überreden uns für einen angemessenen Preis, zusammen mit einem Backpacker-Franzosen nach Sengigi fahre, wo dann der Shuttlebus nach Kuta fahren soll.

Erst in Sengigig fragt uns der Taxifahrer, nachdem wir den Franzosen an seinem Hotel abgesetzt hatten, ob er uns für den Buspreis gleich zu unserem Homestay fahren soll. Das ist ein Angebot, das wir gerne annehmen, da wir ehrlich gesagt recht müde sind und wenig Lust haben jetzt noch 90 min auf den Bus zu warten und dann ca. 2 Stunden mit dem Bus weiterzufahren.

Aus dem Autofenster erkennt man sehr gut, dass wir nicht mehr in Bali sind. Die Gegend ist ärmlicher und weniger touristisch. Man sieht weniger Werbung, weniger gut gekleidete Business-Leute auf dem Roller sondern mehr einfach gekleidete Leute ohne Helm oder auch mal eine Wasserbüffelherde die die Straße herunter getrieben wird.

Nach langer anstrengender Fahrt, die jedoch wahrscheinlich immer noch angenehmer war als mit dem Bus, kommen wir in unserem gebuchten Homestay an. Das Bule Homestay liegt etwas außerhalb des kleinen Ortes, besticht aber durch sehr günstige Preise, außerordentlich freundliches Personal und eine makellose Sauberkeit. Sowohl der Garten als auch das Restaurant und die Zimmer werden akkurat in Schuss gehalten und man fühlt sich hier sehr wohl.

Nach einer kleinen Stärkung erkunden wir die nahe gelegenen Strände selbst mit dem Roller. Innerhalb von 20 Minuten mit dem Roller erreicht man hier 3 – 4 Traumstrände der Extraklasse. Weißer bis grauer Korallensand, türkisfarbenes Wasser und kaum eine Menschenseele dort. In Mawun, einem der lokalen Strände von ca 1 km Länge, treffen wir gerade mal 8 Touristen, oder europäisch Aussehende, und ca 10 Einheimische.

Auf der Rückfahrt erleben wir noch ein HIghlight. Nicht einmal 3 Meter vor uns überquert ein echter Komodo-Waran die Straße. Er ist zwar nur 1,5 Meter lang aber es ist der erste echt Komodo-Waran den wir sehen!

Morgen wollen wir die anderen Strände noch erobern gehen.

Bali: Hautnah

Leider sind wir immer noch auf deutsche Zeit eingestellt und wir werden lange vor dem Frühstück wach. Nach unserem bekannt tollen Frühstück legen wir uns noch mal kurz hin um den Schlafmangel auszugleichen.
Um 9:30 Uhr holt uns Made vor unserer Unterkunft ab. Nachdem er uns mit Trinkwasser versorgt hat und die sehnlichst erwartete Klimaanlage eingeschaltet hat, geht es los.
Der riesige Minivan quält sich durch die überfüllten Straßen der, für einen Sonntag sehr gefüllten, Gegend.Unser erstes Ziel ist eine kleine Gewürzfarm die wir nach ungefähr einer halben Stunde erreichen. Hier begrüßt uns ein 21-jähriger Balinese der uns durch das zugewachsene Areal führt. Zuerst zeigt er uns zwei Käfige mit Luwaks, wiesel-artige Geschöpfe, die bei der Kaffee-Produktion helfen. Sie fressen die reifen Kaffeebohnen direkt vom Strauch und schlucken diese ohne sieh zu kauen. Die Luwaks leben frei auf der Plantage und lassen ihre Hinterlassenschaften dann einfach zurück wo sie gerade auf dem Baum sitzen. Die Kaffeebauern laufen dann morgens (Luwaks sind Nacht-aktiv) durch die Plantage und sammeln diese Hinterlassenschaften auf. Die Kaffeebohnen werden im Verdauungstrakt der Tiere fermentiert in einer Art und Weise, die man noch nicht nachahmen kann. Der übrige Prozess
ist dann gleich wie bei regulärem Kaffee.
Unser Guide führt uns zu einem Tisch auf dem sich geröstete Kaffeebohnen, Zimt, Zitronengras und Ingwer befinden. Alles Gewürze die auf der Farm angebaut werden. Entlang einem schmalen Pfad entdecken wir links und rechts immer wieder bekannte Pflanzen: gelbe Ananas, rote Ananas, Kaffeepflanzen, Bananen und weitere essbare und nicht-essbare Pflanzen.
In einem kleinen Pavillion bekommen wir dann zwölf verschiedene Tees und Kaffees zum probieren angeboten. Unter anderem Kokusnusskaffee, Mangosteen-Tee, Zitronen-Tee, Ingwer-Kaffee und Kokusnusskaffee. Den Luwakkaffee muss man extra bezahlen, aber das lassen wir uns trotzdem nicht entgehen.

Die nächsten Haltepunkte sind weniger spektakulär. Eine Silberschmiede, eine Kunstmalerei und eine Holzwerkstatt, selbstverständlich immer mit einem fleissigen Verkäufer dabei, aber wir wollen unserem Fahrer Made auch nicht seine Provision fürs vorbeibringen vermiesen.

Der nächste Halt verspricht wieder mehr, es geht zu einem Tempel einer Kaste der gerade Tempelfest feiert. Da hier ein Großteil der Bevölkerung (80%) hinduistisch ist, gehören viele einer Hindu-Kaste an. Die erste Kaste ist die Kaste der heiligen Männer deren Farbe Schwarz ist. Deswegen haben Tempel oder heilige Bäume auch oft ein schwarz-weiß kariertes Tuch umgebunden. Die zweite Kaste (Farbe: Gelb/Gold), zu der auch Made gehört, ist die Kaste der Könige. Die letzte Kaste ist die der Bauern. Es wird immer wieder betont das alle Kasten aller anderen bedürfen und das alle gleich wichtig seien.
Made hat extra Sarongs, die landestyptischen Röcke für Männer und Frauen, für uns eingepackt, da man Tempel nur mit vollständig bekleideten Beinen betreten werden dürfen.

Dermaßen ausgestattet betreten wir den Tempel der über und über mit goldenen Tüchern behängt ist, da dies ein Tempel der zweiten Kasten ist. Hier werden gerade die 5-tägigen Festlichkeiten beendet. Tücher werden abgehängt und die Opfergaben, die überall feinsäuberlich aufeinandergestapelt sind eingesammelt. Es gibt fast keine Säule oder Statue die nicht in Tuch gehüllt, geschmückt oder bemalt ist. Es ist wirklicht beeindruckend mit welcher Hingabe Hindus riesige Tempel bauen und diese mit viel Aufwand betreiben.

Der nächste Halt ist wieder ein natürlicher und geht zu den berühmten Reisterassen von Ubud. Auf dem Weg dorthin zeigt uns Made immer wieder Opfergabentische auf denen Angehörige der zweiten Kaste große Mengen Opfergaben angehäuft haben. Lustigerweise alle in rote Plastiktüten gepackt, denn mittlerweile regnet es.

Regen in Bali kommt innerhalb von Minuten, sprich vom sichtbaren Horizont bis es beginnt, Es regnet auch nicht einfach, sondern schüttet als würde Shiva selbst einen Eimer ausgießen. Allerdings ist er auch genauso schnell wieder vorbei. Und im Handumdrehen ist es wieder strahlend blauer Himmel.

Von strahlendem Himmel sind wir allerdings noch weit entfernt. Nach kürzester Zeit steht das Wasser an manchen Stellen bis zu 30 cm hoch. Die Wasserkanäle die das Wasser zu oder von den Reisfeldern führen sind zu reissenden Sturzbächen geworden. Abruppt hält unser Fahrer an und wir entdecken einen umgestürzten Baum auf der Straße. Irgendjemand hat aber wohl schon Hilfe geholt denn zwei Rollerfahrer in Plastikponchos gehüllt machen sich bereits mit einer mitgebrachten Motorsäge daran zu schaffen. Innerhalb kürzester Zeit ist die Straße wieder frei. Made hält an einem kleinen Café wo wir abwarten bis der Regen nachlässt. Gott sei Dank ist Made auf alles vorbereitet und zaubert zwei Regenschirme aus seinem Kofferraum. Das Café liegt an der Seite eines Tals, und von hier aus hat man bereits einen tollen Überblick über die Reisterassen.

Nach einem stärkenden Tee geht es dann in die Terassen angeführt von Made.Auf einem kleinen Trampelpfad geht es entlang eines Wasserkanals, das das für die Reisfelder so wichtige Wasser führt. Der Trampelpfad verjüngt sich nach einigen Metern allerdings auf gerade mal 20 cm Stein-Einfassung des Kanals. Da es vom Regen recht nass ist und der ab und zu angrenzende Boden auch eher einem Sumpf, und drauftreten scheint keine Gute Idee. Wir folgen dem schmalen Pfad bis ans Ende des Tals und genießen den atemberaubenden Ausblick auf unzählige Stufen der Reisterassen. Made erklärt uns den Reisanbau in einem Detailgrad das wir uns fast gewappnet fühlen den Abschluss in Reisanbau abzulegen.

Das Wasser wird in mehreren Stufen durch die Reisfelder ins Tal geführt. In einem 2m x 2m Quadrat werden Jungpflanzen gezüchtet und diese später hier auf die Felder ausgebracht. Die Aufzucht der Pflanzen dauert vom ersten Planzen bis zur Ernte ganze drei Monate. Allerdings werden nur drei Zyklen pro Jahr gepflanzt. Dazwischen geht der Reisbauer meist mit einem Wasserbüffel durch die Felder und pflügt um zu “recyceln” wie uns Made erklärt.
(Da ich nicht glaube, dass einer der Leser einen Abschluss in Reisanbau ablegen möchte, wurden die Erklärungen hier drastisch gekürzt.)

Der nächste Stop ist die Kulturhauptstadt von Bali: Ubud. Hier finden sich neben den regulären Touristen hauptsächlich Yoga-Jünger wieder auf der Suche nach Ausbildung oder Rückzug. Bekannt ist dieser Treffpunkt spätestens seit Elisaeth Gilberts Bestseller “Eat, pray, love”.
Auf dem Weg durchqueren wir das balinesische Hinterland und wir bekommen einen Eindruck wie es der regulären Bevölkerung geht, abseits von touristischem Treiben. Viele Reisfelder, immer wieder Märkte, kleine “Alles-was-du-brauchst-Lädchen” und das für Asien typische Leben an der Straße.

In Ubud angekommen haben wir noch ca. eine Stunde bevor wir zurück müssen. Kurzerhand entschließen wir uns den touristischen Geschäften den Rücken zu kehren und lieber dem nahe gelegenen Affen-Wald einen Besuch abzustatten.

Der Eintritt von gerade mal 40 Rupias (2,50 €) schreckt nicht gerade ab. Auf diesem riesigen Areal leben über 675 Affen in 6 Gruppen frei. Besucher kommen allerdings auf ihre Kosten da kleine Stände Bananen den Touristen verkaufen, die dann den Affen verfüttert werden können. Alle paar Meter steht ein Angestellter des Parks mit einem langen Eisenstab, der die Affen in ihre Schranken weisen soll, wenn diese zu frech werden.

Die Affengruppen sind benannt nach ihren Lebensorten, so gibt es Water-Tempel-Gruppe und eine Holy-Tree-Gruppe. Überall sieht man freche Affen umherspringen die sich gegenseiteig jagen, ärgern oder auch dem ein- oder anderem Tourist etwas aus dessen Rucksack klauen. Von Affen-Babies bis hin zu Großeltern sieht man hier alles. Dem Treiben könnte man stundenlang zusehen. Leider ist unsere Zeit bald um und es sieht auch mal wieder nach Regen aus. Also suchen wir den Ausgang. Da das Gelände wirklich groß ist und es mehrere Ausgänge gibt, ist das gar keine so leichte Aufgabe. In der Tat finden wir den richtigen Ausgang erst auf Umwegen. Mittlerweile hat es auch angefangen zu tröpfeln. Dankenswerter Weise ist der Parkplatz auf dem unser Fahrer steht auch nur noch 100 m entfernt.
Auf den restlichen 75 m die wir bis zum Auto noch hatten, hat es nach balinesichen Regeln angefangen zu regnen und wir kommen so nass an, als wären wir gerade einer Dusche entstiegen.

Die einstündige Heimfahrt können wir gut gebrauchen um uns halbwegs zu trocken. Da wir nun endgültig vom Tag erledigt sind beschließen wir in unser neues Lieblingsrestaurant zu gehen, das “Warung Little Bird”, das auch noch direkt neben unserer Unterkunft liegt. Warung bedeutet so etwas ähnliches wie Bistro, und dieses Bistro ist eine Mischung aus
Indonesisch traditioneller Küche und coolem Surfladen. Alles ist aus Holz gefertigt und die Mannschaft vom Koch bis zur Bedienung hat sichtlich Spaß an ihrem Job. Das Essen ist ebenfalls phantastisch. Wir bestellen Nasi Goreng (gebratener Reis) und Satee Ayam (gegrillte Hähnchenspieße mit Erdnusssauce), dazu einen Bananen-Smoothie.

Bali: Relaxing

Nach dem anstrengenden und erlebnisreichen Tag gestern machen wir heute noch mal langsam. Nach gemütlichem Ausschlafen wandeln wir noch ein wenig durch die geschäftigen Straßen Sanurs und organisieren unsere Weiterreise nach Lombok, der Nachbarinsel.

Nachdem die große Überfahrt und die Fahrt zum Hafen gebucht ist, gehen wir zum Strand in unser Lieblingscafé. Hier läuft leise Norah Jones im Hintergrund und man sitzt in gemütlichen Sitzsäcken direkt am Strand. Mit den Füßen im Sand kann man dann ganze Familien mit Kind, Hund und Sack und Pack sehen, die den Tag am Strand genießen.

Gerade als wir gehen wollen, fängt es wieder zu regnen und so hält es uns noch etwas länger hier. Als es dann aufhört zu regnen, kehren wir zum Essen bei einem kleinen Warung ein und genießen die leckere indonesische Küche.

Zum Abschluss des Abends gönnen wir uns noch eine Massage. Anschließend müssen wir die Koffer packen da wir morgen schon um 7.00 Uhr für die große Überfahrt abgeholt werden sollen.

Indonesien Trip